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Super-Bowl-WerbungDiese Spots müssen Sie gesehen haben

Der 50. Super Bowl wird von fast 200 Millionen Menschen gesehen werden. Entsprechend begehrt sind die Werbeplätze, entsprechend stark die Spots. Wir haben die vorab verfügbaren Clips unter die Lupe genommen.Alexander Möthe 04.02.2016 - 13:19 Uhr Artikel anhören

Die Frau, die gegen Angelique Kerber verlor, ist einer der Stars der Mini-Werbung.

Foto: Screenshot

Düsseldorf. Wenn Sonntagnacht im kalifornischen Santa Clara in beim Super Bowl die Denver Broncos und die Carolina Panthers aufeinandertreffen, feiert das größte Sport-Event de Welt seine 50. Auflage. Fast 200 Millionen Zuschauer sehen das Endspiel der US-amerikanischen Football-Profiliga NFL in der Regel, beim Jubiläum dürften es eher mehr denn weniger sein. Im vergangenen Jahr schauten allein 114 Millionen Amerikaner beim „Big Game“ zu. Kein Wunder, dass die Werbeplätze in der Übertragung zu den begehrtesten überhaupt zählen. Unternehmen geben hunderte Millionen Dollar aus, um sich Sendezeit zu sichern. Denn ins Programm kommt längst nicht jeder zahlende Kunde.

Der Super Bowl kitzelt Jahr für Jahr kreative Höchstleistungen aus der Werbebranche. Und zeichnen sich die Spots vor allem durch eins aus: Humor und Provokation. Die Werbeformate bekommen nur eine Chance, aufzufallen. Und das müssen sie im Gewirr von Football, Pausenshows und anderen Spots. Einige bahnbrechende Werbungen feierten beim Super Bowl Premiere, darunter die legendäre „1984“ Werbung von Apple oder Volkswagens „The Force“ (siehe unten).

Allein die VW-Werbung mit einem kleinen Darth Vader hat bei Youtube inzwischen fast 64 Millionen Aufrufe. In diesem Jahr ist es übrigens noch offen, ob VW angesichts der Diesel-Affäre überhaupt einen Spot schaltet. Wenn, worauf Informationen aus Branchenkreisen hindeuten, muss die Werbung herausragen – und viel Fingerspitzengefühl aufweisen.

Zum 50. Super Bowl haben sich die Branchengrößen wieder ordentlich ins Zeug gelegt. Inzwischen ist es üblich, dass die meisten Unternehmen ihre Beiträge im Vorfeld online stellen. Es geht dabei um eins: die Spots schon im Vorfeld viral zu verbreiten und die Wirkung der Anzeigenschaltung praktisch ohne Mehrkosten zu maximieren. Wir haben uns für Sie die bereits bekannten Spots angeschaut und zeigen im Folgenden, über welche Clips geredet werden wird. Eins vorab: die Ausdauer lohnt.

Die Idee, die Audis Super-Bowl-Spot zugrunde liegt, ist altbewährt. Die Ingolstädter kombinieren Begeisterung am Fahren mit hoher Emotionalität. Es wird die Geschichte eines ehemaligen Astronauten erzählt, der im Alter immer mehr verbittert, da er nicht mehr die Starts ins All erlebt. Wie gut, dass sich sein Sohn Audis neuen Supersportler zugelegt hat. Sehr solide gemacht, bleibt der Spot doch sehr vorhersehbar. Und warum Audi ausgerechnet im Tempo-100-Land USA mit einer Spitzengeschwindigkeit von 330 km/h wirbt, bleibt unklar.

Mountain Dew ist einer der erfolgreichsten Softdrinks der USA. Die Zitronenlimonade zeichnet sich dadurch aus, dass sie mehr Zucker als fast jede Konkurrenz hat und auch noch einen recht hohen Koffeingehalt. Die neue Variante „Kickstart“ wartet mit Fruchtsaftanteil und, natürlich, mehr Koffein auf. „Drei tolle Sachen kombiniert“, wirbt das Unternehmen und kombiniert im Spot drei tolle Sachen: einen Welpen, einen Affen und ein Baby. Heraus kommt der bizarrste Clip unter allen Beiträgen, der vor allem die Frage offen lässt, was womöglich in dem drin war, was die Werber zu sich genommen haben.

