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Chrysler PT CruiserGebrauchter mit miesen Noten

Der PT Cruiser von Chrysler erinnert an die Form eines Oldtimers aus Vorkriegszeiten. Das Modell ist nur noch als Gebrauchter zu haben. Optisch ist er auffällig – aber beinahe genauso unzuverlässig. 30.06.2013 - 10:14 Uhr Quelle: dpaArtikel anhören

Optisch und technisch auffällig: der PT Cruiser von Chrysler.

Foto: dpa

Berlin. Viele Autos haben eine gewisse Retro-Optik. Der PT Cruiser von Chrysler ist mit den weit ausgestellten Radkästen sehr auffällig. Das Modell wurde bereits eingestellt. Man kann ihn nur noch als Gebrauchtwagen kaufen.

Mit Blick auf die Kfz-Hauptuntersuchungen (HU) stellt der „TÜV Report 2013“ fest: Die Qualität ist schlecht. Achsen und Lenkungen seien äußerst anfällig. Schlechte Noten gibt es auch für die Haltbarkeit von Lampen und Blinkern, die Einstellung der Scheinwerfer und den überdurchschnittlichen Verschleiß von Bremsscheiben und -leitungen. Solide seien Schalldämpfer und Auspuffanlage, und der Rost setzt beim PT Cruiser erst recht spät an.

Kaum besser fällt das Urteil des ADAC aus, in dessen Pannenstatistik der Wagen heute wegen sinkender Zulassungszahlen nicht mehr auftaucht. Vereinzelt registrierte der Club durchgebrannte Zylinderkopfdichtungen – meist bei Benzinern von 2001. Relativ häufig traten Störungen im Motormanagement auf (Benziner 2001, Diesel 2002/2003). Auch Lenkschlösser waren häufiger blockiert (bis 2002), bei Fahrzeugen von 2000 und 2002 rissen die Antriebsriemen. Alles in allem sei der Wagen nur durchschnittlich zuverlässig.

Als der PT Cruiser 2000 auf den Markt kam, schauten viele auf das Design. Die Urteile reichten von gelungen bis gewagt. 2006 überarbeite der Hersteller den Fünfsitzer leicht, 2010 stellte er die Produktion ein. In Deutschland endete der Verkauf offiziell 2009. Zwischenzeitlich war eine Cabrioversion mit vier Sitzen im Angebot.

Für Schwung sorgen beim frontgetriebenen PT Cruiser lediglich Reihenvierzylinder. Die Benzinmotoren schöpfen je nach Baujahr aus 1,6 bis 2,5 Litern Hubraum 116 PS bis 223 PS. Die Diesel kommen auf 121 PS bis 150 PS – bei jeweils knapp 2,2 Liter Brennkammervolumen. Das Cabrio wurde lediglich mit Ottomotoren von 143 PS und 223 PS angeboten.

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Nur etwas für leidensfähige Fans sei der PT Cruiser, steht im „TÜV Report 2013“. Die können bei durchschnittlichem Pflegezustand ab etwa 1.850 Euro zuschlagen. Diesen Richtpreis nennt die Schwacke-Liste für einen PT Cruiser 1.6 Classic von 2001 mit einem Einstiegsbenziner und einer durchschnittlichen Tacholeistung von 153.200 Kilometern. Teurer wird ein offenes Modell von 2007: Um die 6.700 Euro müssen Interessenten für einen PT Cruiser Cabrio 2.4 Touring mit 143 PS einplanen (74.000 Kilometer). Noch gut 5.000 Euro dürften für einen Diesel 2.2 CRD Limited mit 150 PS von 2005 verlangt werden (172.600 Kilometer).

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt
Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.
Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.
Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.
Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.
Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.
Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.
Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.
Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.
Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.
Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

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