Rohstoffe: Argentinien erlebt den Lithium-Boom – doch Deutschland ist nicht dabei
Der Salzsee Salar del Hombre Muerto ist eine der weltweit bedeutendsten Lithium-Lagerstätten.
Foto: ReutersSalvador. Ein ausgetrocknetes Schwemmbecken in den argentinischen Anden. Tagsüber ist es heiß, nachts sinken die Temperaturen auf minus 16 Grad. In fast 5000 Meter Höhe ist Christian Möbius auf der Suche nach einem der begehrtesten Rohstoffe der Welt: Lithium.
Möbius’ Explorationsunternehmen Southern Cross Britannia besitzt in dem Becken ein 800 Quadratkilometer großes Konzessionsgebiet. Dort will er jetzt mit einem Team mittels geophysischer Untersuchungen und Erkundungsbohrungen Lithiumvorkommen nachweisen.
Der gebürtige Hamburger ist in der menschenleeren Gegend Argentiniens nicht allein aktiv. Vor etwa fünf Jahren begannen Bergbauunternehmen in den argentinischen Anden mit der Exploration von Lithium im großen Stil. Inzwischen haben die Unternehmen nach Angaben des argentinischen Bergbauministeriums mehr als vier Milliarden US-Dollar investiert.
36 Lithiumprojekte gibt es demnach dort: von den ersten Explorationen – wie bei Möbius’ Unternehmen – bis zur Produktion. Das US-Unternehmen Livent und die australische Firma Allkem, die gerade fusioniert haben, sowie der chinesische Konzern Ganfeng Lithium produzieren bereits. In den vergangenen Jahren kam es zu zahlreichen Übernahmen und Fusionen. Australische und kanadische Unternehmen haben sich die ersten Übernahmen gesichert, chinesische und koreanische Firmen haben nachgezogen.