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100. WeltfrauentagUnsere Frauen des Jahres!

Sie berühren, beeindrucken oder machen die Welt ein bisschen besser: Zum Weltfrauentag haben wir uns gefragt, welche Frauen uns in der vergangenen Zeit besonders bewegt haben. Diesen Heldinnen wollen wir Danke sagen.Dana Heide, Tobias Döring, Christof Kerkmann und Carina Kontio, Martin Dowideit, Tobias Jobke, Désirée Linde 08.03.2013 - 19:06 Uhr Artikel anhören

Die Wirtschafts-Nobelpreisträgerin Elinor Ostrom ist im vergangenen Juni im Alter von 78 an Krebs gestorben.

Foto: ap

Düsseldorf. Elinor Ostrom ist einer dieser Frauen, vor deren Leistung ich den Hut ziehe. Die Amerikanerin hat gleich zwei Dinge geschafft, die beeindruckend sind. Sie hat ein Dogma gestürzt, indem sie bewiesen hat, dass gemeinschaftlicher Besitz an natürlichen Ressourcen nicht zu dessen Ruin führt. Mit ihren Arbeiten hat die leidenschaftliche und humorvolle Politikwissenschaftlerin, die vor neun Monaten im Alter von 78 Jahren gestorben ist, die neoliberale Überzeugung widerlegt, dass der Mensch ein egoistisch handelndes Wesen ist - die heilige Kuh der Ökonomie.

Dafür heimste Ostrom vor vier Jahren als erste Frau überhaupt in der pompösen Stockholmer Konzerthalle den Wirtschaftsnobelpreis ein. Und zwar nicht für ein Modell, das kaum ein Laie versteht, denn Ostroms Arbeiten über philippinische Fischer und Schweizer Bergbauern sind herrlich anschaulich. Damit hat sie es weit gebracht, obwohl sie in den 50er Jahren nicht zum Ökonomiestudium zugelassen wurde, weil das für Frauen als „ungeeignet“ bezeichnet wurde.

Warum Beziehungen für Frauen wichtiger sind
Von klein auf verhalten sich die Geschlechter sehr unterschiedlich. Die Psychologie erklärt das mit den ungleichen Entwicklungsanforderungen, die an Mädchen und Jungen gestellt werden. So reagieren Mädchen schon im Kindergartenalter auf Fotos oder Erzählungen mit negativem Inhalt einfühlsamer als Jungen.
Mädchen teilen bereitwilliger mit anderen als Jungen. Und Mädchen im Grundschulalter kümmern sich mehr um kranke Kinder als Jungen.
Mädchen spielen bereits im Kindergartenalter intimere Spiele, während Jungs Konkurrenzspiele bevorzugen.
Während Jungen dazu neigen, andere zu unterbrechen und zu bedrohen, um ihre Interessen durchzusetzen, versuchen Mädchengruppen Konsens herzustellen und achten darauf, dass jedes Mitglied einer Gruppe zu seinem Recht kommt.
Mädchen sprechen mehr miteinander über ihre Gefühle, tauschen "Geheimnisse" aus und zeigen im alter von 11 Jahren mehr Einfühlungsfähigkeit als Jungen. Und sie denken mehr über sich und andere Menschen nach.
Mädchen sind mehr als Jungs daran interessiert, stabile Freundschaften aufzubauen und zu erhalten.
Mädchen machen Vorschläge, während Jungen direkte Anweisungen geben, um andere Menschen zu beeinflussen. In Beziehungen lernen Jungen sehr früh, in Beziehungen der dominante Teil zu sein und treffen auf Mädchen, die gelernt haben, Rücksicht zu nehmen und auf Gegenseitigkeit Wert zu legen.
Anders als Jungs, die sich meist nur auf ihre eigenen Interessen konzentrieren und sich kaum "in die Schuhe anderer stellen", machen Mädchen sich Gedanken, wie ihre Gefühle und ihre Wünsche auf andere wirken. Sie haben "Beziehungsachtsamkeit".
Mädchen sind schon als Dreijährige deutlich seltener zum Leistungswettbewerb mit Gleichaltrigen bereit als Jungen. (Quelle: Ursula Nuber, "Was bin ich ohne dich?", Campus-Verlag)

Jahrelang hat sich die geistreiche Forscherin mit der Frage beschäftigt, wie es gelingen kann, mit gemeinsam genutzten, knappen Ressourcen wie Wäldern, Meeren oder der Atmosphäre so umzugehen, dass alle Menschen ihre Bedürfnisse langfristig befriedigen können. Sie plädiert dafür, die Menschen vor Ort an der Lösung der Probleme zu beteiligen und deren Fähigkeit zur Selbstorganisation wahrzunehmen und zu unterstützen. Nur so entstehen Respekt, Zusammenhalt und Verantwortlichkeit für die Gemeingüter dieser Welt.

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