Corona Impfstoff: Später Start, fehlende Experten: Diese Fehler machte die EU beim Corona-Impfstoffkauf
Die Prüfer kritisierten die Geheimhaltung um die persönlichen Verhandlungen zwischen der EU-Kommissionspräsidentin und dem Pfizer-Chef.
Foto: ddp/abaca pressBrüssel. Planungsteams ohne Logistikexperten und keine Absicherung gegen Lieferausfälle: Bei der Beschaffung der Corona-Impfstoffe hat die EU sich einige Patzer geleistet – besonders wenn man die Impfkampagne mit der in den USA und Großbritannien vergleicht. Zu diesem Schluss kommt der Europäische Rechnungshof in einem am Montag vorgelegten Bericht.
Nicht nur EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kommt in dieser ersten offiziellen Bilanz eher schlecht weg. Ihren Beamten wird vorgeworfen, in den Verhandlungen mit den Impfstoffherstellern handwerkliche Fehler gemacht zu haben. Die Prüfer zweifeln auch an der Bereitschaft der Behörde, aus ihren Fehlern zu lernen.
Die Einschätzung des Rechnungshofs ist von aktueller Bedeutung, weil gerade darüber diskutiert wird, ob die Kommission auch den gemeinsamen Gaseinkauf der EU-Staaten koordinieren sollte. Ein gemeinsames Vorgehen würde die Gaspreise drücken, wird in Brüssel argumentiert. Doch dürfte die Erfahrung mit den Impfstoffen die Skeptiker nicht gerade beruhigen.
Die Impfstoffbeschaffung war eine gewaltige strategische und logistische Herausforderung: Von August 2020 bis November 2021 unterzeichnete die EU-Kommission elf Lieferverträge mit acht Herstellern (Biontech/Pfizer, Curevac, Astra-Zeneca, Moderna, Janssen, Valneva, Sanofi/GSK, Novavax).