Ifo-Geschäftsklimaindex: Stimmung in deutschen Unternehmen verbessert sich
Das Geschäftsklima in Deutschland hat sich verbessert.
Foto: dpaBerlin. Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft hat sich im Oktober überraschend deutlich verbessert. Das Ifo-Geschäftsklima stieg zum Vormonat um 1,1 Punkte auf 86,9 Zähler und damit auf den höchsten Stand seit Juli, wie das Münchner Ifo-Institut am Mittwoch zu seiner Umfrage unter rund 9000 Führungskräften mitteilte.
Von Reuters befragte Fachleute hatten nur mit einem Anstieg auf 85,9 Punkte gerechnet. Die Unternehmen waren mit den laufenden Geschäften zufriedener und bewerteten ihre Aussichten zugleich weniger skeptisch als zuletzt. „Die deutsche Wirtschaft sieht einen Silberstreif am Horizont“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest.
Das Ifo-Geschäftsklima gilt als wichtigstes Barometer für die deutsche Wirtschaft. Es hatte sich von Mai bis August vier Mal in Folge eingetrübt und stagnierte im September.
Ökonomen sehen nun eine leichte Stabilisierung, aber keinen Anlass für Konjunktur-Euphorie. „Es ist kaum möglich, einen Lichtblick zu erkennen“, sagte Chefvolkswirt Alexander Krüger von der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank. „Besonders die finstere Lagebeurteilung schärft den Rezessionsblick.“
Zudem dürfte der Nahost-Konflikt die Erwartungen gebremst haben. „Wachstumshoffnungen bleiben für die nächsten Monate begraben.“
„Licht am Ende des Tunnels“
Auch Commerzbank-Chefökonom Jörg Krämer gibt sich vorsichtig. „Das niedrige Niveau des Ifo-Geschäftsklimas legt weiter ein Schrumpfen der deutschen Wirtschaft im zweiten Halbjahr nahe.“ Für das nächste Jahr sei keine kräftige Erholung zu erwarten.
Die deutsche Wirtschaft sieht nach Worten von Ifo-Konjunkturexperte Klaus Wohlrabe immerhin „Licht am Ende des Tunnels“. Das Bruttoinlandsprodukt könne im laufenden vierten Quartal wieder leicht wachsen, sagte der Leiter der Ifo-Umfragen der Nachrichtenagentur Reuters. Es könne zu einem Plus von etwa 0,2 Prozent im Vergleich zum Sommer-Quartal reichen.
Ende 2022 und Anfang 2023 ist Europas größte Volkswirtschaft zwei Quartale in Folge geschrumpft, ehe sie im Frühjahr stagnierte. Die Bundesbank und viele Ökonomen gehen davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt im abgelaufenen Sommer-Quartal gesunken ist. Mit Wachstum rechnen die meisten Experten erst für das kommende Jahr.