Künstliche Intelligenz: Kulturstaatsminister fordert EU-Maßnahmen gegen KI-Holocaust-Bilder
Berlin. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat ein energisches Vorgehen der EU gegen die Verbreitung KI-generierter Holocaust-Bildern und -Filmen gefordert. „Das große Leid der Opfer des Holocaust darf nicht verfälscht und verzerrt werden", sagte Weimer am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. „Ich unterstütze deshalb die Forderung der Gedenkstätten, KI-generierte Bilder eindeutig zu kennzeichnen und wenn nötig zu entfernen", fügte er hinzu.
Wie bereits in der Debatte um KI-generierte sexualisierte Bilder auf der Plattform X forderte Weimer die EU-Kommission auf, entschieden gegen die Betreiber Sozialer Medien vorzugehen: „Wir müssen verhindern, dass mit solchen KI-generierten Bildern oder Videos in Sozialen Medien Geld verdient wird." Das gebiete der Respekt vor Millionen von Menschen, die von der nationalsozialistischen Terrorherrschaft getötet und verfolgt wurden.
„Die Verbreitung manipulierter Bilder führt dazu, dass Geschichte umgeschrieben und letztlich relativiert wird. Der Digital Service Act (DSA) nimmt die Plattformanbieter in die Pflicht", betonte der Kulturstaatsminister in Richtung EU-Kommission.
Die KZ-Gedenkstätten und andere Einrichtungen kritisieren, dass mit KI frei erfundene Szene etwa aus Konzentrationslagern erstellt würden. „Zum einen nutzen sogenannte Content-Farmen die emotionale Wucht des Holocaust, um mit minimalem Aufwand maximale Reichweite zu erzielen", warnten sie in einem offenen Brief. „Zum anderen werden diese Inhalte gezielt eingesetzt, um historische Fakten zu verwässern, Opfer- und Täterrollen zu verschieben oder revisionistische Narrative zu verbreiten."
Der Einsatz von KI auf sozialen Netzwerken gilt auch in anderen Bereichen als großes Problem. Mehrere Regierungen weltweit wollen gegen X und Musks KI-Tool Grok wegen der Erzeugung und Verbreitung sexualisierter Beiträge von Frauen und Kindern vorgehen. Weimer hatte gegenüber Reuters in diesem Zusammenhang von einer „Industrialisierung der sexuellen Belästigung" gesprochen.