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Selbstoptimierung Diese sechs Bestseller verraten, was Sie über persönlichen Erfolg wissen sollten

Business-Ratgeber überschwemmen den Buchmarkt. Doch wer hat die Zeit, sie alle zu lesen? Blogger Dennis Fischer fasst die sinnvollsten Tipps zusammen.
09.01.2020 - 17:45 Uhr Kommentieren
„Die meisten Ratgeber sind viel zu lang.“ Quelle: Hauke Seyfarth
Blogger und Coach Fischer

„Die meisten Ratgeber sind viel zu lang.“

(Foto: Hauke Seyfarth)

Düsseldorf Die erste volle Arbeitswoche 2020 ist vorbei. Die Neujahrsvorsätze dürften hoffentlich noch nicht gebrochen sein. Aber damit sind die hehren Ziele noch lange nicht erreicht. Auf die Umsetzung kommt es an. Nur: Wie gelingt die?

Der Buchmarkt hat darauf eine klare Antwort: Ratgeber lesen! Knapp ein Sechstel seines Jahresumsatzes macht der deutsche Buchhandel jedes Jahr mit Selbstoptimierungsliteratur. Die Flut der Tippgeber wirkt erst einmal abschreckend. Wer hat die Zeit, sie alle zu lesen? Dabei können viele der Bücher nützlich für Job und Alltag sein. Wenn man nur wüsste, in welche der zigtausend Titel ein Blick wirklich lohnt: Die zeitlosen Klassiker? Oder doch die neuesten Trends?

Der Münchener Coach und Blogger Dennis Fischer kann aus dieser Bredouille helfen. 512 Business-Ratgeber hat der 33-Jährige bis heute gewälzt und auf seiner Seite 52ways.de zusammengefasst. Erkenntnis: Viele Ratgeber sind zu lang. „Der Inhalt der meisten Bücher, die ich gelesen habe, ließe sich locker auf zehn Seiten zusammenraffen.“

Dennis Fischer: 52 Wege zum Erfolg. Die besten Ideen aus 500 Business-Ratgebern.
Wiley-VCH
290 Seiten
19,99 Euro

Vor Kurzem hat Fischer sein erstes eigenes Buch herausgebracht. In „52 Wege zum Erfolg“ ist die Essenz der wichtigsten Lektionen aus den Hunderten Business-Schmökern zusammengefasst. Für das Handelsblatt hat er ein Best-of seines Best-ofs zusammengestellt.

Gary Keller: „The One Thing: Die überraschend einfache Wahrheit über außergewöhnlichen Erfolg“

Neue Gewohnheiten oder Vorsätze konsequent durchzuziehen, das ist hart – und scheitert oft. Der Fehler: Meist wollen wir zu viel. Gary W. Keller ist Unternehmer und Gründer des US-Tech- und Immobilienunternehmens Keller Williams. In seinem Buch „The One Thing“ beschreibt er anhand von zahlreichen Anekdoten und einigen wissenschaftlichen Einschüben, warum sich erfolgreiche Menschen immer nur auf eine Sache konzentrieren. Ist diese abgehakt, folgt das nächste Ziel.

„Das Problem mit einem moderaten Leben in der Mitte ist es, dass es Ihnen nicht erlaubt, sich intensiv auf eine Sache zu konzentrieren“, schreibt Keller. „In Ihrem Bemühen, alles ein bisschen zu machen, um nie aus dem Gleichgewicht zu geraten, kommt letztlich alles zu kurz, und nichts erhält die Aufmerksamkeit, die es verdient.“

Folgt man Kellers Logik, kann es so etwas wie Work-Life-Balance eigentlich gar nicht geben. Schließlich versucht man, zwei Dinge miteinander zu vereinen, die oft gegeneinander arbeiten. Kellers Antwort auf das Dilemma: Beide Bereiche, Arbeit und Privatleben, müssen auf lange Sicht – und nicht tagtäglich – im Gleichgewicht sein. Heißt: Mal gibt es Phasen, in denen der Job Priorität hat, mal welche, in denen das Privatleben mehr Aufmerksamkeit erhält.

Die „One Thing“-Logik hat auch der Ex-Google-Manager Jake Knapp in seinem Buch „Mehr Zeit“ aufgegriffen – und auf das Tagesgeschäft übertragen. Knapps Empfehlung: sich jeden Tag eine einzige wichtige große Aufgabe vornehmen und diese dann konsequent erledigen. Das reicht.

