Konzern Versicherungskammer: „Diversity ist unverzichtbar für den Unternehmenserfolg“
"Die Botschaft von der Bedeutung des Themas Diversity ist in der Breite angekommen."
Foto: Konzern VersicherungskammerDas Thema Diversity findet im Konzern Versicherungskammer große Beachtung. Jüngstes Beispiel: Der von Ihnen in Zusammenarbeit mit der Hans-Seidel-Stiftung ausgelobte Preis „Diversity meets Journalism“ für junge Journalistinnen und Journalisten, der Ende vergangenen Jahres zum ersten Mal verliehen wurde. Was hat Ihr Unternehmen zu diesem Wettbewerb motiviert?
In der Tat haben wir das Thema Diversity schon seit längerem in all unseren Konzernunternehmen verankert. Wir wollen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch vielfältige Initiativen sensibilisieren und waren damit bislang auch recht erfolgreich. Das zeigt sich mitunter darin, dass sich viele Kolleginnen und Kollegen in unseren Projekten engagieren, Veröffentlichungen rund um das Thema folgen und wir auch viel positives Feedback bekommen. Viele derer, die sich einbringen, was ja ausschließlich auf Freiwilligkeit beruht, haben großes Interesse, die Themen aktiv im Haus zu positionieren und neue Ideen zu entwickeln.
Mit dem Wettbewerb wollten wir diesen Ansatz nun stärker auch nach außen tragen und zeigen, dass es sich lohnen kann, den Konzern Versicherungskammer nicht nur im Zusammenhang mit Berichterstattung über Versicherungsthemen wahrzunehmen. Aus unserer Erfahrung mit dem Thema wissen wir natürlich, dass so etwas Zeit braucht. Aber der Preis soll ja auch keine einmalige Sache bleiben, sondern weiterhin ausgelobt werden.
Wie war die Resonanz auf die Ausschreibung des Wettbewerbs?
Wir sind insgesamt zufrieden. Sicher hätten wir ein paar Bewerbungen mehr auch noch bewältigen können, aber die Zahl der eingereichten Beiträge war groß genug, um der Jury bei ihrer Auswahl einiges Kopfzerbrechen zu bereiten. Und das Interesse hat uns gezeigt, dass es sich auf alle Fälle lohnt, den Wettbewerb fortzusetzen.
Der Wettbewerb richtete sich gezielt an den journalistischen Nachwuchs. Sehen Sie die junge Generation eher als möglichen Multiplikator für das Thema Diversity?
Nicht unbedingt – ich glaube, dass man Menschen über alle Altersstufen hinweg für das Thema begeistern kann. Im Konzern Versicherungskammer haben wir 2013 zunächst damit begonnen, gezielt Angebote zu schaffen, um den Aufstieg von Frauen in Führungspositionen zu fördern. Über die Jahre haben wir gesehen, dass dies unvermindert wichtig ist und bleibt, wir uns über die Frauenförderung hinaus jedoch weiteren Themen widmen sollten. So ist unsere heute sehr breite Diversity-Initiative entstanden. Eine, aus dem Gesamtprogramm entstandene Initiative ist die der Tandems, speziell auch der Führungstandems.
Unsere Angebote finden zwischenzeitlich ein großes Echo in der Belegschaft, zumal sie ja auch die Wahrnehmung unseres Unternehmens in der Öffentlichkeit positiv beeinflussen können. Sicher gibt es immer noch den einen oder die andere, die auf dem Standpunkt stehen: „Haben wir nichts Wichtigeres zu tun?“ – Aber der größte Teil unserer Mitarbeitenden erkennt inzwischen die Mehrwerte und die Botschaft von der Bedeutung des Themas Diversity ist in der Breite angekommen – unabhängig vom Alter.
Thematisieren Sie das auch in Bewerbungsgesprächen?
Wir haben im Konzern eine Reihe von Benefits für unsere Mitarbeitenden, auf die wir Bewerbende gerne hinweisen, angefangen vom eigenen Fitness-Studio, der Möglichkeit des flexiblen und mobilen Arbeitens und so auch auf die unterschiedlichen Initiativen unseres Diversity-Programmes.
Gerade im Zusammenhang mit unserer Überzeugung, dass Unternehmen Diversity aktiv leben sollten, haben wir das Spektrum unserer Berufsanfänger*innen deutlich erweitert. Wir suchen nicht mehr nur nach Mathematiker*innen und Wirtschafts- oder Versicherungsfachleuten, sondern gezielt auch nach Menschen mit anderen Befähigungen, um deren Kreativität und deren neue Blickwinkel für unser Unternehmen fruchtbar zu machen. Es ist noch gar nicht so lange her, dass wir in einer Stellenanzeige nach „Musterbrechern“ gesucht haben – und darauf sowohl intern als auch extern einige Bewerbungen erhalten haben. Bewerbungen übrigens, auf die dann auch Einstellungen erfolgten.
Sehen Sie Ihr Unternehmen als Vorreiter in Sachen Diversity?
In unserer Branche sind wir sicher mit führend. Sicher kann es sich heute kein Unternehmen mehr leisten, den Aspekt der Frauenförderung aktiv zu verfolgen. Aber die Vielzahl unserer Initiativen ist sicher beispielgebend, nicht zuletzt auch deshalb, weil wir so frühzeitig damit begonnen haben.
Die Frage nach der Vorreiterrolle ist in meinen Augen aber gar nicht so wichtig. Wichtiger ist die Erkenntnis, dass Diversity kein Selbstzweck ist, sondern dass Unternehmen davon profitieren, wenn sie gezielt die Vielfalt im eigenen Haus fördern. Um es auf den Punkt zu bringen: Diversity ist unverzichtbar für den Unternehmenserfolg.
Wir selbst haben unsere Diversity-Initiativen ja nicht deshalb auf den Weg gebracht, weil wir der Welt zeigen wollten, wie modern der Konzern Versicherungskammer ist, sondern weil wir davon überzeugt sind, dass es für das Unternehmen insgesamt einen Mehrwert bedeutet. Wer alle in einem Unternehmen verborgenen Talente für den Geschäftserfolg nutzbar machen möchte, muss Diversity zu einem zentralen Anliegen machen.
Frau Scheerer, vielen Dank für das Gespräch!
Zur Person: Claudia Scheerer ist seit rund 30 Jahren in der Unternehmenskommunikation von Finanzdienstleistern tätig. Bevor die studierte Kommunikationswirtin 2001 zum Konzern Versicherungskammer wechselte, arbeitete sie unter anderem für die Quelle Versicherungen (heute ERGO Direkt) sowie für ADIG-Investment. Seit 2007 leitet sie als Pressesprecherin die Unternehmenskommunikation des Konzerns Versicherungskammer.