Trigema-Chef Wolfgang Grupp: „0,01 Prozent Zinsen? Ist mir egal! “
„In den Augen der Berater mache ich alles falsch.“
Foto: picture alliance/dpaDüsseldorf. Plötzlich steht der Name Wolfgang Grupp in den Akten. Cum-Ex heißen die Geschäfte, mit denen Banken und reiche Kunden in drei Monaten zweistellige Renditen scheffelten. Die Gewinne kamen dabei aus der Steuerkasse. Der dadurch entstandene Schaden wird auf zwölf Milliarden Euro taxiert. Staatsanwaltschaften ermitteln deutschlandweit. Dem Handelsblatt fiel eine Liste in die Hände, die von einer bekannten Steuerrechtskanzlei stammt. Ein Name stach heraus: Wolfgang Grupp. Neben dem Namen stand ein Betrag: zehn Millionen Euro, dahinter ein Fragezeichen. Hat der deutsche Textilunternehmer, auch König von Burladingen genannt, in windige Steuergeschäfte investiert? Das Handelsblatt fragte beim Trigema-Chef nach. Es entwickelte sich folgendes Gespräch:
Guten Tag, Herr Grupp. Ist es richtig, dass Sie in Cum-Ex-Geschäfte investiert haben?
Sie müssten mir erst einmal genauer erklären, was das für Geschäfte sind.
Geschäfte auf Kosten der Steuerzahler. Die Gewinne dabei kommen aus der Erstattung von Kapitalertragsteuern, die gar nicht abgeführt wurden.
So etwas mache ich nicht.
Sind Sie sicher? Wir haben Ihren Namen auf einer Liste von Investoren gefunden.
Ich investiere grundsätzlich nicht in Anlagen. Ich investiere gar nicht. Ich habe bei Trigema 100 Prozent Eigenkapital. Als Kapitalanlage nur Festgelder.