„Wenn Sie dieses To-do geschafft haben, ist der Tag schon mal ein guter Tag gewesen“, sagt auch Fischer, der den psychologischen Kniff gern in seinen Coachings weitergibt. Und wenn die große Aufgabe geschafft ist? Entweder das Nächste hernehmen oder schauen, was gerade akut zu tun ist. Vor allem in sehr dynamischen Arbeitsumfeldern kämen oft spontan Aufgaben dazu, was Angestellte und Manager häufig überfordere. Knapps Kniff kann hier ein wirksames Mittel gegen das ewig schlechte Gewissen sein.

Stephen R. Covey: „Die 7 Wege zur Effektivität: Prinzipien für persönlichen und beruflichen Erfolg“

Eigentlich will Fischer ungern einen Titel herausstellen, aber inoffiziell hat er einen langjährigen Favoriten: Stephen Coveys „7 Wege zur Effektivität“. Covey hat – ähnlich wie Fischer – eine Art Meta-Ratgeber geschrieben, der viele Tipps aus anderen Ratgebern zusammenfasst und eigene Lehren daraus zieht.

Der Grundgedanke in Coveys Buch: Kinder sind zu Beginn ihres Lebens abhängig von anderen, sie können nicht allein überleben und lernen erst mit der Pubertät ihre Freiheitsgrade kennen. Trotzdem bleiben viele Menschen auch im Erwachsenenalter in der von Covey genannten „Dependence“-Phase stecken. Sie machen sich mental abhängig von anderen.

Klassische Sätze in diesem Gefühl der Fremdbestimmung lauten: „Ich muss heute schon wieder...“, „ich kann nicht...“, „das Problem ist aber...“. „Dabei müssen wir genauer betrachtet eigentlich gar nichts“, sagt Covey-Fan Fischer.

Klar würden wir unseren Job verlieren, aber theoretisch könnten wir heute noch zum Flughafen fahren und in den Flieger nach Hawaii steigen. Natürlich machen wir das nicht, schon gar nicht, wenn wir Spaß an der Arbeit haben. Aber sich zu vergegenwärtigen, dass wir letztlich alles, was wir tun, freiwillig tun und selbst dafür verantwortlich sind, es zu ändern, wenn uns etwas nicht passt, bezeichnet Covey als „Proaktivität“ – den ersten von sieben Wegen zur Effektivität.

Dale Carnegie: „Wie man Freunde gewinnt: Die Kunst, beliebt und einflussreich zu werden“

Die Beschäftigten in Deutschland sind gespalten: in Netzwerkfans und -muffel. Viele verbinden das berufliche Kontakteknüpfen noch immer mit verkrampftem Smalltalk, peinlichem Eigenmarketing oder betretenem Schweigen bei Kaffee und Trockengebäck. Auch bei Fischer war das lange so. Bis er das Buch des Kommunikationsexperten Dale Carnegie gelesen hat. Die wichtigste Frage in einem ersten Gespräch lautet bei Fischer seither immer: „Wie kann ich Ihnen oder Dir helfen?“

In „Wie man Freunde gewinnt“ lautet die einfache Gleichung: „Wer sich für andere interessiert, gewinnt in zwei Monaten mehr Freunde als jemand, der immer nur versucht, die anderen für sich zu interessieren, in zwei Jahren.“ Für diese Erkenntnis muss man wahrlich nicht 300 Seiten lesen. Nützlich fürs nächste Branchentreffen ist der Gedanke aber allemal.

Marie Kondo: „Magic Cleaning: Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert“

„Macht mich dieser Gegenstand glücklich?“, diese etwas esoterisch klingende Frage steht im Zentrum von Marie Kondos weltbekannter Aufräumfibel. Warum Fischer „Magic Cleaning“ auch gerne Managern empfiehlt? Weil das Buch so einfach und effektiv ist. Denn natürlich lassen sich Kondos Ordnungsprinzipien nicht nur zu Hause, sondern auch im Büro anwenden.

