Anleihen: Wie Banken die Öl- und Gasindustrie unterstützen
Öffentlich wirbt die Deutsche Bank für Nachhaltigkeit, zugleich ist sie unter Europas Banken der wichtigste Dienstleister für die Öl- und Gasindustrie.
Foto: Imago (3)Berlin. Die Deutsche Bank gehört zusammen mit den US-Finanzhäusern JP Morgan, Citigroup sowie Bank of America zu den wichtigsten Partnern der Öl-, Gas- und Kohleunternehmen. Seit dem Inkrafttreten des Pariser Klimaabkommens im Jahr 2016 haben internationale Großbanken Konzernen wie Shell dabei geholfen, Anleihen über mehr als eine Billion Euro zur Finanzierung unter anderem von fossilen Förderprojekten auszugeben.
Das steht im Widerspruch zu den offiziellen Klimaschutzzielen der Politik, zu denen sich auch die Finanzbranche bekannt hat. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung internationaler Medien, an der das Handelsblatt beteiligt war.
In den vergangenen Monaten haben die niederländischen Rechercheplattformen Investico und Follow the Money zusammen mit zwölf Medien aus zehn Ländern die Finanzierung der internationalen Öl- und Gasindustrie analysiert. Außer dem Handelsblatt haben sich unter anderem „Le Monde“ aus Frankreich, die spanische Zeitung „El Pais“ und der „Guardian“ an dem Projekt mit dem Namen „Great Green Investment Investigation“ beteiligt.
Eine Billion für die Öl- und Gaskonzerne
Ein zentrales Mittel, mit dem Öl-, Gas- und Kohlekonzerne an Geld für Investitionen etwa in neue Fördervorkommen gelangen, sind Anleihen. Diese platzieren sie mithilfe der Banken an den internationalen Kapitalmärkten. Der Recherche zufolge haben Shell, BP und andere Öl- und Kohlekonzerne seit dem Pariser Klimaabkommen im Jahr 2016 bis zum Juni 2023 weltweit 1666 Anleihen mit einem Gesamtvolumen von 1,01 Billionen Euro auf den Markt gebracht.