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EZBDas sagt EZB-Präsidentin Lagarde zu den Zinsaussichten und zur Marktsituation

Live-BlogDie EZB hat den Einlagenzins im Euro-Raum zum sechsten Mal seit 2024 gesenkt. Auch ändert sie das Wording an einer sehr wichtigen Stelle. Die Pressekonferenz zum Nachlesen.Leonidas Exuzidis, Stefan Reccius 06.03.2025 - 15:53 Uhr aktualisiert Artikel anhören

EZB-Präsidentin Christine Lagarde am Donnerstag.

Foto: Reuters
06.03.2025 – 13:34 Uhr Leonidas Exuzidis
  • EZB senkt Einlagenzins auf 2,5 Prozent

  • Notenbank schwächt ihre bisherige Einschätzung ab, wonach die Zinsen die Wirtschaft im Euro-Raum bremsen.

  • Auch hat die EZB neue Projektionen vorgelegt
06.03.2025 – 13:41 Uhr Leonidas Exuzidis
06.03.2025 – 14:46 Uhr Leonidas Exuzidis
Der nächste Zinsentscheid der EZB findet unmittelbar vor dem Osterfest statt, am 17. April. Wir bedanken uns für Ihr Interesse am heutigen Tag und wünschen noch eine sonnige Rest-Woche.
06.03.2025 – 14:45 Uhr Leonidas Exuzidis
Durch das angepasste Wording im Statement und die folgenden Aussagen in der Pressekonferenz hat Lagarde die Märkte auf eine Zinspause eingestellt. Sie ließ sich jedoch keinerlei Signale entlocken, ob diese womöglich schon im April ansteht. Klar ist jedoch: Die Richtung der Zinsen ist nicht mehr uneingeschränkt nach unten. 

Die neue fiskalische Realität wird das Wachstum im Euro-Raum stärken, so viel ist klar. Wie genau der Effekt auf die Konjunktur und somit auch die Inflation ist, werden die EZB-Ökonomen nun prüfen. Lagarde nutzte die Gelegenheit jedoch, um mehrfach auf den hohen Grad an politischer und wirtschaftlicher Unsicherheit hinzuweisen. Aus diesem Grund sei ein datengetriebener Ansatz erst recht erforderlich.
06.03.2025 – 14:41 Uhr Leonidas Exuzidis
Die Pressekonferenz ist beendet.
06.03.2025 – 14:40 Uhr Leonidas Exuzidis
Lagarde verdeutlicht ihren persönlichen Standpunkt zum Zoll-Streit mit den USA: Europa müsse aus einer „Position der Stärke“ in Verhandlungen gehen. Klar und unbestreitbar sei, dass Zölle – und auch ihre bloße Androhung – einen strikt negativen Effekt auf Wachstum haben. Darüber herrsche Einigkeit im EZB-Rat.
06.03.2025 – 14:33 Uhr Leonidas Exuzidis
Eine Frage bezieht sich auf die Wortwahl von Friedrich Merz. Für die Sicherheit Deutschlands und Europas gelte nun „whatever it takes“, hatte der neue Bundeskanzler in Bezug auf das Fiskalpaket gesagt. Mit diesen Worten hatte der frühere EZB-Chef Mario Draghi einst den Euro gerettet. Es liege nicht an ihr, diese Wortwahl zu kommentieren, sagt Lagarde. Diese Rolle komme den betroffenen Politikern zu.
06.03.2025 – 14:27 Uhr Leonidas Exuzidis
Olaf Storbeck von der „Financial Times“ fragt ganz konkret: Die weitere Ausrichtung der Zinsen sei also nicht mehr klar? Die Situation sei nicht schwarz oder weiß, sagt Lagarde. Das Ziel sei klar: Die EZB will die Inflation auf zwei Prozent drücken. Zu diesem Zweck werde sie die Maßnahmen ergreifen, die dafür nötig sind.
06.03.2025 – 14:21 Uhr Leonidas Exuzidis
The landscape that we have at the moment is clouded with uncertainty.
Christine Lagarde
06.03.2025 – 14:21 Uhr Leonidas Exuzidis
Bislang hat die EZB klar kommuniziert, dass die weitere Zins-Richtung klar sei: nach unten. Sei das noch immer der Fall, wollen zwei Journalisten wissen. Lagarde antwortet ausweichend und verweist auf den hohen Grad an Unsicherheit, mit dem der EZB-Rat derzeit konfrontiert sei. Man müsse „wachsam“ sein und „agil“ in Bezug auf die neu eingehenden Daten. 

