Lufthansa: Carsten Spohr macht Druck – trotz Personalmangels
Eine Lufthansa-Crew vor dem Abflug – In Frankfurt starten derzeit viele Flüge mit „minus drei“. Die Kennzahl verheißt nichts Gutes.
Foto: IMAGO/UPI PhotoFrankfurt. Auf den Termin Anfang November dürfte sich Lufthansa-Chef Carsten Spohr schon freuen. Dann darf der oberste Lufthanseat die Zahlen für das dritte Quartal vorstellen. Die werden wohl wegen der starken Nachfrage und hoher Ticketpreise sehr gut ausfallen. Doch Spohr weiß: Ausruhen kann er sich darauf nicht.
Wenn die Lufthansa auch langfristig gut dastehen will, muss der Konzern wachsen: mehr Flüge, mehr Passagiere. Alle zehn Tage bekomme die Gruppe ein neues Flugzeug, sagte Spohr kürzlich bei einem Mitarbeitertreffen in Brüssel. Das koste viel, und irgendwann sei das Geld aufgebraucht. Sein Appell an die Belegschaft: „Deshalb müssen wir effizienter werden.“ Die Beschäftigten sollen produktiver werden, die Jets enger getaktet abheben.
Der Plan sorgt in der Belegschaft für Unruhe, ist der Flugbetrieb doch jetzt schon auf Kante genäht. Zu wenig Personal am Boden und an Bord würden bei Lufthansa, Eurowings, Lufthansa Cityline und Discover Airlines regelmäßig für Flugverspätungen, spontane Dienstverlängerungen, Ruhezeitverkürzungen und instabile Dienstpläne sorgen, schildert Daniel Kassa Mbuambi, der scheidende Chef der Flugbegleitergewerkschaft UFO, die aktuelle Situation.