Eine zweite wichtige These von Kondo lautet: Ordnung kann nur dann bestehen, wenn alles einen festen Platz hat. Das klingt erst mal nach feinsäuberlichem Boxen- und Ordnersystemen und Clean-Desk-Policy. Und so ist es zunächst auch gemeint.

Doch überträgt man Kondos Idee in die Managementwelt, klingt sie wie eine Führungsweisheit aus dem MBA-Seminar: „Jeder hat seinen festen Platz“ – im Team, in der Abteilung, im Unternehmen. Und wenn dieser Platz gut gewählt ist, erübrigt sich die erste Frage nach dem Glücklichsein hoffentlich ganz schnell.

Wer noch Zweifel an Kondos Wirksamkeit hat: „Magic Cleaning“ zählt bis heute mehr als sieben Millionen verkaufte Exemplare. Das „Time“-Magazin kürte die japanische Beraterin vor einigen Jahren zudem zu einer der 100 einflussreichsten Personen der Welt.

Cal Newport: „Digitaler Minimalismus: Besser leben mit weniger Technologie“

Digital Detox, also der zeitweise Verzicht aufs Handy oder bestimmte Apps, liegt im Trend – gerade jetzt als Vorsatz nach dem Jahreswechsel. Wer noch Motivationsstoff für die eigene digitale Enthaltsamkeit braucht, sollte laut Fischers Empfehlung zum neuesten Buch von Cal Newport greifen.

In „Digitaler Minimalismus“ schlägt der Georgetown-Professor eine 30-tägige Technologieabstinenz vor. Akut Smartphonesuchtgefährdete können erst einmal mit den am heißesten geliebten drei Apps beginnen. Wer sich mehr zutraut, kann auch ganz auf Smartphonenutzung verzichten. Da scheint es nur folgerichtig, dass Newport bereits 2016 ein Buch namens „Deep Work“ geschrieben hat – deutscher Titel: „Konzentriert arbeiten“.

Nachrichtenjunkies, die auf jede Eilmeldung klicken, dürfte auch der Schweizer Bestsellerautor Rolf Dobelli mit seiner „News-Diät“ weiterhelfen. Dem Handelsblatt sagte er kürzlich: Die News-Sucht sei gefährlicher als Alkohol. Doch auch wenn Dobelli selbst alle Online-Newsletter, RSS-Feeds und Zeitungs-Abos abbestellt hat, glaubt er mehr denn je an die Kraft von tief gehenden Erklär- und Enthüllungsstücken im Journalismus. Ein bisschen Zeit dafür dürften Sie ja jetzt gewonnen haben.

John Strelecky: „The Big Five for Life: Was wirklich zählt im Leben“

„Wenn Erfolg ein Haus wäre“, sagt Fischer im besten Business-Ratgebersprech, „dann wäre die Frage nach dem eigenen Warum das Fundament.“ Denn: Ohne diese Basis braucht man sich gar nicht erst mit Selbstmanagement zu beschäftigen. „Effizienz allein ist kein Selbstzweck“, sagt Fischer. Sie ergebe nur Sinn, wenn man wisse, „wofür und mit welchem Ziel man versucht, besser zu werden“.

Für das Beantworten der eigenen Warum-Frage empfiehlt Fischer ein Konzept, das er in einem Buch des US-Bestsellerautors John Strelecky aufgegriffen hat, dessen deutsche Ausgabe auch den englischen Titel trägt: „The Big Five for Life“. Streleckys Grundgedanke: Das Leben ist weniger ein Hinarbeiten auf ein bestimmtes Ziel als vielmehr eine Aneinanderreihung von Ereignissen. Deshalb fragt der Amerikaner seine Leser etwas pathetisch, aber durchaus ernst gemeint: Was sind die fünf Dinge, die du im Leben gerne noch besitzen, erleben oder tun möchtest?

Ein Selbstmanagement-Hack zur Vorgehensweise: Schreiben Sie zunächst 100 (oder noch mehr) Dinge auf, die Sie gerne noch im Leben machen möchten, und kürzen Sie diese lange Liste immer weiter runter, bis fünf wirkliche Top-Lebensziele übrig bleiben. „Dieser Prozess darf ruhig mehrere Wochen dauern“, sagt Fischer – so, wie das Aushärten beim Fundament eben auch nicht über Nacht geschieht.

Mehr: Diese Bücher bieten kluge Ratschläge für Manager.

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