Design-Auktionen: Quittenbaum und Schops Turowski einvernehmlich fusioniert
München. Unternehmensfusionen haben nicht immer mit feindlichen Übernahmen oder Konkursen zu tun. So erwarb das Münchener Auktionshaus Quittenbaum unlängst das Kunst & Design Auktionshaus Schops Turowski in bestem Einvernehmen mit den Vorbesitzern.
Der Krefelder Versteigerer ist alles andere als ein Sanierungsfall. „Es wurden sehr gute Umsätze gemacht und oft erstaunliche Zuschläge realisiert“, beurteilt Askan Quittenbaum die geschäftliche Situation seiner Neuerwerbung. Er ist nun Geschäftsführer beider Standorte. Der Mitarbeiterstamm und das Profil des Hauses, das über gute Kontakte zu internationaler Kundschaft verfügt, bleiben erhalten; der Name ebenso.
Während Quittenbaum sich mit Muranoglas-Auktionen einen besonderen Ruf erwarb, ist die Krefelder Spezialität die Künstlerkeramik. Zuschläge in Höhe von 100.000 Euro für Arbeiten der in London wirkenden Lucie Rie und Hans Coper sowie hohe Erlöse für Beate Kuhn sprechen für gute Kontakte zu einer internationalen Kundschaft.
Der Besitzerwechsel im rheinländischen Unternehmen vollzog sich vor allem aus Altersgründen. „Wir wollten unserem Standort eine Perspektive in unserem Sinn geben; reine Investoren aus designfernen Bereichen interessierten uns nicht“, sagt Thomas Turowski.
Gemeinsam mit Jürgen Schops hatte Turowski 2009 das Auktionshaus Herr in Köln übernommen. Dem Übernahmeangebot des dänischen Auktionshauses Lauritz widerstanden sie 2014 nicht. Nach einer Sperrfrist von drei Jahren starteten sie in Krefeld einen Neuanfang.
Für Quittenbaum bedeutet die Fusion nicht nur, seine Kräfte zu bündeln. Deutschlands führendem Designversteigerer gelingt es so auch, sein Finanzvolumen zu erhöhen.