Scope Investment Awards 2020: Das sind die besten Fondsanbieter
Die Auszeichnungen gelten als wichtigste der Branche.
Foto: Bernd Roselieb für HandelsblattFrankfurt. Scope Analysis zeichnet die besten Fondshäuser in verschiedenen Kategorien aus. Fidelity International ist der Gewinner unter den Universalanbietern mit breiter Produktpalette. Im Fokus stehen aber auch die Spitzenhäuser mit spezialisiertem Fondsangebot. Die besten Anbieter für Anlagekategorien wie Aktien, Anleihen sowie für gemischte Portfolios zeichnen sich durch eine besondere Expertise aus.
Ein Wolf an der Spitze: Der Vermögensverwalter Lupus Alpha feiert im kommenden Jahr sein 20-jähriges Bestehen. Da kommt es ganz recht, wenn die Vertreter des knapp zwölf Milliarden Euro verwaltenden Hauses noch in diesem Jahr den Award für den besten Spezialanbieter mit begrenztem Produktangebot in Empfang nehmen können. Und das zum zweiten Mal in Folge.
Der Verwalter konzentriert sich auf Terminmarktstrategien, Nebenwerte und spezielle Anleihen. Mitgründer Ralf Lochmüller sieht anhaltenden Rückenwind: „Mit den niedrigen Zinsen werden wir wohl länger leben müssen, da bleiben unsere Ansätze gefragt.“
Der Lupus-Alpha-Gründer ist Spezialist für Unternehmen aus der zweiten Reihe.
Foto: Lupus AlphaSo seien beispielsweise Nebenwerte in vielen Depots von Investoren noch unterrepräsentiert. Zu den Fonds zählt etwa der europaweit anlegende „Dividend Champions“ mit bislang 24 Prozent Ertrag in diesem Jahr. Lupus Alpha sucht gezielt nach führenden Firmen, getreu dem eigenen Firmennamen: Es ist der lateinische Begriff für den Leitwolf.
Kontinuierliche Franzosen: Zum sechsten Mal in Folge gewinnt Comgest den Preis für das beste Aktienhaus. Aber genau diese Konstanz ist auch der Anlagephilosophie des französischen Verwalters zuzuschreiben: „Wir suchen Firmen mit überlegenem Wachstum und damit langfristig überlegener Performance – das funktioniert“, sagt Comgest-Fondsmanager Franz Weis.
Und ergänzt: „Wir weichen von diesem Stil nicht ab, auch wenn wir kurzfristig bei den Erträgen einmal hinten liegen.“ Weis sieht in der Unabhängigkeit des Hauses und der Konstanz beim Personal große Vorteile. Er betreut den Flaggschifffonds „Growth Europe“ für europäische Wachstumswerte und erzielte im laufenden Jahr 27 Prozent Ertrag. Aufholbedarf hat das zweite wichtige Produkt des Hauses, der „Magellan“, für Anlagen in Schwellenländern.
Kämpfer gegen Minuszins: Ein wenig bekannter Verwalter wird als Sieger im Anleihesegment prämiert. Es ist das belgische Haus Degroof Petercam, entstanden durch die Fusion zweier Finanzinstitute vor vier Jahren. Die Experten des Asset-Managers, der 37 Milliarden Euro verwaltet, setzen auf aktive Anleiheauswahl und Mut zur Meinung. „Wir denken außerhalb des Mainstreams“, sagt Deutschlandchef Thomas Meyer.
Aktuell haben die Strategen des Hauses die Laufzeiten der Bonds verkürzt und damit die Risiken gesenkt. „Wir sind vorsichtiger geworden, denn die tiefsten Punkte bei den Renditen und spiegelbildlich die höchsten Kurse werden wir erst einmal gesehen haben“, argumentiert Meyer. Bisher lagen die Experten von Degroof Petercam gut mit ihren Entscheidungen. Der Fonds „Bonds Eur Corporate High Yield“ für europäische Hochzinsleihen beispielsweise liegt in diesem Jahr mit rund zehn Prozent im Plus.
Gute Kombinierer: Die Kompetenz für Mischfonds sitzt in Wien. Der zweitgrößte österreichische Asset-Manager räumt den Preis als bester Mischfondsverwalter ab. Raiffeisen Capital Management betreut 37 Milliarden Euro. Von dem Kapital entfällt mehr als ein Drittel auf Produkte, die mit der Kombination verschiedener Anlageklassen eine Vermögensverwaltung aus einem Guss bieten wollen.
Ein Beispiel ist der „Raiffeisen 337“. „Über die Hälfte der Gelder steckt in Anleihen, fast ein Viertel in europäischen Aktien und knapp ein Fünftel in Rohstoffen“, sagt Kurt Schappelwein, Leiter des Mischfondsbereichs bei Raiffeisen Capital Management. Bei Anleihen erwartet er in Zukunft nur bis zu zwei Prozent jährlichen Ertrag. Bei den Aktien lassen die Manager die Finger von der Wall Street: „US-Aktien halten wir für ausgereizt.“
Mehr: Nach einem Jahr mit großen Gewinnen in allen Anlageklassen setzen Investoren und Banken für 2020 vor allem auf Aktien. Doch sie werden bescheidener.