Energiewende: Schwenk zurück zu Öl und Gas kostet BP Milliarden
London. Der britische Ölkonzern BP rechnet wegen seines Schwenks zurück zu Öl und Gas im vierten Quartal mit Abschreibungen von bis zu fünf Milliarden Dollar. Mit Auswirkungen auf den Gewinn sei nicht zu rechnen, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Details, um welche Projekte es bei den Abschreibungen geht, nannte ein Sprecher nicht. Geschäftszahlen hat BP für den 10. Februar angekündigt.
Allerdings lief es zuletzt auch im Geschäft mit fossilen Brennstoffen schlechter. Auf dem Ölmarkt wächst die Sorge vor einem Überangebot, der Preis ist unter Druck. BP rechnet deswegen für das vierte Quartal mit Belastungen von 200 bis 400 Millionen Dollar beim Öl und 100 bis 300 Millionen Dollar beim Gas. Der Preis für ein Barrel Nordseeöl der Sorte Brent lag von Oktober bis Dezember im Schnitt bei 63,73 Dollar und damit 2,40 Dollar niedriger als im dritten Quartal.
Der neue Verwaltungsratschef Albert Manifold will die Investitionen bei BP von kohlenstoffärmeren Geschäftsfeldern wieder zurück zu Öl und Gas lenken, um die Rentabilität zu verbessern. Seit Jahren hinkt BP bei der Profitabilität Rivalen wie Exxon Mobil und Shell hinterher.
Auch der Schuldenstand soll sinken. Am Jahresende 2025 soll die Verschuldung zwischen 22 und 23 Milliarden Dollar liegen, nach 26,1 Milliarden Dollar zum Ende des Sommerquartals. Bis Ende 2027 sollen es nur noch 14 bis 18 Milliarden Dollar sein.
Eine wichtige Rolle spielt dabei auch der Verkauf von Beteiligungen: Im vierten Quartal seien so rund 5,3 Milliarden Dollar zusammengekommen, 1,3 Milliarden Dollar mehr als bislang angestrebt. Der Verkauf einer Mehrheitsbeteiligung am Schmierstoffgeschäft Castrol für sechs Milliarden Dollar ist darin nicht enthalten.