Luxuskurs: Mercedes nimmt sich Ferrari zum Vorbild
Mercedes-Chefdesigner Gorden Wagener spielt in der Strategie des Dax-Konzerns eine tragende Rolle: Seine Optik soll die Luxusmarke am besten so rentabel wie einen Sportwagenbauer machen.
Foto: Mercedes-Benz AGMünchen. Der erste Eindruck zählt, das gilt auch beim Autokauf. Klobig anmutende Modelle sind daher selten geworden. Selbst viele Elektrohersteller aus China wie BYD, Nio oder Xpeng punkten in Europa zunehmend mit gefälligen Entwürfen. Es gebe „nahezu kein schlechtes Design mehr“, sagte Gorden Wagener, Chefdesigner des Stuttgarter Autobauers Mercedes-Benz, dem Handelsblatt. „Die Fahrzeuge werden mittlerweile auch in Asien von Profis gemacht.“
Zugleich würden sich viele Stromfabrikate in Form und Gestaltung ähneln, um möglichst windschnittig und energieeffizient zu sein. „Wir wollen aus diesem ,sea of sameness‘ herausragen“, sagt Wagener. Während Kunden bei Wettbewerbern wie Tesla lediglich zwischen zwei Felgen und fünf unterschiedlichen Lackierungen wählen können, will die Marke mit dem Stern mehr individuelle Optionen denn je bieten.
„Zu uns kommen viele Leute, die eine Innenausstattung wie in ihrer Jacht oder ihrem Wohnzimmer auch im Auto haben wollen, mitsamt einer speziellen Farbgestaltung“, erklärt Wagener. Es sei wichtig, diese Wünsche zu erfüllen. „Die Kunden sollen sich ihr Traumauto selbst zusammenstellen können. Den Bereich Manufaktur bauen wir aus. Dieses Business ist hochprofitabel.“