Kreditnachfrage: KfW-Fördervolumen pendelt sich wieder auf niedrigerem Niveau ein
Der Konzerngewinn von 885 Millionen Euro blieb im Halbjahr unter dem Vorjahreswert von 949 Millionen Euro.
Foto: Blatterspiel/Jan HuebnerFrankfurt. Nach dem Ausnahmejahr mit der Rettung des Energiekonzerns Uniper und der Bewältigung der Energiekrise hat sich das Kreditvolumen der staatlichen Förderbank KfW auf ein niedrigeres Niveau eingependelt. Im ersten Halbjahr sank das Förderungsvolumen um rund 38 Prozent auf 58,7 Milliarden Euro, wie die KfW am Mittwoch in Frankfurt mitteilte.
„Das erste Halbjahr 2023 war insgesamt herausfordernd für Wirtschaft und Gesellschaft. Dennoch verzeichneten wir eine Normalisierung der Fördernachfrage im Inland“, erklärte KfW-Chef Stefan Wintels.
Positiv sei die Entwicklung in der Export- und Projektfinanzierung mit mehr als doppelt so hohen Zusagen wie im Vorjahr. 2022 hatten die KfW-Förderkredite einen historischen Höchststand erreicht.
Schwächere Kreditnachfrage wegen höherer Zinsen
Das Fördervolumen sei unter anderem vom Auslaufen der Corona-Sonderprogramme und einer schwächeren Kreditnachfrage infolge der gestiegenen Zinsen geprägt gewesen. Im Inland ging es im Halbjahr auf 42,8 Milliarden Euro zurück nach 87,0 Milliarden Euro ein Jahr zuvor. In der Export- und Projektfinanzierung stieg das Neugeschäft hingegen kräftig auf 14,4 von 6,0 Milliarden Euro.
„Damit unterstützen wir die deutsche Industrie sowie die langfristige internationale Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes“, erklärte Wintels. Bei der KfW Entwicklungsbank stieg das Fördervolumen leicht auf 1,5 Milliarden Euro von 1,4 Milliarden Euro vor Jahresfrist an.
Der Konzerngewinn von 885 Millionen Euro blieb im Halbjahr allerdings unter dem Vorjahreswert von 949 Millionen Euro. Die KfW wies im Kreditgeschäft ein positives Risikoergebnis von 109 Millionen Euro (Vorjahr: minus 52 Millionen Euro) aus.
Dazu trugen laut KfW eine generelle Verbesserung der Konjunkturfaktoren sowie ein positiver Ausblick für Unternehmen in Westeuropa bei. Die harte Kernkapitalquote der Förderbank stieg zum Ende des Halbjahres leicht auf 27,5 Prozent nach 27,0 Prozent Ende März.