Regulierung: Anleger sollen am grauen Kapitalmarkt besser geschützt werden – „Die schwarzen Schafe haben es jetzt schwerer“
Mit Direktinvestments in Seecontainer bei P&R und Magellan verloren Anleger Milliarden Euro. Nun verschärft die Bundesregierung die Spielregeln am grauen Kapitalmarkt.
Foto: VIA REUTERSBerlin. Für Privatanleger, die in den vergangenen Jahren viel Geld bei dubiosen Anlagefirmen verloren haben, war diese Woche gleich in zweierlei Hinsicht bemerkenswert: Am Mittwoch verurteilte das Landgericht München den früheren „Graumarktkönig“ Malte Hartwieg zu neun Jahren Haft, weil er Tausende seiner Investoren um 160 Millionen Euro betrogen hat. Ein Urteil mit Signalwirkung, zumal Hartwieg geständig war. Fast zeitgleich, einen Tag vorher, trat in Berlin das in Kraft, was die Bundesregierung im Zuge zahlreicher Anlegerskandale schon länger versprochen hat: eine Gesetzesverschärfung, um Schneeballsysteme nach den bisherigen Mustern zu verhindern.
Wer künftig von Privatanlegern Kapital einwerben will, muss konkrete Anlageobjekte benennen, für die das Geld vorgesehen ist. Blindpool-Konstruktionen, bei denen Emittenten erst nach der Akquise über die Verwendung der Gelder entscheiden, sind nun verboten.
Branchenkenner loben das „Gesetz zur weiteren Stärkung des Anlegerschutzes“. „Es ist ein kleiner Schritt für den Gesetzgeber, aber ein großer für den Anlegerschutz“, sagt der Rosenheimer Fachjournalist Stefan Loipfinger, der als Sachverständiger im Finanzausschuss zu den Regulierungsplänen angehört wurde. Seine Prognose: „Die schwarzen Schafe am grauen Markt haben es jetzt deutlich schwerer.“ Den Anbietern bleibt eine Übergangsfrist von zwölf Monaten, sich auf die neuen Anforderungen einzustellen. Anlegeranwalt Jens Reime aus Bautzen erwartet trotzdem, dass einige Firmen bald in Schieflage geraten. „Schneeballsysteme dürften nun aufliegen, weil deren Initiatoren kein Geld mehr für neue Projekte generieren können.“