Rivian-Chef Scaringe im Interview: Die vier Strategien des Tesla-Konkurrenten
Der Automanager sieht das Unternehmen am Scheideweg.
Foto: ReutersNormal, Illinois. Das monotone Stampfen ist durchdringend. Langsam, pausenlos, Stahl auf Metall. Das Geräusch stammt von sechs Komatsu-Maschinen, hausgroße japanische Metallpressen, die mit einem Gewicht von 3500 Tonnen Karosserieteile zurechtstampfen – und es macht Rivian-Chef Robert Joseph Scaringe, genannt „RJ“, glücklich. Denn solange die Monster lärmen, entstehen Autos.
Das war nicht immer so. „Einen schlechteren Zeitpunkt für den Produktionsstart hätten wir uns nicht aussuchen können“, sagt Scaringe im Gespräch mit dem Handelsblatt. Gerade hatte sein Start-up ein altes Mitsubishi-Werk in Normal, Illinois, übernommen, da brach Corona los. „Die Lastwagen mit der Ausrüstung kamen Ende Februar 2020 an, als uns die Pandemie gerade alle nach Hause schickte. Das war hart.“
Rivian hat deshalb lange gezögert, sein Stammwerk für die Presse zu öffnen. Das Interview im August 2023 ist Scaringes erstes Gespräch mit einem deutschen Medium überhaupt. Anderthalb Jahre sind seit der ersten Handelsblatt-Anfrage vergangen – aber jetzt gibt es endlich auch gute Nachrichten. „Wir sind auf dem besten Weg, unsere Produktion im Vergleich zum Vorjahr mehr als zu verdoppeln“, sagt der CEO. Mehr als 50.000 Fahrzeuge will Rivian 2023 bauen.