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  5. Rendite mit Hund und Hamster: Diese Tierbedarf-Aktien profitieren von der Corona-Einsamkeit

GeldanlageMehr als 2000 Prozent Kursplus in fünf Jahren: Diese Aktien profitieren vom Trend zum Haustier

Immer mehr Menschen legen sich Tiere zu. Ein Trend, auf den auch Anleger setzen können. Sechs Wege, in den Markt einzusteigen.Philipp Frohn 16.02.2021 - 12:23 Uhr Artikel anhören

Corona steigert die Nachfrage nach tierischen Begleitern - und lässt die Kurse von Heimtieraktien wachsen.

Foto: Handelsblatt

Frankfurt. Wenn es nach Zoo Zajac geht, dann hat der Lockdown auch seine guten Seiten. Der größte Zoofachhandel der Welt gehört zu den Profiteuren der Pandemie. Wie am Fließband verkauft das Unternehmen während der Corona-Zeit Haustiere. Ob Katze, Hund oder Hamster: Die Nachfrage steigt rasant. Nach Angaben des Verbands für das deutsche Hundewesen (VDH) sind im Jahr 2020 allein rund 20 Prozent mehr Hunde gekauft worden als in den Jahren davor.

Anleger blicken vor diesem Hintergrund inzwischen interessiert auf Aktien von Tierbedarfsprodukten. „Investments in dem Bereich sind eine langfristige Geldanlage“, sagt Andreas Fruschki, der sich für die Allianz Global Investors um Themenfonds kümmert.

Schon in den letzten Monaten haben die Kurse von Herstellern für Tiernahrung, -medikamenten oder -versicherungen deutlich an Wert zugelegt. Lohnt sich mitten im Boom noch ein Einstieg? Und was sind die wichtigsten Aktien? Das Handelsblatt stellt im Folgenden eine Auswahl von Papieren der Branche vor und nennt deren Potenzial.

Zoetis: Noch Luft nach oben

Der US-Hersteller von Arzneimitteln und Pharmaprodukten für Tiere ist eine ehemalige Tochterfirma des Pharmakonzerns Pfizer. Zumindest innerhalb der vergangenen zwölf Monate entwickelte sich die Zoetis-Aktie eher moderat. Der Kurs stieg seit Anfang 2020 um mehr als elf Prozent auf 166 Dollar. Auf Fünfjahressicht aber legte die Aktie um 310 Prozent zu.

Dennoch sieht die Mehrheit der Fachleute bei Zoetis noch deutlich Luft nach oben. Dementsprechend raten 13 von insgesamt 21 Experten zum Kauf. Das Kurspotenzial liegt mit 189 Dollar demnach gut 13,8 Prozent über dem aktuellen Niveau. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 37,5 ist die Aktie deutlich günstiger bewertet als Zooplus.

Zooplus: Teurer SDax-Titel

Das in München ansässige Unternehmen betreibt eine Internet-Handelsplattform für Tierbedarfsprodukte und ist im SDax gelistet. Binnen eines Jahres hat sich die Zooplus-Aktie um 169 Prozent auf 244 Euro verteuert. Auf Fünfjahressicht zog der Wert um gut 120 Prozent an.

Die Analystenbewertungen gehen bei der Zooplus-Aktie stark auseinander. Drei raten zum Kaufen, sechs zum Halten, und weitere drei Bankexperten empfehlen, sich von der Aktie zu trennen.

Die Analysten von JP Morgan Chase raten zum Kauf und geben ein Kursziel von 225 Euro an. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 86 ist das Papier indes stolz bewertet.

Obwohl Zooplus jüngst seine Umsatzprognose für 2020 auf 1,3 Milliarden Euro anhob, bleibt die britische Bank Barclays skeptisch. Die zwölf Marktexperten, die das Unternehmen regelmäßig covern, beziffern das Kursziel im Schnitt bei 161,50 Euro – und damit deutlich niedriger als das Papier aktuell notiert. Hauptgrund: Die Marge bei Zooplus sei niedrig.

PetMed Express: Investoren hatten auf mehr gehofft

Die Online-Apotheke für Tierarzneimittel ist an der US-Technologiebörse Nasdaq gelistet. Innerhalb eines Jahres stieg der Kurs um fast 31 Prozent auf 37,10 Dollar. In den vergangenen fünf Jahren legte der Wert der PetMed-Express-Aktie gar um 120 Prozent zu. Zwischenzeitlich notierte der Kurs mit gut 57 Dollar deutlich über dem aktuellen Niveau.

Zuletzt hatte PetMed Express die Wall Street nämlich enttäuscht. Der Tierbedarfshändler steigerte seinen Umsatz zwar auf rund 65,9 Millionen Dollar. Investoren waren allerdings von einem stärkeren Wachstum ausgegangen. Mit zwei Analysteneinschätzungen fällt die Bewertungsgrundlage für die Aktie jedoch überschaubar aus. Ein Experte rät zum Halten, einer zum Verkauf.