Das lässt den Schluss zu: Eine baldige Zinspause ist ein realistisches Szenario.
06.03.2025 – 14:17 Uhr Leonidas Exuzidis
Die heutige Entscheidung sei ohne Gegenstimme gefallen, sagt Lagarde. Lediglich Robert Holzmann, Chef der Notenbank von Österreich und bekanntlich Anhänger einer strikten Geldpolitik, habe sich enthalten. 
06.03.2025 – 14:25 Uhr Tobias Döring
Christine Lagarde Reuters
06.03.2025 – 14:15 Uhr Leonidas Exuzidis
Manche werden es frustrierend finden. Aber jede andere Aussage wäre verantwortungslos.
Christine Lagarde über die Datenorientierung der EZB
06.03.2025 – 14:14 Uhr Leonidas Exuzidis
Jüngste Daten würden darauf hindeuten, dass die Kreditvergabe zuletzt leicht angezogen hat, präzisiert Lagarde. Die Entwicklung in den vergangenen Monaten habe dazu geführt, das Wording im Statement anpassen zu wollen.

Lagarde betont, der Grad an Unsicherheit sei aktuell „hoch“. Auch das sei im Statement ausreichend berücksichtigt. Dort heißt es: „Insbesondere in der gegenwärtigen Situation, die von wachsender Unsicherheit geprägt ist, wird die Festlegung des angemessenen geldpolitischen Kurses von der Datenlage abhängen und von Sitzung zu Sitzung erfolgen.“

Wenn die einhergehenden Daten eine weitere Senkung der Zinsen nahelegen, werde man dies tun. Wenn das nicht der Fall ist, werde man die Zinsen nicht weiter senken. Ergo: Man verfolge weiter strikt einen datenabhängigen Ansatz. „Manche werden es frustrierend finden“, sagt Lagarde. „Aber jede andere Aussage wäre verantwortungslos.“ 
06.03.2025 – 14:09 Uhr Leonidas Exuzidis
Die fiskalischen Schritte auf europäischer und deutscher Ebene in dieser Woche seien „work in progress“, sagt Lagarde. Man könne noch keine Aussagen darüber treffen, wie der Effekt auf Wachstum und Inflation sei. Man sei sich im EZB-Rat jedoch einig, dass diese schuldenfinanzierten Investitionen einen „Wachstumsschub“ auslösen würden.
06.03.2025 – 14:06 Uhr Leonidas Exuzidis
Nun folgen die Fragen der Journalistinnen und Journalisten. Ein Bloomberg-Reporter fragt nach den weiteren Zinsaussichten und dem abgeschwächten Wording im EZB-Statement. „Die Geldpolitik wird spürbar weniger restriktiv“, heißt es nun.

In der Änderung seien die bisherigen Schritte stärker berücksichtigt, sagt Lagarde. Immerhin hat die EZB die Zinsen seit Sommer um nunmehr 1,5 Prozentpunkte reduziert. Sie verweist aber auch darauf, dass die Kreditvergabe „insgesamt gedämpft“ bleibe. Zu einer möglichen Zinspause im April äußert sich Lagarde nicht.
06.03.2025 – 13:59 Uhr Leonidas Exuzidis
Investitionen in die Verteidigung und in Infrastruktur könnten das Wachstum im Euro-Raum ankurbeln, sagt Lagarde. Das gelte jedoch auch für die Inflation. 

Dazu dürfte es gleich Nachfragen geben. Schließlich investiert Deutschland als größte Volkswirtschaft im Euro-Raum Hunderte Milliarden Euro in Rüstung und Infrastruktur.
06.03.2025 – 13:57 Uhr Leonidas Exuzidis
Ein Großteil der Inflationskomponenten entwickle sich in die gewünschte Richtung. Dazu zählt auch der Posten Dienstleister, der der EZB in der Vergangenheit Sorge bereitet hat. Dienstleistungen verteuerten sich im Februar um 3,7 Prozent, nachdem der Wert zuletzt um 4,0 Prozent gependelt war. Dieser Wert ist aber noch immer zu hoch, als dass er mit dem EZB-Ziel einer Gesamtinflationsrate von glatt zwei Prozent vereinbar ist. Die Gesamtinflation lag im Februar bei 2,4 Prozent.

06.03.2025 – 13:54 Uhr Leonidas Exuzidis
Die nach unten angepassten Wachstumserwartungen begründet Lagarde im Übrigen mit schwächeren Exportaussichten und einer hohen handelspolitischen und politischen Unsicherheit. Die Aussichten haben sich in dieser Woche nochmal eingetrübt.

Der Arbeitsmarkt sei jedoch anhaltend robust, die Arbeitslosenquote auf historisch niedrigem Niveau, betont Lagarde. Jedoch habe sich die Arbeitsnachfrage zuletzt abgeschwächt. 
06.03.2025 – 13:51 Uhr Leonidas Exuzidis
Zur Begründung für das neue Wording heißt es, die Zinssenkungen vergünstigten die Aufnahme neuer Kredite für Unternehmen und private Haushalte und das Kreditwachstum ziehe an. 
Die EZB-Notenbanker schränken in ihrem Statement allerdings ein: „Zugleich wird die Lockerung der Finanzierungsbedingungen dadurch gebremst, dass sich frühere Zinserhöhungen nach wie vor auf den Kreditbestand auswirken.“ Sie kommen deshalb zu dem Schluss, dass die Kreditvergabe „insgesamt gedämpft“ bleibe.
06.03.2025 – 13:47 Uhr Leonidas Exuzidis
Die Pressekonferenz beginnt. Wie gewohnt verliest Lagarde zunächst die neuen Beschlüsse.
06.03.2025 – 13:43 Uhr Leonidas Exuzidis
Turnusmäßig hat die EZB auch neue Projektionen zu Inflation und Wachstum vorgelegt. Sie erwartet in diesem Jahr nunmehr eine Inflationsrate von 2,3 Prozent (vorher 2,1 Prozent). Die Notenbank begründet die neue Prognose mit gestiegenen Energiepreisen. 2026 soll die Inflation bei 1,9 Prozent und 2027 bei zwei Prozent liegen.
Ihre Wachstumsprognose für 2025 und 2026 hat die EZB um jeweils 0,2 Prozentpunkte abgesenkt. Dieses Jahr erwarten die Ökonomen der Notenbank ein Wachstum von 0,9 Prozent in der Euro-Zone, nächstes Jahr 1,2 Prozent. 2027 soll die Euro-Wirtschaft um 1,3 Prozent wachsen. 

Die Aussagekraft der Prognosen ist jedoch begrenzt. Experten weisen darauf hin, dass sie durch die Entwicklungen der vergangenen Tage bereits überholt sind. Die EZB konnte sie nicht mehr in ihren Prognosen berücksichtigen.
06.03.2025 – 13:41 Uhr Leonidas Exuzidis
Auch die Situation an den Kapitalmärkten dürfte zur Sprache kommen. In dieser Woche herrscht eine hohe Volatilität. Deutschlands Schuldenpläne etwa haben zu einem neuen Dax-Rekord geführt und auch die Anleiherenditen deutlich ansteigen lassen. Die Verzinsung für zehnjährige deutsche Bonds liegt auf dem höchsten Niveau seit Herbst 2023, die für Frankreich gar auf dem höchsten Stand seit 2011.
06.03.2025 – 13:37 Uhr Leonidas Exuzidis

Der heutige Entscheid ist nicht überraschend: Die EZB senkt den Einlagenzins um weitere 25 Basispunkte auf nunmehr 2,5 Prozent. Das war mit breiter Mehrheit so erwartet worden.

Allerdings steht nun eine sehr spannende Pressekonferenz an. Präsidentin Christine Lagarde dürfte sofort zu den weiteren Zins- und Konjunkturaussichten befragt werden. Die Notenbanker schwächten ihre bisherige Einschätzung ab, wonach die Zinsen die Wirtschaft im Euro-Raum nach wie vor bremsen. „Die Geldpolitik wird spürbar weniger restriktiv“, heißt es nun. Die Notenbanker haben sich also für eine Kompromissformel entschieden, statt die Wertung „restriktiv“ ganz zu streichen. Zur Begründung heißt es, die Zinssenkungen vergünstigten die Aufnahme neuer Kredite für Unternehmen und private Haushalte und das Kreditwachstum ziehe an.

06.03.2025 – 13:32 Uhr Leonidas Exuzidis

Hallo und herzlich willkommen zur Pressekonferenz im Anschluss an den Zinsentscheid der EZB.

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