Banken: ING sammelt mehr als 15 Milliarden Euro an Einlagen ein
Frankfurt. Die Zins-Aktionen der ING Deutschland zum Jahresstart zeigen Erfolg: Die Bank verzeichnete im ersten Quartal dieses Jahres Einlagenzuflüsse in Höhe von mehr als 15 Milliarden Euro. Insgesamt verwaltete das Institut per Ende März 167,7 Milliarden Euro an Kundeneinlagen.
Das geht aus den am Freitagmorgen veröffentlichten Quartalszahlen des niederländischen Mutterkonzerns ING hervor. Im vergangenen Jahr konnte das Institut insgesamt 6,8 Milliarden an neuen Einlagen einsammeln. Zum Vergleich: Bei der zweitgrößten Direktbank DKB sank der Einlagenbestand 2024 um vier Milliarden auf 96 Milliarden Euro.
Die ING sprach von einer „erfolgreichen Werbekampagne“ in Deutschland. Seit März bietet die ING Deutschland einen Aktionszins von drei Prozent auf Tagesgeld für den Zeitraum vom 1.3. bis 30.6.2025 – bis zu einem Guthabenlimit von 250.000 Euro.
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Voraussetzung für Bestandskunden war, dass im Aktionszeitraum vom 6.2. bis zum 24.2.2025 neues Geld eingezahlt wurde.
Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Einlagenzins, den die EZB Banken zahlt, wenn sie Geld bei ihr parken, Mitte April auf 2,25 Prozent gesenkt.
Risikovorsorge und Zinsüberschuss belasten Ergebnis
Trotz des hohen Einlagenzuflusses musste die ING Deutschland im ersten Quartal einen deutlichen Gewinnrückgang hinnehmen. Der Vorsteuergewinn brach von Januar bis März im Vorjahresvergleich um 26 Prozent auf 364 Millionen Euro ein.
Ein Grund war eine um 50 Millionen Euro höhere Risikovorsorge für ausfallgefährdete Kredite. Zudem sank das Zinsergebnis im Vergleich zum Vorjahresquartal um acht Prozent auf 743 Millionen Euro. Dies konnte auch der Provisionsüberschuss nicht ausgleichen, der um fast 36 Prozent auf 163 Millionen Euro gestiegen war.
Hauptgewinntreiber war das Geschäft mit Privatkunden. Die Sparte verzeichnete einen Vorsteuergewinn von 342 Millionen Euro – gut zehn Prozent unter dem Wert des Vorjahresquartals.
Der Gewinn der Firmenkundensparte ist regelrecht weggebrochen. So machte die Bank im Geschäft mit Unternehmenskunden einen Vorsteuergewinn von 22 Millionen Euro, was einem Rückgang von 81 Prozent entspricht.
Mutterkonzern kündigt neues Aktienrückkaufprogramm an
Erst Ende März hatte die ING Deutschland ein lang gehegtes Ziel erreicht: Das Geldinstitut zählte erstmals mehr als zehn Millionen Kunden.
Auch der niederländische Mutterkonzern ist mit einem Gewinnrückgang ins neue Jahr gestartet, hat allerdings die Erwartungen der Analysten übertroffen. Der Nettogewinn sank um fast acht Prozent auf 1,46 Milliarden Euro, wie das Geldhaus in Amsterdam mitteilte. Analysten hatten hingegen nur 1,40 Milliarden Euro erwartet.
Zudem kündigte die Bank ein neues Aktienrückkaufprogramm in Höhe von zwei Milliarden Euro an. An der Börse kam das gut an, die Aktie legte um bis zu gut sieben Prozent zu.
Erstpublikation: 02.05.2025, 11:47 Uhr.