Insolvenz: Avateramedical stellt fast alle Mitarbeiter frei
Es sollen rund 300 Millionen Euro seit der Gründung in das Medizinrobotik-Unternehmen Avateramedical geflossen sein.
Foto: avateramedicalKöln. Es sind schwere Zeiten für das Medizinrobotik-Unternehmen Avateramedical aus Jena. Mit eigenem Geld gründeten der Ex-Continental-Chef Hubertus von Grünberg und Jens-Uwe Stolzenburg, Direktor der Urologischen Klinik am Universitätsklinikum Leipzig, das Unternehmen im Jahr 2011, um einen Operationsroboter zu entwickeln. Inzwischen ist die Technologie weit gereift, wird bereits in ersten Kliniken erprobt. Doch die Investoren wollen kein Geld mehr nachschießen.
Rund 300 Millionen Euro sind seit der Gründung in Avateramedical geflossen, heißt es aus Insiderkreisen. Mindestens 250 Millionen Euro kamen von der Tennor Holding des Unternehmers Lars Windhorst, wie aus Pressemitteilungen hervorgeht. Allerdings hat Windhorst die Mehrheit seiner Anteile an H20 Asset weitergegeben, ein französisch-britisches Unternehmen, das auf Anleihe- und Währungsstrategien spezialisiert ist und Pensionsfonds und Versicherungen zu seinen Kunden zählt.
Das investierte Geld dürfte wohl weitgehend verloren sein. Am 10. Oktober hat das zuständige Amtsgericht Erfurt das Regelinsolvenzverfahren eröffnet, wie Avateramedical vergangene Woche in einer Pressemitteilung bekannt gab.
„Im Rahmen der Insolvenzverfahren soll der bereits laufende strukturierte Bieterprozess fortgesetzt werden, um mit wirtschaftlicher Stabilität die fortgeschrittene Produktentwicklung bis zur endgültigen Marktreife umzusetzen“, schreibt das Unternehmen. Geplant war das Verfahren nicht. Ende September sollen sich im Unternehmen kurz vor dem Start der gerichtlichen Insolvenz die Ereignisse überschlagen haben.