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Kolumne: Zeit ist Geld Das sind die neuesten Uhren-Trends – in Schanghai frisch entdeckt

Von IWC bis Jaeger-LeCoultre: Uhrenexperte und Buchautor Gisbert L. Brunner stellt einige der interessantesten Innovationen des Herbstes 2020 vor.
  • Gisbert L. Brunner
02.10.2020 - 13:41 Uhr Kommentieren
Die Top-Messe Watches & Wonders fand erstmals in der chinesischen Metropole statt. Quelle: ddp//ChinaImages/Sipa USA
Auftritt in Schanghai

Die Top-Messe Watches & Wonders fand erstmals in der chinesischen Metropole statt.

(Foto: ddp//ChinaImages/Sipa USA)

Schanghai Wo Chinesen früher vielfach als Touristen in die Schweiz kamen, um sich kostbare Uhren zu kaufen, reisen die Marken jetzt ihren Kunden hinterher. Der Grund: Corona-bedingt fällt der ganze Tourismus aus Asien aus.

Bestes Beispiel: Nachdem neben der Baselworld auch die traditionsgemäß in Genf stattfindende Top-Messe Watches & Wonders abgesagt werden musste, fand letztgenanntes Ereignis jüngst erstmals in der chinesischen Metropole Schanghai statt. Diese Show zieht gerade weiter in die chinesische Millionen-Metropole Sanya, wo sie bis Ende Oktober gastieren wird.

Die Richemont-Marken A. Lange & Söhne, Baume & Mercier, Cartier, IWC Schaffhausen, Jaeger-LeCoultre, Panerai, Piaget, Roger Dubuis, Vacheron Constantin sowie Parmigiani Fleurier präsentieren dort nun ihre Neuheiten. Aber Sie müssen nicht um die halbe Welt reisen. Ein paar der Innovationen kann ich Ihnen auch schon hier vorstellen:

Die deutsche Nobelmanufaktur A. Lange & Söhne zeigte in Schanghai den neuen 1815 Rattrapante Honeygold „Homage to F. A. Lange“. Dieser komplexe Manufaktur-Chronograph erinnert an den Beginn der sächsischen Feinuhrmacherei vor genau 175 Jahren.  Dank seines aufwendigen Schleppzeiger-Mechanismus, der den Preis von Chronographen schon in der Vergangenheit um etwa 50 Prozent nach oben trieb, lassen sich zwei Begebenheiten mit gleichem Beginn simultan stoppen.

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    Außerdem gestattet der Doppelzeiger das Erfassen von Zwischenzeiten zum Beispiel bei Wettrennen. Zu diesem Zweck lässt er sich unabhängig vom eigentlichen Chronographenzeiger anhalten und nach dem Ablesen wieder mit diesem synchronisieren.

    Der komplexe Chronograph erinnert an den Beginn der sächsischen Feinuhrmacherei vor genau 175 Jahren. (Foto: A. Lange & Söhne)
    Rattrapante Honeygold von A. Lange & Söhne

    Der komplexe Chronograph erinnert an den Beginn der sächsischen Feinuhrmacherei vor genau 175 Jahren.

    (Foto: A. Lange & Söhne)

    Natürlich entstand das neue, aus 365 Komponenten assemblierte Handaufzugskaliber L101.2 mit zwei Schalträdern und ausgeklügeltem Zangenmechanismus in der eigenen Manufaktur in Glashütte. Für das 41,2 Millimeter große Sichtbodengehäuse verwenden die Sachsen das exklusive sogenannte „Honiggold“.

    Der Name des 2010 lancierten Werkstoffs resultiert aus seinem speziellen Farbton. Als Basis für diese Sonderlegierung dient 18-karätiges Weißgold ohne Beimischung von Palladium, Nickel oder Silber. Für den dezent honigfarbenen Schimmer wird etwas Kupfer, Zink und Silizium beigemischt. Darüber hinaus sorgt ein abgestimmtes thermisches Verfahren für eine beachtliche Härte. Die auf hundert Exemplare limitierte Uhr wird ausschließlich in den eigenen Markenboutiquen zum Preis von 133.000 Euro erhältlich sein.

    Die IWC kooperiert derweil mit Orlebar Brown, einem britischen Spezialisten für anspruchsvolle Freizeitbekleidung. Diese Zusammenarbeit unterstreicht der augenfällige Portugieser Yacht Club Chronograph. Wie der Name bereits andeutet, handelt es sich um eine Synthese aus zwei traditionsreichen Produkten der Manufaktur aus Schaffhausen.

    Bis ins Jahr 1939 reicht die Geschichte der klassisch runden Portugieser zurück.1967 gab die sportive Yacht Club ihren Einstand. Für den Newcomer mit marineblauem Zifferblatt verwendet IWC ein Gehäuse aus edlem Stahl. Es misst 44,6 Millimeter, baut 14,4 Millimeter hoch und widersteht dem Wasserdruck bis sechs Bar.

