Start-up Likeminded: Mentale Gesundheit in Unternehmen soll gefördert werden
Das Gründerteam von Likeminded, v.l. Maximilian Heberger, Kimberly Breuer, Stefan Anca und Josu García de Albizu.
Foto: HandelsblattDüsseldorf. Psychische Erkrankungen sind hierzulande der dritthäufigste Grund für Fehlzeiten am Arbeitsplatz. Das geht aus Schätzungen der Betriebskrankenkasse DAK-Gesundheit hervor. Die Krankheitskosten dafür liegen bei 44,4 Milliarden Euro.
Die Politik hat das Problem längst erkannt: Das Bundesministerium für Gesundheit empfiehlt Unternehmen auf seiner Internetseite, in die Prävention psychischer Erkrankungen ihrer Beschäftigten zu investieren. Seit 2013 sind Arbeitgeber durch das Arbeitsschutzgesetz verpflichtet, verschiedene Maßnahmen zu ergreifen, um psychische Belastungen im Betrieb zu reduzieren.
Start-ups wittern ihre Chance und entwickeln Geschäftsmodelle, die Unternehmen dabei helfen sollen. Likeminded bietet auf seiner Plattform Übungen zur mentalen Gesundheit sowie Einzel- und Gruppengespräche mit Psychologen und Psychotherapeuten an. In einer Seed-Finanzierungsrunde konnten die Berliner nun 5,9 Millionen Euro einsammeln, wie Handelsblatt Inside vorab erfuhr. Neben dem Bestandsinvestor Heartcore Capital ist auch Holtzbrinck Digital* beteiligt.
Rund 100 Unternehmen sind derzeit Kunden von Likeminded. Mitarbeiter können sich über ihre Firmen-E-Mail-Adresse auf der Plattform registrieren und beantworten zunächst Fragen zu ihrer Stimmung und Gesundheit. Eine Künstliche Intelligenz (KI) wertet die Antworten und weitere Daten aus und empfiehlt dann ein Angebot auf der Likeminded-Plattform. „Die Nutzer können sich jederzeit auch für ein anderes Angebot entscheiden“, berichtet Kimberly Breuer, Gründerin von Likeminded und studierte Psychologin.