Märkte Insight: Wie sich Anleger im Herbst positionieren sollten
Frankfurt. Nach einer eindeutigen Richtung an den Aktienbörsen suchen die Anleger derzeit vergebens. Der deutsche Dax ist bereits zweimal daran gescheitert, die Marke von 19.000 Punkten nachhaltig zu überwinden. Der Euro-Zonen-Index Euro Stoxx 50 liegt wieder klar unterhalb von 5.000 Punkten. Etwas stabiler hält sich der wichtige US-Index S&P 500 nahe an seinem Rekordhoch.
Der Grund für die Schaukelbörsen: Zwar hat die US-Notenbank Fed endgültig klargemacht, dass jetzt eine Phase sinkender Leitzinsen beginnt, das hat die Kurse auf neue Hochs getrieben. Doch gleichzeitig lässt die chronische wirtschaftliche Schwäche vor allem aus Europa die Anleger wieder zurückschrecken. Hinzu kommen die Hau-Ruck-Stützungsaktionen der chinesischen Zentralbank, um die dort lahmende Wirtschaft auf Trab zu bringen, das Kopf-an-Kopf-Rennen bei der US-Präsidentschaftswahl und die Kriege in Nahost und der Ukraine. Wer nun sein Depot für Herbst und Winter justieren will, sollte Renditechancen nicht vernachlässigen, aber auf Puffer für Risiken achten.
Vermögensverwaltungsexperten großer Häuser sehen immer noch ordentliche Kurschancen für Aktien und Anleihen. So rechnet Mark Häfele, Chef-Anlagestratege der Schweizer Großbank UBS, damit, dass der Euro Stoxx 50 bis zum nächsten Sommer rund sieben Prozent zulegt. Den US-Index S&P 500 sieht er rund acht Prozent klettern, den Weltaktienindex MSCI ACWI etwa zehn Prozent.