    Für den Chronographen kooperiert IWC mit Orlebar Brown, einem Spezialisten für anspruchsvolle Freizeit-Bekleidung. (Foto: IWC)
    Portugieser Yacht Club

    Für den Chronographen kooperiert IWC mit Orlebar Brown, einem Spezialisten für anspruchsvolle Freizeit-Bekleidung.

    (Foto: IWC)

    Durch den Saphirglasboden zeigt sich die Rückseite des bewährten Manufakturkalibers 89361 mit Rotor-Selbstaufzug, 68 Stunden Gangautonomie und Schaltradsteuerung der drei Funktionen. Mit von der Partie ist eine Flyback-Funktion. Der Preis des Kraftpakets: 11.800 Euro.

    Etwas zu hören bekamen einst schon die Besucher der Basler Mustermesse des Jahres 1951. Und zwar am Stand von Jaeger-LeCoultre. Die Konstrukteure im Vallée de Joux hatten sich des Themas Armbandwecker angenommen. Als ständige Begleiterin am Handgelenk sollte die neue „Memovox“ nicht nur möglichst lautstark ans Aufstehen, sondern untertags auch tunlichst dezent an Termine erinnern.

    Also tönte die „Stimme der Erinnerung“ unterschiedlich laut. Nicht zuletzt deshalb gilt sie bis in die Gegenwart als erfolgreichste Repräsentantin dieser Spezies Armbanduhr. An jene Epoche erinnern die aktuellen „Master Control Memovox“-Modelle mit komplett neuem Alarmmechanismus und Sichtboden.

    Die normale Version mit dem Automatikkaliber 956, 45 Stunden Gangautonomie und 40 Millimeter großem Edelstahlgehäuse ist unlimitiert für 11.600 Euro erhältlich. Nur in Markenboutiquen gibt es 250 Exemplare des neuen Master Control Memovox Timer. Seine Besonderheit besteht darin, dass man alternativ auch die Zahl der Stunden vorwählen kann, bis der Hammer beispielsweise zum Verkünden des Ablaufens der bezahlten Parkzeit erinnernd gegen die Tonfeder schlägt.

    Die neuen Modelle von Jaeger-LeCoultre haben einen komplett neuen Alarmmechanismus und einen Sichtboden. (Foto: Jaeger-LeCoultre)
    Master Control Memovox

    Die neuen Modelle von Jaeger-LeCoultre haben einen komplett neuen Alarmmechanismus und einen Sichtboden.

    (Foto: Jaeger-LeCoultre)

    Unabhängig von dieser Zusatzfunktion bleibt das Manufakturkaliber gleich. Samt 40-Millimeter-Gehäuse in Stahl kostet diese Ausführung 15.700 Euro.

    Parmigiani Fleurier ist bislang eher durch elegante denn durch sportliche Armbanduhren in Erscheinung getreten. Mit dem neuen „Tondagraph GT“, an dessen Design Dino Modolo maßgeblich beteiligt war, beginnt im abgeschiedenen Val de Travers eine neue Ära.

    Die komplexe Synthese aus Sportlichkeit und Eleganz misst 42 Millimeter. Auf das Leuchtzifferblatt und die Zeiger blickt man durch ein ARunic-Saphirglas mit hochwirksamer Antireflex-Beschichtung. Der Sichtboden zeigt den massiven Goldrotor des neuen, chronometerzertifizierten Manufakturkalibers PF071. Das wiederum basiert auf dem hauseigenen PF361 des Tonda Chronor Anniversaire.

    Kenner wissen, dass die exklusive Mechanik über einen integrierten Chronographen mit Schaltradsteuerung verfügt. Unter einer stabilen Brücke vollzieht der Gangregler stündlich 36.000 Halbschwingungen. Diese fünf Hertz Unruhfrequenz gestatten Stoppungen auf die Zehntelsekunde genau.

    Von dem Modell mit Roségoldschale und -band entstehen 25 Stück zum Preis von je 65.500 Euro. (Foto: Parmigiani Fleurier)
    Tondagraph GT Rose Gold Blue

    Von dem Modell mit Roségoldschale und -band entstehen 25 Stück zum Preis von je 65.500 Euro.

    (Foto: Parmigiani Fleurier)

    Zu den Ausstattungsmerkmalen des Uhrwerks gehört auch ein vorderseitig montiertes Großdatum. Von dem jüngst präsentierten „Tondagraph GT Rose Gold Blue“ mit Roségoldschale und -band entstehen 25 Stück zum Preis von je 65.500 Euro.

    Wer im deutschsprachigen Raum nach einem echten Experten für Uhren sucht, kommt an Gisbert L. Brunner nicht vorbei. Der mittlerweile pensionierte bayerische Beamte hat Hunderte von kostbaren Zeitmessern gesammelt, aber auch Dutzende von Büchern über die unterschiedlichsten Marken geschrieben.

    Mehr: Kolumne Zeit ist Geld (11): Was der Schweizer Uhrenindustrie am meisten zu schaffen macht

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