Dax-Konzerne: Ein Autohersteller sorgt für Überraschung bei CO2-Bilanz
Die Dax-Konzerne haben ihre CO2-Emissionen im vergangenen Jahr nur geringfügig gesenkt.
Foto: Unsplash (2), dpa (2)Düsseldorf. Die Klimabilanz der deutschen Wirtschaft hat sich im vergangenen Jahr nur geringfügig verbessert. Insgesamt konnten die 40 Dax-Konzerne ihre CO2-Emissionen 2022 im Vergleich zum Vorjahr um knapp 5,5 Millionen Tonnen senken – dies entspricht zwei Prozent. Das ergab eine Handelsblatt-Analyse der Nachhaltigkeitsberichte der größten deutschen Konzerne.
„Eine doppelt so hohe Minderungsgeschwindigkeit wäre nötig“, hält Klimaforscher Manfred Fischedick vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie fest.
An der Spitze des Rankings steht weiter Deutschlands größter Stromproduzent RWE. Mit 92,4 Millionen Tonnen stieß der Konzern 2022 mehr CO2 aus als alle anderen Dax-Unternehmen – und sogar drei Prozent mehr als im Vorjahr.
Immerhin präsentieren sich die Dax-Konzerne besser als 2021. Damals waren die Emissionen des Treibhausgases bei den 40 Konzernen um sechs Prozent gestiegen – bei RWE sogar um 22 Prozent. Nach dem Pandemiejahr 2020 produzierten die Unternehmen schlichtweg wieder mehr Güter und Strom.
Auch 2022 sei kein normales Jahr für die Konzerne gewesen, erläutert Fischedick. „Nach den Produktionsrückgängen im Pandemiejahr 2020 und dem Erholungsjahr 2021 gab es im Jahr 2022 durch den Ukrainekrieg die Notwendigkeit, weniger Erdgas zu verbrauchen.“ Somit mussten einige Konzerne wieder kohlebasierte Produktionsverfahren einsetzen, die die CO2-Bilanz belasten.