Anlagestrategie: Der Dax ist nur scheinbar günstig bewertet
Bei den aktuellen Kursrückgängen sind schlechte Unternehmenszahlen schon eingepreist.
Foto: imago images/Jan HuebnerDüsseldorf. Gut 20 Prozent hat der Dax seit Jahresbeginn verloren, ebenso viel der wichtigste US-Index S&P 500 und der MSCI World. Damit ist die Ausgangslage klar: Aktionäre rechnen global mit schlechteren Zeiten und stellen sich bereits jetzt auf Gewinnrückgänge ein.
Nach Ansicht der DZ Bank sorgt das für Marktturbulenzen und Kursrücksetzer, die dann aber „bei konkreten Veröffentlichungen durch die Unternehmen in den kommenden Wochen milder ausfallen dürften – eben weil Anleger sich bereits darauf eingestellt haben“. Das Bankhaus sieht den Dax bis auf 12.500 Punkte fallen, wohl wissend, dass dieses Niveau bereits kurzzeitig erreicht wurde.
Bei solch einem Rückfall sei eine sich anbahnende Gewinnrezession im „höheren“ einstelligen Prozentbereich berücksichtigt. Derlei Prognosen sind zwar immer mit Vorsicht zu genießen, weil Aktienkurse durch Nachfrage und damit Stimmungen getrieben werden, doch sie geben immerhin Orientierung.
Basis für diese Annahmen sind die erwarteten Gewinne der Konzerne im Verhältnis zu ihren aktuellen Aktienkursen. Daran gemessen steht der Dax nach seinem 20-prozentigem Kursrücksetzer erst einmal gut da. Denn wer heute einen Anteilsschein auf den Index erwirbt, beispielsweise in Form eines ETFs, bezahlt die 40 Unternehmen und heruntergerechnet ihre Anteilsscheine nur noch mit dem zehnfachen erwarteten Nettogewinn.