1. Startseite
  2. Technologie
  3. Künstliche Intelligenz
  4. OpenAI: US-Kartellbehörde ermittelt angeblich gegen ChatGPT-Entwickler

OpenAIUS-Kartellbehörde ermittelt gegen ChatGPT-Macher

Die US-Regierung nimmt die KI-Branche verstärkt ins Visier. Die Behörde FTC sieht bei OpenAI Privatsphäre und Datenschutz gefährdet.Thomas Jahn, Annett Meiritz 14.07.2023 - 08:55 Uhr Artikel anhören

Der Vorstoß von der FTC kommt wenige Tage nach einer Niederlage vor einem Bundesgericht in Kalifornien.

Foto: AP

Düsseldorf, Washington. Wegen einer möglichen Verletzung von Verbraucherschutzgesetzen hat die US-Kartellbehörde FTC laut übereinstimmenden Medienberichten ein Verfahren gegen den ChatGPT-Entwickler OpenAI eingeleitet. In einer 20-seitigen Vorladung spricht sie von „unfairen oder irreführenden Praktiken, die die Privatsphäre oder den Datenschutz gefährden“.

Damit meint die FTC beispielsweise die Fehler, die das Sprachmodell bei der Umschreibung von Personen macht. Experten für Künstliche Intelligenz (KI) sprechen von Halluzinationen der Modelle. Daher habe die Behörde Informationen angefordert, wie OpenAI mit den Risiken im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz (KI) umgeht. Zuerst hatte die „Washington Post“ darüber am Donnerstag berichtet.

Im Fokus steht dabei ein Vorfall aus dem Jahr 2020, als laut OpenAI durch einen Fehler Unterhaltungen und Finanzinformationen von Nutzern für jeden einsehbar waren. Andere Fragen beziehen sich auf das Marketing, das Training von KI-Modellen und den Umgang mit den Nutzerdaten. Weder die FTC noch OpenAI waren zunächst für eine Stellungnahme zu erreichen.

Klage gegen Google wegen Trainingsdaten

Sogenannte generative KI wird mit Unmengen von Daten trainiert, die häufig aus dem Internet zusammengesucht werden. Dazu gehören auch persönliche Einträge auf Plattformen wie Facebook, Instagram oder Twitter. Außerdem fließen sämtliche Anfragen sowie dabei von Nutzern zur Verfügung gestellte Informationen in die Datenbank ein.

Aus diesem Grund sieht sich Google, dessen ChatGPT-Rivale „Bard“ nun auch in Deutschland verfügbar ist, bereits mit einer Milliardenklage in den USA konfrontiert. Die Kläger werfen der Alphabet-Tochter vor, für das Training seiner KI unerlaubt personenbezogene und urheberrechtlich geschützte Informationen genutzt zu haben, und fordern mindestens fünf Milliarden Dollar Schadenersatz.

FTC-Chefin Khan hat Digitalkonzerne im Visier

Der Vorstoß von der FTC kommt wenige Tage nach einer Niederlage vor einem Bundesgericht in Kalifornien. Dort wollte die Behörde mit einem Prozess die Übernahme des Spieleherstellers Activision Blizzard durch Microsoft stoppen wollte. Die FTC hat Berufung gegen die Entscheidung eingelegt.

Behördenchefin Lina Khan hat sich nach der Amtsübernahme mit dem Wahlsieg von Präsident Joe Biden auf die Technologien der „nächsten Generation“ fokussiert. Die Kartellbehörde will „nach vorn schauen“ und sich nicht nur an steigenden Preisen für bestimmte Produkte orientieren, sondern am allgemeinen „Schaden durch digitale Plattformen“.

Sogenannte generative KI wird mit Unmengen von Daten trainiert, die häufig im Internet zusammengesucht werden.

Foto: REUTERS

Die US-Regierung konzentriert sich seit einigen Monaten verstärkt auf das Thema KI-Regulierung. „Ich glaube nicht, dass es in der Geschichte der Menschheit jemals einen so grundlegenden potenziellen technologischen Wandel gegeben hat wie den, den die künstliche Intelligenz darstellt“, sagte Präsident Joe Biden am Donnerstag beim US-Nordic Leader Summit in Helsinki.

Das Weiße Haus bereitet derzeit eine nationale KI-Strategie vor. Im Mai trafen sich Biden und Vizepräsidentin Kamala Harris mit führenden Chefs der Branche, um mögliche Regulierungsansätze zu beraten.

Die FTC-Klage als Informationsbeschaffung

Bislang, so berichten Insider in Washington, gehe es der US-Regierung eher um ein grundlegendes Verständnis darüber, welche Bereiche am dringendsten einem staatlichen Eingriff bedürfen. Bis es tatsächlich verpflichtende Standards gibt, könnten Jahre vergehen, auch weil der das Parlament zwischen Demokraten und Republikanern gespalten ist. In dieser Woche legte der Senat einen Gesetzentwurf zur KI-Regulierung vor, doch der Kongress scheiterte in der Vergangenheit bereits an einer Big-Tech-Reform.

Die Entscheidung der FTC, OpenAI untersuchen zu wollen, gilt als effizientere Methode, um Programme wie ChatGPT von Regierungsseite näher zu beleuchten. Denn das Start-up muss auf die Vorladung reagieren und Dokumente einreichen.

Die Dringlichkeit einer Regulierung liegt auf der Hand: Die meisten KI-Spitzenreiter wie Google, Microsoft und OpenAI haben Hauptsitz in den USA. Anfangen will die US-Regierung bei sich selbst. Im Sommer will das Weiße Haus lang erwartete Leitlinien zur Nutzung und Beschaffung von KI-Technologien für Bundesbehörden vorlegen.

Verwandte Themen
OpenAI
ChatGPT
Joe Biden
USA
Microsoft
Künstliche Intelligenz

Auf internationaler Ebene arbeiten die USA an einem gemeinsamen KI-Rahmen mit der EU, den man wiederum den anderen G7-Industrienationen als Vorlage präsentieren kann. Diese Bemühungen werden im Transatlantischen Handels- und Technologierat (TTC) gebündelt.  
Mit Material von Reuters.

Erstpublikation: 13.07.2023, 14:35 Uhr (zuletzt geändert am 13.07.2023 um 17:19 Uhr).

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt