Lukratives Buch: Wie Sarrazin Millionär wurde
Mit seinem Buch "Deutschland schafft sich ab" hat Thilo Sarrazin prächtig verdient.
Foto: dpaDüsseldorf. Es war der erfolgreichste Tabubruch aller Zeiten: Mit seinem Buch "Deutschland schafft sich ab - Wie wir unser Land aufs Spiel setzen" schaffte Thilo Sarrazin vor zwei Jahren aus dem Stand gleich zwei Rekorde. Jeder sprach über das Werk, in dem er die Kombination von Geburtenrückgang, Zuwanderung und einer wachsenden Unterschicht brandmarkte, Zitat aus dem Klappentext: "Die Deutschen werden nicht nur älter und immer weniger, sondern auch dümmer und abhängiger von staatlichen Zahlungen."
Das Buch bestimmte monatelang die öffentliche Diskussion, spaltete und schuf Fronten zwischen Befürwortern und Kritikern. Als Folge der aufgeheizten Diskussionen über Sarrazins Thesen entstand der Begriff "Wutbürger", der prompt 2010 zum Wort des Jahres wurde.
Gleichzeitig machte es den Autor reich. Nur ganz selten erreichen Sachbücher solche Erfolgszahlen: Die Startauflage von 25 000 Exemplaren war schon vor dem Erscheinen im August 2010 vergriffen, eine Woche später wurde bereits die vierte Ausgabe gedruckt. Bis Anfang dieses Jahres, als die Taschenbuchversion erschien, waren rund 1,5 Millionen Exemplare des Hardcovers verkauft.
Wie viel genau ihm das Buch eingebracht hat, hat Sarrazin nie verraten. Aber als im Dezember 2010 in einer ZDF-Talkshow Moderator Benjamin von Stuckrad-Barre die Einnahmen aus dem Buch auf rund drei Millionen Euro schätzte, widersprach er nicht, sondern deutete sogar an, dass die Einnahmen noch höher lägen.
Und noch immer geht der frühere Berliner Finanzsenator mit dem Buch auf Lesereise. In den nächsten Monaten ist er abwechselnd mit dem alten und dem neuen Titel unterwegs. Sein erster Auftritt mit dem neuen Euro-Titel ist am kommenden Dienstag in Potsdam.
Für sein Berufsleben hatte das Deutschland-Buch Konsequenzen: Die Deutsche Bundesbank, in deren Vorstand Sarrazin saß, warf ihm vor, er habe mit seinen Thesen ihr Ansehen beschädigt. Er verließ die Bank zum Oktober 2010.
Die SPD, der er seit 1973 angehört, tat sich schwerer mit ihrem polemisierenden Mitglied: Erst im April 2011 überstand er ein Parteiausschlussverfahren. In einer persönlichen Erklärung hatte er zuvor erklärt, er habe "zu keiner Zeit die Absicht gehabt, mit meinen Thesen sozialdemokratische Grundsätze zu verletzen".