Kapitalmärkte: Lebt der Markt nur noch von heißer Luft?
Frankfurt. Am Dienstag gaben die Aktienmärkte international nach, nachdem die Kurse vor allem in den USA zuvor monatelang nahezu ungebremst auf immer neue Rekordniveaus geklettert waren. Der gesamte Börsenwert der US-Aktien ist mittlerweile bis auf das Zweieinhalbfache des amerikanischen Bruttoinlandsprodukts gewachsen. Der legendäre US-Investor Warren Buffett hat einmal die Meinung geäußert, es drohe schon eine Überbewertung, wenn beide Zahlen etwa gleich hoch seien.
Damit stellt sich die provokante Frage: Befinden sich die Märkte nur noch auf den hohen Niveaus, weil immer wieder viel Geld hineingepumpt wird? Fehlt den bis zuletzt gesehenen Kurssteigerungen inzwischen eine solide fundamentale Grundlage? Hier drängen sich Parallelen zu einem bekannten Betrugsschema auf: dem sogenannten „Ponzi scheme“.
Charles Ponzi war ein Betrüger, der vor gut 100 Jahren in den USA ein System betrieb, das immer wieder Nachahmer fand. Besonders berühmt wurde der Amerikaner Bernie Madoff: Er richtete einen Schaden von rund 65 Milliarden Dollar an und wurde dafür 2009 zu 150 Jahren Haft verurteilt; 2021 starb er. Ein weiteres dramatisches Beispiel spielte sich in den 1990er-Jahren in Albanien ab: Dort verlor nach Abschaffung des Kommunismus ein großer Teil der Bevölkerung Geld an Betrüger, was schwere politische Unruhen nach sich zog.