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Handelsblatt-MusterdepotsSo können Anleger mit Aktien breit in den KI-Boom investieren

Der Energie- und Materialhunger durch KI-Anwendungen schafft neue Investitionschancen. Fondsmanagerin Laetitia-Zarah Gerbes setzt auf Firmen, die dazu beitragen wollen, den Bedarf zu decken.Laetitia-Zarah Gerbes 27.09.2024 - 09:40 Uhr Artikel anhören
Die Strategen (v. l.): Gabriele Hartmann (Perspektive Asset Management), David Wehner (Do Investment) sowie Laetitia-Zarah Gerbes (Acatis Investment) Foto: Unternehmen

Frankfurt. Die Begeisterung über Künstliche Intelligenz (KI), die neue Inhalte wie Texte, Bilder, Musik oder Videos produziert, war groß, als sie Ende 2022 für den Endnutzer greifbar wurde. Wie massiv der Investitionsrausch um diese Technologie sein würde, ahnte jedoch kaum jemand. Heute gibt es ein regelrechtes Wettrennen, in dem Technologiegiganten wie Amazon, Alphabet und Microsoft versuchen, die Vorherrschaft in der KI zu erlangen.

Dies erfordert aber nicht nur immense finanzielle Ressourcen, sondern auch eine gewaltige Infrastruktur und eine starke Lieferkette, um die Hardware und den Strom bereitzustellen, die für den Betrieb der hochmodernen Rechenzentren erforderlich sind. Denn dieser technologische Fortschritt schafft einen enormen Energiebedarf.

Je komplexer solche KI-Modelle werden, desto mehr Rechenleistung und damit Energie benötigen sie. Der Investmentbank Goldman Sachs zufolge soll eine Frage an das KI-Sprachmodell ChatGPT schätzungsweise sechs bis zehn Mal mehr Energie verbrauchen als eine klassische Anfrage über die Suchmaschine Google.

Die Nutzung von KI nimmt exponentiell zu, führt daher zu hohen Wachstumsraten bei Hardware- wie auch Softwareleistung. Die Entwicklung leistungsfähiger KI-Modelle, wie sie beispielsweise für die Verarbeitung natürlicher Sprache oder Bilder etwa in Echtzeit, die etwa für autonomes Fahren eingesetzt werden, erfordert immense Rechenkapazität.

Hinter einer einfachen Suchanfrage bei Google oder bei ChatGPT steht ein Datensystem auf einem Großrechner. Elektronen wandern durch Datenleitungen hochmoderner Grafikkarten, Antworten werden zurückgeleitet oder ausgestrahlt. Das verbraucht Strom und erzeugt Hitze.

Schätzungen zufolge kostet das Trainieren neuer KI-Modelle bisher 100 Millionen Euro pro Training und Modell, künftig sogar eine Milliarde bis zu zehn Milliarden Euro. Selbst für eine Google-Antwort sind im Hintergrund hohe Investitionen erforderlich: in die Rechenzentren inklusive Kühlung, für die Stromversorgung und für den Datentransport.

Wir investieren im Zukunftsdepot in diesen Mega-Trend KI nicht nur über die genannten US-Technologieriesen, sondern in die Breite. So stellen sich an die genutzte Hardware ganz spezifische Anforderungen: Beispielsweise brauchen die superfeinen Strukturen auf den Chips Belichtungs- und Inspektionsgeräte, die häufig aus Deutschland kommen, etwa von Zeiss, Jenoptik und Trumpf, und in den Niederlanden von ASML montiert werden.

Das Design für fortschrittliche Chips kommt wiederum von Nvidia und AMD. Die großen Datenströme werden mit Leistungselektronik gesteuert, die beispielsweise von Infineon kommt. Infineon zufolge wird der Energieverbrauch dieser Rechner sich in den nächsten sechs Jahren vervierfachen. Zusätzlich zum ohnehin wachsenden Weltenergiebedarf wird nun also jede Menge Energie für die Rechenzentren gebraucht.

Atomkraft feiert ein Comeback

Der Energiehunger macht besonders großen Tech-Unternehmen mit ihrem enormen Stromverbrauch zu schaffen. Riesen wie Microsoft, Alphabet oder Amazon stehen unter Druck, neue, klimafreundlichere Energiequellen zu finden, damit sie ihre Klimaziele erreichen können. Denn ihr wachsender Energiebedarf infolge von KI verschlechtert ihre CO2-Bilanz deutlich.

Um den Energiebedarf beispielsweise des Rechenzentrums von Microsoft zu decken, wird nun ein altes Atomkraftwerk reaktiviert. 20 Jahre lang soll das „Three Mile Island“-Atomkraftwerk im US-Bundesstaat Pennsylvania ausschließlich Energie für Microsofts Rechenzentren produzieren. Es wird das erste stillgelegte Atomkraftwerk sein, das in den USA wieder ans Netz geht.

In der westlichen Welt gibt es nur noch wenig Fachkenntnis für den Bau von Atomreaktoren. Eine Ausnahme stellt beispielsweise der US-Kraftwerkbauer Westinghouse dar, der wiederum hälftig zum kanadischen Uranproduzenten Cameco und zum kanadischen Vermögensverwalter Brookfield gehört. Auch das unterstreicht, wie wichtig der Ausbau erneuerbarer Energien ist.

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Die KI bestimmt bereits diverse Bereiche des Lebens, von der Gesundheitsversorgung bis hin zur Finanzindustrie. Positiv gesehen, belebt dieser Megatrend die Nachfrage nach einer Vielzahl von Produkten, die von einer ganzen Reihe interessanter Unternehmen hergestellt werden. Beispielsweise allein um die Stromnetze miteinander zu verbinden, braucht es Stromkabel, die etwa vom italienischen Kabelhersteller Prysmian stammen. Für Anleger bieten sich Chancen in verschiedensten durch die KI-Revolution beeinflussten Bereichen.

Erstpublikation: 27.09.2024, 06:59 Uhr.

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