Bilaterale Beziehungen: Finnland schließt vier Grenzübergänge nach Russland
Unter anderem die Grenzkontrollstelle Vaalimaa zwischen Finnland und Russland wird geschlossen.
Foto: dpaHelsinki. Finnland schließt ab dem frühen Samstagmorgen vier Grenzübergänge zu Russland. Damit soll der Zustrom von Asylbewerbern gestoppt werden, der nach Ansicht der finnischen Regierung von Moskau angezettelt wurde. Der finnische Grenzschutz teilte am Freitagabend mit, ab Mitternacht Ortszeit würden an den Grenzübergängen Vaalimaa, Nuijamaa, Imatra und Niirala im Südosten Finnlands Sperren errichtet. Über diese Grenzübergänge läuft ein Großteil des Reiseverkehrs zwischen Finnland und Russland.
„Heute sind wieder über 100 irreguläre Einwanderer in den südöstlichen Bezirk Finnlands gekommen“, sagte Hauptmann Jussi Vainikka vom finnischen Grenzschutz gegenüber Reuters in Nuijamaa. Am Montag seien es 39 gewesen, am Mittwoch 75. Nach Auffassung der finnischen Regierung schleust Russland verstärkt Migranten über die finnischen Grenzen. Damit wolle Russland Finnland für seine Entscheidung bestrafen, bei der Verteidigung enger mit den USA zusammenzuarbeiten. Russland hat dies zurückgewiesen.
Finnlands 1340 Kilometer lange gemeinsame Grenze mit Russland ist auch eine Außengrenze der EU. Nach Angaben des Grenzschutzes sind in dieser Woche rund 300 Asylbewerber, vor allem aus dem Irak, Jemen, Somalia und Syrien, in Finnland eingetroffen.
Die russische Regierung teilte am Freitag mit, Finnland begehe mit der Schließung der Grenzübergänge einen „großen Fehler“ und zerstöre die bilateralen Beziehungen.
Die EU-Grenzschutzagentur Frontex erklärte am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, sie werde Beamte nach Finnland entsenden, um den Grenzschutz zu unterstützen.