Zehn Jahre Maidan in Kiew: Die Zukunft gehört einer neuen Generation
Der Platz Maidan Nesaleschnosti in der Hauptstadt Kiews war in der jüngeren Geschichte der Ukraine immer wieder Treffpunkt wichtiger politischer Protestbewegungen.
Foto: ReutersZehn Jahre sind seit dem Moment vergangen, an dem Wiktor Janukowytsch, der damalige ukrainische Präsident, auf Druck Russlands auf die Unterzeichnung eines Assoziierungsabkommens mit der EU verzichtete, was die Maidan-Revolution auslöste.
Mehr als 100 Menschen starben schließlich im Februar 2014 im Rahmen der bewaffneten Auseinandersetzung mit Spezialeinheiten der Polizei um den Kiewer Unabhängigkeitsplatz.
Während Janukowytsch nach Russland fliehen musste, ist die Ukraine mittlerweile offizieller EU-Beitrittskandidat und könnte bald sogar Beitrittsverhandlungen aufnehmen – eine Perspektive, die im November 2013 als vollkommen unrealistisch erschien. Auf einem anderen Blatt stehen fast zehn Jahre Krieg, fünf teilweise besetzte Gebiete, zahlreiche zerstörte Dörfer und Städte sowie mindestens Zehntausende tote Zivilisten.
Während des Aufstandes moderierte Selenski noch im russischen Staatsfernsehen
Obwohl er mit der Maidan-Revolution eigentlich nichts zu tun hatte, steht kaum jemand so sehr für tektonische Veränderungen in diesen zehn Jahren wie der Mann, den die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) besonders gern in Kiew und woanders trifft: Wolodimir Selenski.
Noch während des Maidan, in der Ukraine auch als „Revolution der Würde“ bekannt, moderierte der damals auch in Russland als A-Promi geltende Selenski eine Neujahresgala im russischen Staatsfernsehen.