Immobilien: Diese Bewerberprofile sind in der Branche trotz Krise gefragt
Projektentwickler befinden sich in der Krise, weil steigende Zinsen ihr Geschäftsmodell bedrohen.
Foto: IMAGO/Wolfgang Maria WeberDüsseldorf. Insolvenzen von Projektentwicklern, zahlreiche gestoppte Wohnungsbauprojekte, Zurückhaltung bei den Investoren – die Krise auf dem Immobilienmarkt hält an. Erst vor Kurzem rutschten mit Development Partner, Project-Gruppe und Euroboden namhafte Unternehmen aus der Branche in die Insolvenz. Das wirkt sich auch auf den Arbeitsmarkt aus.
Weil Projektentwicklungen langwierige Prozesse seien, gebe es für die Unternehmen nur wenige kurzfristige Handlungsoptionen, sagt Niklas Köster, Professor für Immobilienwirtschaft an der Fresenius-Hochschule in Hamburg. Deshalb würden sie akut zunächst unter anderem am Personal sparen.
Betriebsbedingte Kündigungen, Freistellungen und Kurzarbeit hätten in der Immobilienbranche seit Anfang des Jahres zugenommen, bestätigt auch Bushra Nadeem, Gründerin und Geschäftsführerin der Personalberatung Artes Recruitment. Projektentwickler und Unternehmen mit ausgeprägtem Fokus auf Immobilientransaktionen verkleinerten zum Beispiel die Geschäftsführung oder besetzten Stellen nicht neu, wenn jemand geht, ergänzt Kathrin von Hardenberg, Gründerin von Indigo Headhunters.
Wenn eine gestandene Persönlichkeit mit 20 Jahren Berufserfahrung im Investmentbereich betriebsbedingt freigestellt werde, seien das auch für sie als Personalberaterin schwierige Gespräche, sagt Nadeem. Darin gehe es dann auch darum, den Betroffenen eine Perspektive aufzuzeigen. Die gibt es trotz der Krise in der Immobilienbranche. Denn während vor allem Projektentwickler, Bau- und Investmentfirmen derzeit besonders unter der veränderten Marktsituation leiden und Stellen abbauen, suchen Firmen in anderen Bereichen nach wie vor neue Mitarbeiter.