Tiere gehen immer, das zeigt auch der Spot von Soßenhersteller Heinz. Das Unternehmen, unlängst von Milliardär und Super-Investor Warren Buffet geschluckt, versucht es mit einem als Hot Dogs verkleideten Rudel Dackel. Das ist süß, aber weitgehend sinnbefreit. Dennoch hat es einigen Charme, wenn die tollende Meute als Heinz-Flaschen verkleidete Menschen mit Liebesbekundungen überschüttet.

Verantwortungsvoll genießen – Bierbrauer Budweiser nutzt die Pausen im Super Bowl, um auf die Gefahr von Alkohol am Steuer hinzuweisen. Und das mit einem sehr feingeistigen Spot. Die britische Schauspielerin Helen Mirren darf eine Minute lang mit feinstem Akzent über die Idiotie derer lästern, die trotz Trinkens noch fahren. Spaß machen solle das ganze doch und nicht im Desaster enden. Mirren gönnt sich am Ende selbst einen Schluck. Es ist anzunehmen, dass sie das Auto stehen lässt. Der Hashtag „Give a damn“ bezieht sich auf die Redewendung „I don't give a damn“, übersetzt etwa „es schert mich nicht“. Bud hat in den vergangenen Jahren übrigens immer wieder legendäre Spots zum Super Bowl produziert, diese beiden hier:

Im Spot für die Marke Bud Light ist der Bierhersteller eher wieder im Party-Modus. Der Titel spielt mit den Begriffen für Feier und Partei gleichermaßen. Die Schauspieler und Comedy-Stars Amy Schumer und Seth Rogen imitieren einen Wahlwerbespot, machen anzügliche Wortspiele mit dem englischen Begriff für Vorwahl und halten dem US-Wahlzirkus etwas den Spiegel vor. Viele Klischees werden parodiert, darunter auch der allgegenwärtige Patriotismus. Der Spot ist augenzwinkernd, wird aber auch Konservative nicht vergrätzen.

Süßwarenriese Mars schreibt die alljährliche Erfolgsgeschichte seiner Super-Bowl-Spots fort. Die Kampagne „Du bist nicht Du, wenn Du hungrig bist“ startet vor einigen Jahren mit der US-Schauspiellegende Betty White (siehe unten). In diesem Jahr ist es Willem Dafoe, der sein Gesicht in die Kamera hält – in einer der berühmtesten Szenen der Filmgeschichte aus „Das verflixte siebte Jahr“. Wer dem Charaktermimen dabei zusehen möchte, wie sein Kleid auf dem Lüftungsschacht hochgewirbelt wird, kann das oben tun. Wie Willem Dafoe klingt, wenn er als Marilyn „Happy Birthday“ singt, sehen sie dagegen im Folgenden.

Vom im deutschsprachigen Raum etwas unglücklichen Namen abgesehen entwickelt sich der Website-Dienstleister Wix.com zu einer echten Branchengröße. Der Super-Bowl-Spot wird zur Cross-Promotion: Po, Hauptfigur aus dem dritten Teil von Kung Fu Panda, sucht nach einer Werbeplattform für ein Nudelrestaurant aus dem Animationsfilm. Dabei werden legendäre Werbeclips parodiert, unter anderem von Old Spice (siehe unten). Die Lösung: Eine Homepage mit dem Bausatz von Wix.

