Tech-Investor: Softbank schreibt Milliardenverlust durch Wework-Insolvenz
Masahiro Son ist mit den Softbank Vision Funds hohe Wetten auf Tech-Start-ups eingegangen. Trotz Währungsverlusten könnte das nun das nächste große Invest ermöglichen.
Foto: ReutersTokio. Der größte Tech-Investor der Welt verliert weiter Milliarden. Die japanische Softbank hat am Donnerstag einen Halbjahresverlust in Höhe von 907 Milliarden Yen (5,6 Milliarden Euro) verkündet. Es ist ein erheblicher Rückschlag für den Konzern, der nach zwei sehr verlustreichen Jahren wieder in die Gewinnzone zurückkehren will.
Softbank leidet dabei weiter unter dem Verfall der Tech-Aktien und vor allem der japanischen Landeswährung Yen: In der Bilanz der ersten Hälfte des seit April laufenden Geschäftsjahres stehen allein Währungsverluste in Höhe von vier Milliarden Euro.
Das Kernproblem für Softbank bleibt damit die Negativzinspolitik der japanischen Notenbank. Während in anderen Ländern die Zentralbanken ihre Zinsen angehoben haben, um die Inflation zu bekämpfen, bleibt die Bank of Japan ihrer Politik des billigen Geldes treu.
Durch die große Zinsdifferenz zu anderen Ländern hat der Yen gegenüber dem Dollar seit 2022 mehr als ein Viertel an Wert verloren. Dadurch steigen die in Dollar aufgenommenen Schulden bei der Umrechnung in Yen, was zu den erheblichen Währungsverlusten führte.
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Für das Ergebnis keine Rolle spielt die Pleite des Büroflächenanbieters Wework, in das Softbank viel Geld gesteckt hatte. Die ursprünglichen Investitionen seien längst abgeschrieben, teilte der Konzern mit. Tatsächlich landete der Gesamtbereich Investitionen knapp im Plus, was vor allem dem erfolgreichen Börsengang des britischen Chipdesigners Arm geschuldet ist.
„Der Börsengang von Arm war ein positiver Meilenstein“, kommentierte Softbanks Finanzchef Yoshimitsu Goto am Donnerstag. Beim Börsengang im September hatte der Investor 5,1 Milliarden Dollar für den Verkauf von zehn Prozent seiner Anteile eingenommen.
Son könnte bei OpenAI einsteigen
Am Ende des Halbjahres war Arm an der Börse 55 Milliarden Euro wert, was sich dank des hohen Aktienbesitzes von Softbank in dessen Bilanz niederschlägt. Als Kaufpreis für das britische Unternehmen hatte der japanische Investor im Jahr 2016 allerdings 30 Milliarden Euro bezahlt. Das zahlt sich aus, denn wie von Son geplant, liefert Arm inzwischen nicht nur das Design für Mobilfunkchips, sondern auch Chips für Computer und Anwendungen der Künstlichen Intelligenz (KI).
Wework und Arm sind prominente Beispiele für die riskanten Wetten auf Mega-Start-ups des Softbank-Gründers Masahiro Son. Über seine beiden Softbank Vision Funds und andere Instrumente hat er seit 2017 weit mehr als 100 Milliarden Euro in Start-ups investiert.
Das Unternehmen habe das Schlimmste hinter sich und sei auf dem Wege zur Rentabilität, hieß es am Donnerstag bei Softbank.
Foto: ReutersDer erfolgreiche Arm-IPO ermöglicht es Investor Son nun, erneut in die Offensive zu gehen. Aufgrund der Baisse der Tech-Aktien und seiner hohen Verluste hatte der Gründer im vergangenen Jahr das Investieren weitgehend eingestellt. Nun ist er wieder auf der Suche nach KI-Unternehmen.
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Für das Gesamtjahr von Softbank ist die Zwischenbilanz ein schlechtes Zeichen. 2022 hatte das Unternehmen mit einem Minus von rund 6,6 Milliarden Euro abgeschlossen. Damals war im ersten Halbjahr allerdings noch ein operativer Gewinn in Höhe von 1,8 Milliarden Euro erwirtschaftet worden.