Banken: Erneuter Rekord beim bargeldlosen Bezahlen mit der Girocard
Die Girocard wird immer populärer.
Foto: obsFrankfurt. Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland nutzen immer häufiger die Girocard, besser bekannt unter ihrem alten Namen „EC-Karte“, zum bargeldlosen Bezahlen. Die Zahl der Girocard-Transaktionen stieg im vergangenen Jahr auf 6,7 Milliarden, wie Euro Kartensysteme (EKS), ein Gemeinschaftsunternehmen der deutschen Banken und Sparkassen, am Dienstag mitteilte.
Das ist ein Plus von 13,4 Prozent – und liegt noch einmal über den Zuwächsen des Vorjahrs. Schon 2021 war ein Rekordjahr für die Girocard gewesen. Die gesamten Umsätze mit der Girocard summierten sich im Jahr 2022 auf 284 Milliarden Euro nach 253 Milliarden Euro ein Jahr zuvor.
Gemessen an der Zahl der Bezahlvorgänge nutzten die Deutschen zuletzt aber immer noch am liebsten Bargeld. Rund 60 Prozent der Transaktionen tätigten sie 2021 mit Scheinen und Münzen.
Der Großteil der deutschen Banken gibt, gebunden an das Girokonto, Girocards an die Kundinnen und Kunden aus. Laut EKS sind mehr als 100 Millionen Girocards in Umlauf. Mittlerweile akzeptieren mehr als eine Million Kartenterminals an Ladenkassen und andere Bezahlstationen die ehemalige EC-Karte.
Für die Kreditinstitute bedeutet der zunehmende Einsatz der Girocard eine wachsende Einnahmequelle. Sie erhalten bei jeder Transaktion einen kleinen Anteil am Umsatz, maximal 0,2 Prozent. Der Schnitt bei der Girocard liegt allerdings darunter.
Vier von fünf Girocard-Transaktionen sind kontaktlose Zahlungen
Einen weiteren Schub gab es für das kontaktlose Bezahlen, das der Einzelhandel während der Coronapandemie aus Hygienegründen besonders beworben hatte. „Zum Jahresende 2022 erfolgten rund vier von fünf Zahlungen im Girocard-System kontaktlos“, bilanzierte EKS. Der Anteil dieser Zahlungen mit der Girocard erhöhte sich binnen Jahresfrist von knapp 73 Prozent auf 79 Prozent.
Dabei muss man die Karte nicht in das Kartenlesegerät an der Kasse einstecken, sondern nur noch dicht heranhalten. Für Beträge bis zu 50 Euro entfällt in der Regel die Eingabe des Geheimcodes. Das kontaktlose Zahlen per Karte funktioniert per NFC-Technologie, kurz für Near Field Communication. Auch Apple Pay und Google Pay setzen auf die NFC-Technik.
Mit weiteren Funktionen will die Deutsche Kreditwirtschaft die Girocard für den digitalen Einsatz und die Nutzung im Onlinehandel aufwerten. „Dazu zählt auch das einfache Bezahlen innerhalb von Smartphone-Apps, die künftig mögliche Verknüpfung mit Bonusprogrammen oder die Einbindung der Girocard in Wallets“, erklärte EKS. „Die neuen Entwicklungen werden dabei stark auf das kontaktlose Bezahlen mit Karte und insbesondere die digitale Girocard in Smartphone oder Smartwatch ausgerichtet sein.“
Der Start als Onlinebezahl-Option der Girocard kommt allerdings spät. Die deutschen Verbraucher zahlen ihre Interneteinkäufe meist per Rechnung, per Onlinebezahldienst Paypal oder per Kreditkarte. Der Onlinebezahldienst der deutschen Banken, Giropay, fristet ein Nischendasein. Giropay wurde mit dem zweiten Onlinebezahlverfahren der deutschen Kreditwirtschaft, Paydirekt, zusammengelegt. Aber auch das brachte keinen Durchbruch.
Der durchschnittliche Bezahlbetrag mit der Girocard sank binnen Jahresfrist weiter von 42,82 Euro auf 42,34 Euro. Bei kontaktlosen Zahlungen mit der Girocard stieg der Durchschnittsbetrag unterdessen weiter von 37,70 Euro auf 38,50 Euro.
Mit Material von dpa