Mehr Stars als die BMW-Marke Mini fährt in diesem Jahr niemand auf. Serena Williams, Harvey Keitel, Abby Wambach, Tony Hawk – das ist nur eine kleine Auswahl. Der clevere Spot lässt die Prominenten gegen Klischees antreten, über sich selbst und über den Mini. Die Werbung für den neuen Clubman läuft unter „Defy Labels“, also wehrt Euch gegen Schubladendenken. Die Pointe: Dem Auto ist es egal, wie man es nennt. Der Lohn: Fast fünf Millionen Abrufe auf Youtube – bisher.

Wenn ein Werbespot schon mit einem nicht übersetzbaren Wortspiel beginnt („Walk-in-Closet“, also begehbarer Kleiderschrank und „Walken Closet“, ein Schrank mit Schauspieler Christopher Walken darin), kann nur Gutes folgen. Der koreanische Autobauer Kia setzt voll auf Ironie. Richard, ein Mann mit beigen Anzug und ebenso beigem Leben, wird von Walken in besagtem Schrank abgefangen. Was dann geschieht? Es geht maßgeblich um den Unterschied zwischen beigen und bunten Socken. Und warum der Kia Optima das aufregendste Paar Socken der Welt ist, nur als Mittelklassewagen.

Mit geballter Starpower kontert der direkte koreanische Rivale Hyundai. Für den Elantra lässt der Autobauer Schauspieler Ryan Reynolds auftreten. Und Ryan Reynolds. Und Ryan Reynolds und Ryan Reynolds. Der Sport heißt nicht umsonst „Ryanville“. Für die beiden Damen, die in der Stadt voller Ryan Reynolds-e landen, geht es vor allem darum, die Augen auf der Straße zu halten. Und Ryan Reynolds nicht zu überfahren.

Das Musikvideo „Hotline Bling“ des Hip Hoppers Drake war eines der meistgesehenen und geteilten Videos des vergangenen Jahres auf Youtube. Der Song schlug folgerichtig in den Charts ein, um den, möglicherweise ironischen, Tanzstil des Musikers entsponnen sich zahlreiche Memes. T-Mobile US, die in Bonn eher unbeliebte Nordamerika-Mobilfunksparte, ist auf den Zug aufgesprungen. Und schafft einen der lustigsten Spots des Jahres. Das Lied lebt von der Zeile „You used to call me on my cellphone“, also „Du hast immer auf meinem Handy angerufen“. Im Spot wird Drake hier von einem Mobilfunkanbieter unterbrochen, der im Lied verschiedenste Vertragsklauseln unterbringen möchte und somit die Frage klärt, warum eigentlich keiner mehr anruft.

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Anheuser Busch hat neben den Bud-Marken noch ein weiteres Eisen im Super-Bowl-Feuer: Shock Top. Die Marke, ein belgisches Weißbier, wird mit dem Spot „Unfiltered Talk“ beworben, einer Anspielung auf das unfiltrierte Bier. Was etwas skurril anmutet, ein Mann, der sich in einer Bar mit einer Orangenscheibe unterhält, entwickelt sich zu einem recht klassischen Wortgefecht auf Stand-Up-Basis. Beide tauschen scherzhafte Beleidigungen aus, ohne Filter eben. Ein humorvoller Spot, den man als nicht Muttersprachler aber erst einmal verstehen muss. In den USA zählt er vorab zu den meistgesehenen Super-Bowl-Spots.

Zum Abschluss ein Sport, hinter dem keine Werbung im eigentlichen Sinne steckt. Im Nachgang des Super Bowls wird wohl ein Image-Spot der Football-Liga NFL selbst vor allem auf Facebook zu finden sein. Der dreiminütige Spot „Super Bowl Babies Choir“ wird anlässlich des 50. Geburtstags gezeigt und greift das Phänomen auf, dass nach einem Super-Bowl-Sieg in den Siegerstädten die Geburtsrate nach neun Monate sprunghaft ansteigt. Der Clip versammelt einige diese Super Bowl Babies genannten Sprösslinge aus verschiedenen Jahrgängen und lässt sie als Chor Seals „Kiss from a rose“ singen – natürlich mit Seal. Und alle so: awwww.

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