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NachhaltigkeitBankenverband kritisiert Mängel bei neuer „grüner“ Taxonomie in der EU

Die Green Asset Ratio soll künftig den Anteil klimafreundlicher Geschäfte von Banken messen. Laut Bankenverband gibt es dabei Methodikfehler, die behoben werden müssen. 04.09.2023 - 11:12 Uhr Artikel anhören

In ihrer Studie kam der Bankenverband zu dem Ergebnis, dass die Taxonomie nur etwa 30 Prozent der Wirtschaft erfasst.

Foto: Jörn Wolter / wolterfoto.de

Frankfurt. Der Bankenverband kritisiert die geforderte neue Kennziffer, mit der Geldhäuser bald den Anteil ihrer klimafreundlichen Geschäfte messen sollen. Ab 2024 müssen die Institute unter anderem die sogenannte Green Asset Ratio (GAR) angeben, die diesen Anteil zahlenmäßig erfassen soll. „Doch unsere Analyse der Taxonomiequoten von 450 Unternehmen zeigt: Die GAR bildet die Nachhaltigkeitsprofile der Banken nur unzureichend ab“, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, Heiner Herkenhoff, am Montag zur Vorstellung der Ergebnisse einer Studie.

„Die Green Asset Ratio ist als Steuerungsgröße für die Transformation ungeeignet.“ Laut Verband wurden die Unternehmen in der Studie europaweit aus den Börsen-Leitindizes der zehn größten EU-Volkswirtschaften ausgewählt.

Aus Sicht des Bankenverbands lassen sich bei der GAR Methodikfehler feststellen, die behoben werden müssten. So sollten dem Verband zufolge unter anderen Projektfinanzierungen in die GAR einfließen können, wie etwa von Windparks oder Solarparks. In ihrer Studie kam der Bankenverband zu dem Ergebnis, dass die Taxonomie nur etwa 30 Prozent der Wirtschaft erfasst.

„70 Prozent können damit im regulatorischen Sinne nicht nachhaltig sein. Die Bilanzen der Banken spiegeln jedoch die gesamte Wirtschaft wider“, kritisierte Herkenhoff. Aktuell seien nur etwa sieben Prozent der Wirtschaft nachhaltig im Sinne der Taxonomie. Es sei daher bereits klar, dass die GAR-Kennziffern von Banken sehr niedrig ausfallen werden. Der Blick müsse daher auch auf jene Firmen gerichtet werden, die den Weg in Richtung nachhaltiges wirtschaften erst begonnen hätten oder kurz davorstünden.

Mit der Messung „grüner Investments“ über die GAR soll in der EU auch Wettbewerbsdruck in der Branche für mehr nachhaltige Geschäftsstrategien erzeugt werden. Auch einem Etikettenschwindel bei grünen Investment, was häufig als „Greenwashing“ bezeichnet wird, soll auf diese Weise entgegenwirkt werden.

Was für die GAR-Quote als grün oder klimafreundlich gelten soll, wird dabei nach der EU-Taxonomie oder -Checkliste bemessen. Erwartet wird, dass Investoren von den Instituten zunehmend fordern werden, anzugeben, welche Schritte sie zur Steigerung dieser Kennziffer unternehmen.

rtr
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