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Arbeitnehmer im AufsichtsratDeutsche Bank: Verdis Dominanz im Aufsichtsrat bröckelt

Die Gewerkschaft verliert bei den Wahlen der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat ein Mandat, bleibt aber stärkste Kraft. Der Betriebsratschef rückt neu ins Kontrollgremium ein.Yasmin Osman 05.04.2023 - 18:13 Uhr Artikel anhören

Bei der Commerzbank dominiert Verdi den Aufsichtsrat, bei der Deutschen Bank hat die Dienstleistungsgewerkschaft traditionell zu kämpfen.

Foto: IMAGO/Schöning

Frankfurt. Die Kräfteverhältnisse unter den Arbeitnehmervertreterinnen und -vertretern im Aufsichtsrat der Deutschen Bank haben sich leicht verschoben: Bislang hielt die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi sechs von neun Mandaten. Eines davon hat sie nun an die Konkurrenzliste der Gewerkschaft DBV verloren, die von Konzernbetriebsratschef Frank Schulze geführt wird. Das bestätigte Verdi sowie die Konkurrenzgewerkschaft DBV auf Anfrage.

Damit hat Verdi fünf von neun möglichen Mandaten erobert, die Konkurrenz von der Gewerkschaft DBV erhielten die übrigen vier Sitze. Das Abstimmungsergebnis fiel damit deutlich anders aus als bei der Commerzbank, wo alle neun Mandate an Verdi gingen. Verdi hat bei der Deutschen Bank traditionell einen schweren Stand. Die Gewerkschaft spielt bei der Postbank eine dominante Rolle, nicht aber bei der Deutschen Bank selbst.

„Wir sind zufrieden, dass wir stärkste Kraft geblieben sind“, sagte Jan Duscheck, der bei Verdi die Fachgruppe Bankengewerbe leitet, dem Handelsblatt. Stephan Szukalski, der über die Gewerkschaftsliste DBV in das Kontrollgremium gewählt wurde, sagte: „Ich freue mich über den Zuwachs und das gute Ergebnis.“

Bei den Wahlen für den Aufsichtsrat werden separat sechs Vertreterinnen und Vertreter aus dem Unternehmen gewählt, in der Regel Betriebsräte. Drei weitere Personen werden über Gewerkschaftslisten gewählt. Die leitenden Angestellten wählen eine eigene Vertretung, gewonnen hat das Mandat eine Unabhängige.

Bei den Gewerkschaftsvertretern konnte Verdi zwei von drei Mandaten verteidigen. Verloren hat die Dienstleistungsgewerkschaft bei den innerbetrieblichen Listen. Ein Grund dafür dürfte sein, dass die Konkurrenzliste von Konzernbetriebsratschef Frank Schulze angeführt wurde und damit von einem bekannten Gesicht. Die Verdi-Liste und die Konkurrenz-Liste „Team4Future“ erhielten jeweils drei Mandate. Bei der vorangegangenen Wahl hatte Verdi noch vier Mandate gewonnen.

Mit Schulze zieht nun erstmals seit 2018 wieder der amtierende Konzernbetriebsratschef in den Aufsichtsrat ein. Das liegt daran, dass die Deutsche-Bank-Betriebsräte vor fünf Jahren den damaligen Amtsinhaber Detlef Polascheck überraschend abgewählt und durch Schulze ersetzt hatten. Polascheck blieb doppelter Vize: Er wurde Vizechef des Gesamtbetriebsrats und behielt auch im Aufsichtsrat der Bank den Vizeposten.

Wer künftig den für Arbeitnehmervertreter vorgesehenen Vizeposten im Aufsichtsrat übernimmt, ist fraglich. Gesamtbetriebsratschef Schulze ist innerbetrieblich der ranghöchste Arbeitnehmervertreter. Doch Verdi hat ein Mandat mehr gewonnen. Schlägt sich die unabhängige Vertreterin der leitenden Angestellten auf die Seite von DBV und Unabhängigen, käme es zu einer Pattsituation.

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