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BalkonkraftwerkSo einfach soll der Weg zur Mini-Solaranlage werden

Immer mehr Deutsche nutzen ein eigenes kleines Balkonkraftwerk. Das soll in Zukunft einfacher werden – und könnte sich für manche Verbraucher mehr lohnen.Kathrin Witsch 21.08.2023 - 13:06 Uhr Artikel anhören

Solarstrom für den Eigenbedarf. 

Foto: IMAGO/U. J. Alexander

Düsseldorf. Mit ihrem neuesten Solarpaket hat die Bundesregierung am Mittwoch eine Reihe von Erleichterungen für den Ausbau der Solarenergie auf den Weg gebracht. Unter anderem soll der Anschluss eines eigenen kleinen Balkonkraftwerks ab dem nächsten Jahr deutlich einfacher werden – und für einige auch lukrativer.

Anmelden, aufhängen, einstecken. So einfach soll es in Zukunft sein, eine Mini-Solaranlage auf dem Balkon oder der Terrasse zu installieren. Wo vorher noch der Netzbetreiber informiert werden musste, reicht dann ein Eintrag ins Marktstammdatenregister, was jeder selbst erledigen kann.

Außerdem dürfen alte, nicht digitale Stromzähler übergangsweise weiterverwendet werden. Der Vorteil: Speist man den Solarstrom ein, drehen sich die Zähler einfach rückwärts. „Damit lohnt sich ein Balkonkraftwerk noch mehr“, sagt Nina Scheer, energiepolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion. 

Balkonkraftwerke werden immer beliebter

Auch die Leistungsobergrenze wird angehoben: Statt 600 Watt darf ein einzelnes Modul nun eine Leistung von bis zu 800 Watt haben. Laut der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin produziert ein einzelnes Modul mit einer Leistung von 300 Watt, das senkrecht an einem Südbalkon angebracht ist, im Jahr knapp 200 Kilowattstunden Strom. 

Ein 800-Watt-Balkonkraftwerk dürfte folglich über 500 Kilowattstunden Strom jährlich liefern. Verbraucher können das mit dem „Stecker-Solar-Simulator“ der HTW Berlin nachrechnen.

Seit der Energiepreiskrise werden die kleinen Balkonkraftwerke immer beliebter. Allein seit Jahresbeginn hat sich die Zahl der Mini-Solaranlagen verdoppelt. Insgesamt gibt es laut dem Marktdatenstammregister der Bundesnetzagentur mittlerweile rund 230.000 Stecker-Anlagen. Mehr als die Hälfte davon wurde erst im laufenden Jahr angemeldet. 

Das liegt wohl auch daran, dass die Kleinanlagen schon ab ein paar Hundert Euro zu haben sind. Ob sich das System lohnt, hängt laut Verbraucherzentrale unter anderem von Anschaffungspreis und Strompreis ab, aber auch davon, ob das Modul möglichst lange und viel Sonne bekommt.

Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) erwartet, dass der Anteil, den Steckersolargeräte zur Deckung des Strombedarfs in Deutschland liefern, absehbar zwar vergleichsweise gering bleibt. Doch die Geräte ermöglichten vielen Menschen eine aktive Mitwirkung und Teilhabe an der Energiewende „und erhöhen so auch die Akzeptanz der erneuerbaren Energien“, betont BSW-Chef Carsten Körnig. 

Insgesamt begrüßt die Solarbranche das neue Gesetzespaket. Für nahezu alle PV-Marktsegmente seien Vereinfachungen vorgesehen, von kleinen Steckersolaranlagen bis zum großen Solarpark, so Körnig. So wird der Betrieb einer Solaranlage in einem Haus mit mehreren Miet- oder Eigentumswohnungen oder auch Gewerbemietern deutlich vereinfacht. Die Förderung für das „Repowering“, also für den Ausbau einer Dachsolaranlage für mehr Leistung etwa durch den Einbau effizienterer Module, soll attraktiver gestaltet werden. 

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Außerdem soll die Doppelnutzung einer Fläche, zum Beispiel durch sogenannte Agri-PV, also Solarenergie auf dem Acker, stärker gefördert werden. Genauso wie Photovoltaik über Gewässern, Mooren und Parkplätzen. Mit der Reform soll auch ein Anspruch auf die Verlegung von Anschlussleitungen für Solaranlagen und andere Erneuerbare-Energie-Anlagen auf Grundstücken und Verkehrswegen entstehen.

Der Bundestag muss nun über die Pläne beraten und über das Gesetz abstimmen. Geplant ist, dass die Neuerungen mit dem Jahreswechsel in Kraft treten.

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Erstpublikation: 17.08.2023, 12:44 Uhr.

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