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Oligarchen-Krimi im Steuerparadies Kunsthändler Yves Bouvier mit Etappensieg vor Gericht

Das Berufungsgericht von Monaco erklärt sich für die Auseinandersetzung zwischen Bouvier und dem russischen Oligarchen Dmitry Rybolowlew für unzuständig.
26.12.2019 - 15:51 Uhr Kommentieren
Der Schweizer Kunsthändler und Zollhafen-Betreiber streitet sich mit seinem ehemaligen Kunden Dmitri Rybolowlew vor Gerichten. Quelle: picture alliance/KEYSTONE
Yves Bouvier

Der Schweizer Kunsthändler und Zollhafen-Betreiber streitet sich mit seinem ehemaligen Kunden Dmitri Rybolowlew vor Gerichten.

(Foto: picture alliance/KEYSTONE)

Paris Der Schweizer Yves Bouvier kann einen vorläufigen Erfolg in Monaco verbuchen: Das dortige Berufungsgericht erklärte sich als nicht zuständig für die Klage des Oligarchen Dmitri Rybolowlew gegen den Kunsthändler und Betreiber von Zollfreihäfen. In solchen Lagerhäusern lassen sich Kunstwerke aufbewahren und weiterveräußern, ohne dass sie physisch ihren Standort wechseln müssen. So können Steuern, Zölle und Ausfuhrbeschränkungen umgangen werden.

Bouvier hatte vor einem Jahr in Monaco eine Nichtigkeitsklage gegen den Standort Monaco und die dort gegen ihn geführten Ermittlungen wegen „Betrugs“ und „Komplizenschaft zur Geldwäsche“ eingereicht. Dem stimmte das monegassische Berufungsgericht am 12. Dezember zu. Hat das Urteil Bestand, wäre die Anklage in Monaco gegen den früheren „König der Zollfreihäfen“ vom Tisch. Da die Kunsttransaktionen nicht in Monaco, sondern oft in Genf über die Bühne gingen, wäre nun wohl das Genfer Gericht zuständig.

Vor fast fünf Jahren hatte der russische Kunstsammler Dmitri Rybolowlew Bouvier verklagt, weil der Milliardär seinem Kunstlieferanten überhöhte Preise für 38 Kunstkäufe vorwirft, die sich auf fast zwei Milliarden Schweizer Franken summieren. Darunter befand sich auch das teuerste, Leonardo da Vinci zugeschriebene Gemälde der Welt, „Salvator Mundi“. Rybolowlew erwarb es für 127,5 Millionen Dollar und verkaufte es vor zwei Jahren über Christie’s in New York für 450,3 Millionen Dollar.

Das Berufungsgericht befindet, das gesamte gerichtliche Verfahren sei auf „parteiliche und unredliche Weise“ geführt worden. Zum Beweis dient auch die inzwischen anhängige Anklage gegen Rybolowlew wegen „aktiver und passiver Korruption“ und „passiver Bestechung“.

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    Angeblich habe Rybolowlew mithilfe seiner Anwältin den monegassischen Justizminister, vier weitere Minister und zwei Polizisten bestochen, was 2015 zur Festnahme und zur Anklage Bouviers und einer gemeinsamen Bekannten führte. Auch sollen Helfer Rybolowlews, der auch Hauptaktionär des monegassischen Fußballklubs AS Monaco ist, einflussreiche Persönlichkeiten beschenkt haben. Fürst Albert II. von Monaco ernannte im September bereits den dritten Justizminister innerhalb von zwei Jahren, um die Wogen der internationalen Aufmerksamkeit zu glätten.

    Imageschaden für den Kunsthandel

    Endgültig entschieden ist die Sache noch nicht. Die Anwälte des in Monaco lebenden Russen kündigten sofort an, gegen den Nichtigkeitsentscheid bei der höchsten monegassischen Gerichtsinstanz vorzugehen. Der Erfolg des früher so erfolgreichen Kunsttransporteurs, Zollfreilagerbetreibers und Händlers Bouvier ist dementsprechend provisorisch.

    Seit der Klage in Monaco bekämpfen sich die Kontrahenten mit weltweiten Prozessen. Die Affäre zwischen Bouvier und Rybolowlew führte zu Klagen in Singapur – dort ist Bouvier seit 2009 gemeldet –, in Hongkong, wo Bouvier Firmen betreibt, in Paris, wo Bouvier vor der Staatlichen Finanzbehörde klagt, und in New York und Genf, wo der Russe Strafanzeige erstattete und die Finanzbehörde gegen Bouvier wegen angeblicher Steuerhinterziehung vorgeht.

    Mehr: Der Justizminister von Monaco tritt zurück: Lesen Sie hier über den Oligarchen-Krimi im Steuerparadies

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