Geldanlage: Was wir von Templetons Investmentstil lernen können
Düsseldorf. Aus der Geschichte zu lernen, um Fehler in der Zukunft zu vermeiden, war die Devise der amerikanischen Investmentlegende und des Gründers des gleichnamigen Templeton Growth Fonds. Dieser erzielte unter der Leitung von John Templeton jahrzehntelang eine Jahresdurchschnittsrendite von etwa 15 Prozent.
Es geht um die eindringliche Warnung, sich nicht von kurzfristigen Trends oder außergewöhnlichen Marktphasen zu irrationalem Verhalten verleiten zu lassen. Templeton wies damit auf die Gefahr hin, dass Anleger in Phasen von Euphorie oder Panik glauben, die Regeln der Vergangenheit würden plötzlich nicht mehr gelten.
So eine Phase gab es Ende der 1990er-Jahre. Damals bewerteten Anleger Unternehmen und ihre Aktien nicht nach den Gewinnen, sondern nach ihren möglichen Umsätzen in der Zukunft. Viele glaubten, das Internet würde die Wirtschaft so grundlegend verändern, dass traditionelle Bewertungsmaßstäbe keine Rolle mehr spielten.
Deshalb erreichten viele kleine deutsche Firmen eine Milliardenbewertung, ohne dass sie Gewinne und nennenswerte Umsätze erwirtschafteten. Allein das Potenzial zählte. Erst als die alte Börsenregel, Unternehmen an ihren Gewinnen zu bewerten, wieder ins Bewusstsein geriet, stürzten die Aktienkurse ab – und die Dotcom-Blase platzte. Der Neue Markt, das war der Vorgänger des heutigen TecDax, verlor binnen drei Jahren 99 Prozent an Wert.