Nachhaltiges Investieren: Grüne Aktien: Droht eine Blase durch Regulierung?
Mit dem grünen Gewissen lässt sich Geld verdienen – viel Geld.
Foto: dpaFrankfurt. Das Top-Thema in der Finanzbranche heißt Nachhaltigkeit. Wie sehr es auch die Vermögensverwalter aufwühlt, belegt der Fall SEC und DWS. Die US-Börsenaufsicht überprüft aktuell, ob die Deutsche-Bank-Fondsgesellschaft bei den Angaben zu ihren nachhaltigen Anlagen übertrieben hat. Sie geht Anschuldigungen der ehemaligen DWS-Nachhaltigkeitschefin nach. Der Vermögensverwalter sprach am Freitag von „unbegründeten Vorwürfen“ und stellte klar: „Wir weisen die Anschuldigungen einer ehemaligen Mitarbeiterin entschieden zurück.“
Die Aufregung um die Vorwürfe zeigt auch, wie wichtig der Bereich für Asset-Manager und Anleger geworden ist. Mit dem grünen Gewissen lässt sich Geld verdienen – viel Geld. Wer vor knapp zehn Jahren Aktien von Vestas Wind Systems kaufte, der konnte sie beim Höchststand im Januar dieses Jahres zum 60-fachen Preis verkaufen.
Das Beispiel des dänischen Herstellers von Windkraftanlagen ist kein Einzelfall. Auch ähnliche Aktien sind durch den Ansturm der Anleger entsprechend teuer geworden. „Die Investoren kaufen, weil die Nachfrage nach erneuerbaren Energien steigt und weil die weltweiten regulatorischen Initiativen für eine nachhaltige Wirtschaft in diese Richtung drängen“, erklärt Norbert Keimling, Aktienstratege beim Vermögensverwalter Taunus Trust. Er glaubt allerdings: „Irgendwann müssen sich die Bewertungen normalisieren.“