Microsoft: US-Kartellbehörde lässt in Activision-Übernahmestreit nicht locker
Der IT-Konzern will den Videospiel-Hersteller übernehmen.
Foto: ReutersWashington. In ihrem Kampf gegen die milliardenschwere Übernahme von Activision Blizzard durch Microsoft lässt die US-Kartellbehörde FTC nicht locker. Sie legte am Mittwoch wie erwartet Einspruch gegen eine Gerichtsentscheidung ein, den bislang größten Deals in der Videospiele-Branche nicht vorläufig zu blockieren. Weitere Details wurden zunächst nicht bekannt.
Microsoft bekräftigte daraufhin, den 69 Milliarden Dollar schweren Deal durchfechten zu wollen. „Wir sind enttäuscht, dass die FTC weiterhin einen nachweislich schwachen Fall verfolgt“, sagte Firmenchef Brad Smith. Am Donnerstag bat die FTC das Gericht um Aufschub. Eine Entscheidung des Gerichts lag zunächst nicht vor.
Rechtsexperten bezweifelten, dass die Behörde mit ihrem Einspruch durchkommen wird. Die Berufungsinstanz werde vor allem prüfen, ob es Fakten für die Behauptung der FTC gebe, dass Microsoft der Konkurrenz Lizenzen für Activision-Spiele wie „Call of Duty“ verweigern wird, sagte Kartellrechtsexperte Daniel Crane von der University of Michigan Law School. „Die FTC könnte in der Berufung Schwierigkeiten haben, diesen Umstand nachzuweisen. Damit wäre der Fall in der von ihr dargelegten Form hinfällig.“
Sollte die Behörde mit ihrem Berufungsantrag unterliegen, steht sie vor der Wahl, die Klage im Hauptverfahren gegen den Microsoft/Activision-Deal zurückzuziehen. Diese soll im August verhandelt werden. Im Februar hatte sie sich beim Streit um die Übernahme der Softwarefirma Within durch die Facebook-Mutter Meta zu einem solchen Schritt entschlossen.
Am Dienstag hatte eine US-Richterin einen Antrag der FTC auf Einstweilige Verfügung abgelehnt, die den Unternehmen bis zu einer Entscheidung im Hauptverfahren die Arbeit an dem Zusammenschluss untersagen sollte. Die Behörde habe nicht hinreichend dargelegt, dass Microsoft nach einer Übernahme von Activision dessen Spiele-Klassiker „Call of Duty“ nicht mehr für die PlayStation von Sony freigeben oder der Wettbewerb durch den Deal substanziell beeinträchtigt werde.
CMA überdenkt Verbot der Übernahme
Als Reaktion auf dieses Urteil hatte die britische Kartellaufsicht CMA angekündigt, ihr Verbot der Übernahme zu überdenken. Bei einer Einigung mit den Unternehmen auf zusätzliche Zugeständnisse müsse allerdings noch einmal eine formelle Prüfung aufgenommen werden.
Die beiden Unternehmen drängen zur Eile. Die offizielle Übernahmefrist läuft am 18. Juli aus. Allerdings können sich die Firmen auf eine Verlängerung einigen.
Erstpublikation: 13.07.2023, 2:23 Uhr (zuletzt aktualisiert: 13.07.2023, 09:19 Uhr).