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BankenRBI verzeichnet Gewinnrückrang – Rückzug aus Russland steht weiter aus

Niedrigere Erträge aus dem Fremdwährungsgeschäft in Russland seien ein Grund für die schwachen Zahlen. Das Russlandgeschäft will RBI verkaufen oder abspalten. 03.11.2023 - 09:13 Uhr Artikel anhören

Der Gewinn ist um etwa ein Fünftel zurückgegangen.

Foto: Reuters

Wien. Die wegen ihrem Russland-Geschäft unter Druck stehende Raiffeisen Bank International (RBI) hat im dritten Quartal einen Gewinnrückgang um etwa ein Fünftel verbucht. Unter dem Strich sank das Ergebnis um 19 Prozent auf 879 Millionen Euro, wie das Institut am Freitag mitteilte. Analysten hatten allerdings im Schnitt mit einem noch stärkeren Rückgang auf 630 Millionen Euro gerechnet.

Neuigkeiten zum geplanten Russland-Rückzug gab es keine. „Wir arbeiten weiterhin an Optionen, die zur Dekonsolidierung führen. Dabei sind wir auf zahlreiche regulatorische Genehmigungen von russischen und europäischen Behörden angewiesen und können somit das Tempo nur sehr bedingt beeinflussen“, sagte Bankchef Johann Strobl. Im Sommer hatte er eine mögliche Abspaltung bis Jahresende in Aussicht gestellt.

Im operativen Kerngeschäft zeigt sich ein gemischtes Bild: Der Zinsüberschuss legte dank gestiegener Zinsen in vielen Ländern auf 1,44 Milliarden Euro von 1,39 Milliarden Euro zu. Die RBI ist einer der größten Kreditgeber in Osteuropa und darüber hinaus in Russland und Belarus aktiv.

Auch im Gesamtjahr erwartet das Geldhaus stärkere Zuwächse beim Zinsüberschuss. Der Ausblick wurde daher auf 4,2 bis 4,3 Milliarden Euro angehoben, nach zuletzt 3,8 bis 4,0 Milliarden Euro. Inklusive Russland und Belarus werde der Zinsüberschuss zwischen 5,6 und 5,7 Milliarden Euro erwartet. Der Provisionsüberschuss verringerte sich hingegen auf 667 Millionen Euro von 1,12 Milliarden Euro. Grund dafür seien niedrigere Erträge aus dem Fremdwährungsgeschäft in Russland. Das Ergebnis aus dem Wertpapiergeschäft erhöhte sich dagegen um elf Millionen Euro in Russland.

„Wir sind mit dem Verlauf der ersten drei Quartale sehr zufrieden. Die gute Ertragsentwicklung hat sich auch im dritten Quartal fortgesetzt. Gleichzeitig kommt die Rückführung unseres Russlandgeschäfts weiter gut voran“, sagte Strobl. Seit Januar ging das Kreditvolumen in Russland um 30 Prozent zurück. In den ersten drei Quartal wurden die Kredite an Kunden auf 6,3 Milliarden Euro von 13,0 Milliarden Euro mehr als halbiert. Damit sei die Raiffeisenbank Russland mittlerweile nur noch die viertgrößte Tochterbank der RBI, erklärte die Bank. Zudem sei das Zahlungsverkehrsgeschäft mit Russland reduziert und alle Geschäftsbeziehungen mit russischen Korrespondenzbanken beendet worden.

Die RBI steht wegen des Russland-Geschäfts in der Kritik von Investoren, Bankenaufsicht und US-Sanktionswächtern. EZB-Bankenaufseher Andrea Enria sagte erst kürzlich erneut, dass weiterhin Druck auf die in Russland tätigen Banken ausgeübt werde, das Geschäft dort zu verkleinern oder auszusteigen. Neben den Österreichern ist etwa auch die italienische Großbank UniCredit sowie amerikanische Institute dort aktiv.

rtr
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