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Al Thani Collection Foundation Bescheidenes Auktionsergebnis für Katars Stiftungsgründer

Die Scheichs aus Doha gaben astronomische Summen für Kunst aus. Doch die Versteigerung bei Sotheby‘s enthielt vor allem Dekoratives.
08.07.2021 - 10:05 Uhr Kommentieren
Mit reicher Goldverzierung hatte es dem Scheich gefallen. Quelle: Sotheby's
Ruhebett im türkischen Stil

Mit reicher Goldverzierung hatte es dem Scheich gefallen.

(Foto: Sotheby's)

Paris Ohne Kommunikationsaufwand organisierte Sotheby’s in Paris am 30. Juni die Versteigerung eines Inventars des steinreichen Gründers der „Al Thani Collection Foundation“, Hamad bin Abdullah Al Thani. Unter dem zu viel versprechenden Titel „Doha – Paris, eine fürstliche Ausstattung“ brachten 435 Lose dem Scheich aus Katar, Vetter des regierenden Emirs, nur 4,2 Millionen Euro ein.

Offensichtlich ohne Preislimit angeboten, wurden alle Lose zugeschlagen. Und zwar zum Teil unter der Taxe. Das für Kenner eher bescheiden zu nennende Angebot führte zu einem bescheidenen Auktionsergebnis.

Die früheren Ausstellungen der Familienstiftung fuhren 2017 kostbare Juwelen im Pariser Grand Palais auf. Im September 2018 folgte die Schau mit den sorgsam angekauften, stupenden Objekten von der Antike bis zur Neuzeit. Sie setzte „seine Hoheit Scheich Hamad bin Abdullah Al Thani“ im Schloss Fontainebleau in Szene.

Dafür wählte er den Titel: „Könige aller Welten. Kunst und königliche Macht an Hand von Meisterwerken“. Anschließend kamen 2019 die Mogul-Juwelen bei Christie’s in New York unter den Hammer. Dort wurden 109 Millionen Dollar erzielt.

Seit Beginn des Jahrtausends platziert man die regierende Familie aus Katar unter die Elite der Kunstkäufer, beginnend mit dem 2014 mit 46 Jahren verstorbenen Megakäufer Saoud bin Mohammed Al Thani, der für Katars Museen und für seine eigene Sammlung die Karten am Auktionsmarkt neu mischte. Umso überraschender ist nun diese am Vormittag des 30. Juni begonnene und spät nachts beendete Auktion aus der Privatsphäre eines der Scheichs aus Doha.

Die Möbel „im Stil von Ludwig XVI.“ sind der Machart des großen Kunstschreiners André Charles Boulle nachempfunden. Quelle: Sotheby's
Kommoden-Paar

Die Möbel „im Stil von Ludwig XVI.“ sind der Machart des großen Kunstschreiners André Charles Boulle nachempfunden.

(Foto: Sotheby's)

Denn nur das höchstdotierte Los stammte wirklich aus dem 18. Jahrhundert und ist von einem selbstbewussten Meister-Ebenisten gestempelt: eine Sitzbank von G. Jacob, die mit 460.200 Euro zugeschlagen wurde.

Die Mehrheit der Möbel war „im Stil von Ludwig XVI.“, wie ein Kommoden-Paar, das nicht von dem großen Kunstschreiner André Charles Boulle selbst gefertigt, sondern nachempfunden wurde. Bei einem Element kennt man den Schreiner Henry Dasson, der es 1878 datierte. Diese Nachahmung wurde mit 448.100 Euro bewertet.

Meissen-Porzellan stand Pate für ein Paar Deckelvasen, nach einem „Potpourris“-Modell von Johann J. Kändler. Diese späte Interpretation der Zeit um 1880 fand schon für 252.000 Euro einen Käufer.

Von einzeln aufgerufenen Silbertellern bis zu Kameen-Broschen, die für 126 Euro weg gingen, folgte man dem für Sotheby’s Qualitätslevel unüblich bescheidenen Angebot. Vermutlich akzeptierte das Haus von Patrick Drahi diesen Deal mit dekorativer, aber nicht wertvoller historischer Ware im Hinblick auf die baldige Eröffnung der „Al Thani Collection“.

Die Kollektion zieht für zwanzig Jahre in das „Hôtel de la Marine“ am Place de la Concorde. Dort wird die Stiftungssammlung aus Katar ihre hochkarätigen Objekte in einem authentischen Ambiente aus dem 18. Jahrhundert ausstellen.

Mehr: Saoud Al Thani: Wie "Falkenauge" die Kunstsammlungen von Katar aufbaute

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