Das mittlere Kursziel liegt laut Daten von Bloomberg zufolge bei 33 Dollar – also niedriger als die aktuelle Bewertung. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis fällt mit 22,9 vergleichsweise moderat aus, und die Aktie lockt mit einer vergleichsweise hohen Dividendenrendite von 3,19 Prozent.

FreshPet: Der Bitcoin unter den Tieraktien

Das US-Unternehmen FreshPet springt auf einen Trend auf, der für Haustierbesitzer immer stärker in den Fokus rückt: gesunde Ernährung für ihre tierischen Begleiter. Die Märkte honorieren das Geschäftsmodell des Nasdaq-Unternehmens mit einem Kursplus von 152 Prozent binnen eines Jahres. Auf Fünfjahressicht legte das Wertpapier gar um über 2360 Prozent zu. Die FreshPet-Aktie ist so etwas wie der Bitcoin unter den Tier-Wertpapieren.

Mit 157 Dollar liegt das durchschnittliche Kursziel der Analysten jedoch inzwischen unter dem aktuellen Kursstand. Eine Mehrheit der Marktbeobachter blickt trotzdem grundsätzlich optimistisch auf FreshPet-Aktien.

So raten elf Experten zum Kauf, drei zum Halten und einer zur Trennung vom Papier. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 280 ist das Papier höher bewertet als viele wachstumsstarke Technologie-Aktien. Zum Vergleich: Amazon bringt es auf ein KGV von 70.

Trupanion: Noch Potenzial

Von solchem Wachstum können viele Versicherer nur träumen: Innerhalb eines Jahres verzeichnete die Aktie des Haustier-Versicherers Trupanion ein Plus von 266 Prozent auf 107,86 Dollar – binnen fünf Jahren belief es sich sogar auf 1020 Prozent. Das US-Unternehmen machte im vergangenen Jahr einen Jahresumsatz von 383 Millionen Dollar, aber Geld verdient der Versicherer kaum. Im dritten Quartal lag der Verlust bei 0,04 Dollar pro Aktie.

Die Mehrheit der Analysten glaubt dennoch an weiteres Potenzial der Papiere. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 128,25 Dollar – gut 18,9 Prozent über dem derzeitigen Niveau. Zwei Experten raten zum Kauf, vier zum Halten der Aktie - niemand zum Verkauf.

Allianz Pet and Wellbeing A Fonds: Ein Fonds für Haustieraktien

Die Allianz Global Investors hat einen Themenfonds lanciert, mit dem Anleger vom Trend-Investment Haustieraktien profitieren sollen. Der Fonds investiert ausschließlich in Unternehmen, die in dem Bereich vertreten sind. Das Fondsvermögen fällt mit etwa 325 Millionen Euro gering aus. Zum Vergleich: Das Fondsvermögen des iShares Core MSCI World UCITS ETF von Blackrock beläuft sich auf über 32 Milliarden Dollar.

Die größten Positionen im Allianz-Themenfonds mit jeweils etwa 6,5 Prozent nehmen der Tierversicherer Trupanion und das Futterunternehmen FreshPet ein – zwei Unternehmen also, deren Aktien in der Vergangenheit im vierstelligen Bereich gewachsen sind. Auch in Nestlé investiert der Fonds einen Teil des Anlegerkapitals. Der Nahrungsmittelkonzern führt mehrere Tierfuttermarken.

Innerhalb eines Jahres hat der Fonds rund 30 Prozent an Wert zugelegt. Seitdem er im Januar 2019 aufgelegt wurde, machten Anleger eine Rendite von rund 60 Prozent. Aktuell beläuft sich der Ausgabepreis für einen Fondsanteil auf gut 167 Euro, der Rücknahmepreis liegt bei 159 Euro.

Fondsmanager Andreas Fruschki blickt optimistisch auf die weitere Entwicklung der Performance. Denn nicht nur in westlichen Ländern nähmen die Leute Haustiere zunehmend als Familienmitglied wahr: Zunehmend wächst die Bedeutung von Haustieren auch in asiatischen Ländern. Für Fruschki beste Voraussetzungen für weiteres Wachstum.

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Fazit: Der Haustiermarkt boomt, die Zeichen für einen anhaltenden Trend stehen gut. Viele Aktien in der Branche bescheren Anlegern deutlich höhere Renditen als klassische Indizes. Im Vorjahresvergleich kommt der Dax auf ein Plus von etwa vier Prozent, der MSCI World immerhin auf 16 Prozent.

Doch das starke Kurswachstum im vergangenen Jahr macht auch bei Heimtieraktien den Einstieg teuer. Analysten sehen manches Wertpapier als überbewertet an. Wer jetzt noch einsteigt, sollte also genau hinschauen. Doch die besten Aktien haben in den Augen der Analysten noch ein Kurspotenzial von fast 20 Prozent.

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