Dax aktuell: Zum Handelsende im Minus – Dax prallt erneut an runder Marke ab
Düsseldorf. Die 19.000 Punkte bleiben ein bedeutender Widerstand am deutschen Aktienmarkt. Der Dax prallte am Mittwoch zum wiederholten Mal an der Marke ab. Zum Handelsende lag der Leitindex bei 0,4 Prozent tiefer bei 18.919 Punkten.
Das Börsenbarometer schaffte es während des gesamten Handelstages nicht aus der Verlustzone, bei insgesamt moderaten Bewegungen. Zwischen Tageshoch und Tagestief lagen nur 120 Punkte. Der träge Handelsstart an der Wall Street konnte ebenso keine Impulse liefern.
Am Dienstag war dem Dax der Sprung über 19.000 Zähler kurzzeitig geglückt, ehe es wieder leicht nach unten ging. Damit setzt sich ein bekanntes Muster der vergangenen Wochen fort: Der deutsche Leitindex tut sich schwer damit, wichtige Marken zu verteidigen. Zum einen fehlen neue Käufer infolge eines erreichten Etappenziels, zum anderen nehmen investierte Anleger Gewinne mit.
Nachdem die People’s Bank of China (PBOC) am Dienstag eine weitreichende Lockerung der Geldpolitik angekündigt hatte, senkte sie am Mittwoch den mittelfristigen Ausleihesatz (MLF) für Banken. Pekings weitreichende Maßnahmen – die größten seit der Coronapandemie – umfassen auch Schritte zur Wiederbelebung des chinesischen Aktienmarkts und zur Unterstützung des angeschlagenen Immobiliensektors.
„Der Fokus in Asien liegt nach wie vor auf China“, schreiben die Analysten der UBS in einer Mitteilung an ihre Kunden. Die Frage sei, ob die Rally nachhaltig ist, denn die Anleger würden derzeit erst mal kaufen und später analysieren.
Derweil hat sich die Stimmung in der deutschen Exportindustrie im September den vierten Monat in Folge eingetrübt. Das Barometer für Exporterwartungen sank auf minus 6,3 Punkte von minus 5,2 Zählern im August, wie das Münchener Ifo-Institut am Mittwoch zu seiner Unternehmensumfrage mitteilte. Das ist der schlechteste Wert seit Februar.
„Die Industrie klagt über fehlende Aufträge aus dem Ausland“, sagte Ifo-Umfragechef Klaus Wohlrabe. „Die Exportwirtschaft befindet sich in einer Schwächephase.“
Zuletzt sind die deutschen Ausfuhren in die beiden weltgrößten Volkswirtschaften deutlich gesunken: Die Lieferungen in die USA gaben im August um 3,2 Prozent zum Vorjahresmonat auf 12,6 Milliarden Euro nach, die nach China brachen sogar um 15,2 Prozent auf 7,0 Milliarden Euro ein.
Das schwächelnde Exportgeschäft ist ein Grund dafür, weshalb die führenden Forschungsinstitute pessimistischer auf die deutsche Konjunktur schauen.
Bauaufträge sinken im Juli deutlich
Schlechte Nachrichten gab es auch aus dem Bausektor: Die deutsche Baubranche hat zu Beginn der zweiten Jahreshälfte einen Nachfrageeinbruch erlitten. Der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe fiel im Juli um 5,9 Prozent schwächer aus als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es sogar einen inflationsbereinigten Rückgang von real 9,7 Prozent.
„Im Baugewerbe haben sich mit den kräftig sinkenden Auftragseingängen die Aussichten für die nächsten Monate erneut verschlechtert“, kommentierte der Chefvolkswirt der Hamburg Commercial Bank, Cyrus de la Rubia, die Entwicklung. Für die nächsten Quartale sei im Hochbau nicht mit einer Erholung zu rechnen. „Beim Tiefbau könnte die Generalsanierung der Bahnstrecken sicherlich helfen“, sagte der Experte.
Gold auf Rekordhoch
Die Aussicht auf eine weitere Senkung der Zinsen in den USA lässt Anleger zu Gold greifen. Der Preis für das Edelmetall kletterte um bis zu 0,5 Prozent auf 2670,43 Dollar je Feinunze und erklomm damit ein frisches Rekordhoch.
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„Gold hat ein neues Allzeithoch erreicht, da die Märkte die Wetten auf eine weitere massive Zinssenkung der Fed im November steigerten“, sagte Han Tan, Analyst bei der Exinity Group. Niedrigere Zinssätze steigern die Attraktivität von unverzinslichem Gold gegenüber verzinslichen Anlagen.
Außerdem stieg der Euro auf den höchsten Stand seit gut einem Jahr. Der Kurs der Gemeinschaftswährung wurde zeitweise bei 1,1214 Dollar gehandelt. Das war zuletzt im vergangenen Sommer der Fall.
US-Häusermarkt
Die US-Amerikaner nutzen indes die gefallenen Zinsen, um ihre Hypotheken zu refinanzieren. Der Refinanzierungsindex des Verbands der Hypothekenbanken ist in dieser Woche auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren gestiegen. Der Index der Hauskaufanträge hat in der vergangenen Woche ebenso zugelegt.
Außerdem gibt das Handelsministerium bekannt, wie viele neue Häuser verkauft wurden. Es wird mit einem Rückgang um rund 14 Prozent gerechnet.
Einzelwerte im Fokus
SAP: SAP droht in den USA einmal mehr Ärger mit den Behörden: Einem Medienbericht zufolge ermittelt das US-amerikanische Justizministerium wegen des Verdachts von Preisabsprachen gegen mehrere Unternehmen, darunter der deutsche Softwarehersteller. Die Aktie des Dax-Schwergewichts verlor 2,4 Prozent.
Hornbach: Die Baumarktkette Hornbach ist im ersten Halbjahr dank Kostensenkungen und einer starken Frühjahrssaison profitabler geworden. Die Papiere notierten zwischenzeitlich gut zwei Prozent im Plus, ehe Anleger Gewinne realisierten.
Mit Material von Reuters