FTX: Anklage wirft FTX-Gründer Bankman-Fried Betrug, Diebstahl und Lügen vor
Die Lockenmähne ist ab: Eine Gerichtszeichnerin hat Sam Bankman-Fried im Gerichtssaal festgehalten.
Foto: ReutersNew York. Sam Bankman-Fried legt die Hände in den Schoß und schaut ausdruckslos auf den Richter, als dieser die Anklagepunkte verliest. Der graue Anzug sitzt lockerer als sonst. Der neue, kurze Haarschnitt lässt die dunkle Lockenmähne – einst sein Markenzeichen – nur noch erahnen. Vor ihm steht ein Laptop, auf dem er immer wieder Notizen macht.
Vor einem Jahr war der Gründer der Kryptobörse FTX noch der große Star der Branche. FTX war die weltweit zweitgrößte Handelsplattform für digitale Währungen. SBF, wie er genannt wird, umgab sich mit Sportstars wie Tom Brady und Politikgrößen wie dem früheren US-Präsidenten Bill Clinton und Tony Blair, Großbritanniens früherem Premierminister. Sein Vermögen wurde auf 20 Milliarden Dollar geschätzt.
Nun steht das einstige „Krypto-Wunderkind“ in New York vor Gericht, um sich in sieben Anklagepunkten unter anderem wegen Betrugs und Geldwäsche zu verantworten. FTX musste im November nach einem Bankrun Insolvenz anmelden. Gut neun Milliarden Dollar an Kundengeldern konnten plötzlich nicht mehr ausgezahlt werden. Nun müssen die zwölf Geschworenen entscheiden: Ist Bankman-Fried ein Verbrecher oder sind ihm in einer hoch-volatilen Branche lediglich Fehler unterlaufen?