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Banken-NewsSüdkorea will zwei internationale Investmentbanken wegen Leerverkäufen bestrafen

Live-BlogSchweizer Regierung ernennt Fed-Mitarbeiter zum neuen Direktoriumsmitglied der SNB +++ UBS macht Risiken bei Fusionsgenehmigungen aus +++ Der News-Blog.Lisa Oenning, George Timm, Leonard Frick 16.10.2023 - 10:42 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Leerverkäufe gelten in Südkorea als illegal. Nun sollen das erste Mal zwei internationale Banken dafür bestraft werden, sie trotzdem zu tätigen.

Foto: AP
16.10.2023 – 06:41 Uhr Katharina Schnurpfeil

Südkorea will zwei internationale Investmentbanken wegen Leerverkäufen bestrafen

Die südkoreanische Finanzaufsicht FSS schlägt vor, gegen zwei weltweit tätige Investmentbanken Rekordstrafen zu verhängen, weil sie „routinemäßig und absichtlich“ ungedeckte Leerverkäufe getätigt haben. Das gilt in Südkorea als illegal.

Die in Hongkong ansässigen Abteilungen der beiden Banken hätten zwischen 2021 und 2022 ungedeckte Leerverkäufe in verschiedenen Wertpapieren getätigt und könnten daraus zusätzliche Gewinne erzielt haben, teilte die Finanzaufsichtsbehörde am Sonntag mit. Die Namen der Banken nannte sie nicht.

Lokale Medien, darunter die Korea Economic Daily, berichten aber, dass es sich bei ihnen um BNP Paribas und HSBC handele. Ein BNP-Sprecher lehnte eine Stellungnahme ab, während ein HSBC-Sprecher nicht sofort eine Antwort gab. 

Die genaue Höhe der Bußgelder müsse nun ein Ausschuss der nationalen Finanzaufsichtsbehörde Financial Services Commission (FSC) endgültig festlegen. Dann würde auch die Identität der Banken öffentlich bekannt gegeben.

Die südkoreanischen Behörden haben in der Vergangenheit bereits Geldverwalter wegen illegaler Leerverkäufe aufgedeckt und bestraft. Es ist aber das erste Mal, dass derartige Verstöße bei globalen Banken festgestellt wurden, die in Korea Geschäfte tätigen, so der FSS.
04.10.2023 – 12:40 Uhr Lisa Oenning
Bericht: UBS will Spitzenzinsen Credit-Suisse-Abflüsse wettmachen
Die UBS ködert Kunden mit über dem Marktniveau liegenden Zinssätzen, berichtet Reuters unter Berufung auf Insider. Damit wolle die Schweizer Großbank nach der Übernahme der angeschlagenen Credit Suisse die Mittelzuflüsse ankurbeln. Für dreimonatiges Festgeld im Volumen von mindestens 50.000 Franken erhielten Kunden bei der Credit Suisse einen jährlichen Zins von rund 1,8 Prozent, wie zwei mit der Situation vertraute Person der Nachrichtenagentur sagten. Bei der Zürcher Kantonalbank würden vergleichbare Einlagen ab 100.000 Franken mit 1,34 Prozent verzinst, wie ein Sprecher des Staatsinstituts erklärte. Bei Raiffeisen sind es Firmenangaben zufolge 1,2 Prozent.

„Wie im Markt üblich, kann es spezifisch zugeschnittene Angebote geben, die auch von der Gesamtkundenbeziehung abhängen können", erklärte ein Sprecher der Credit Suisse. Die UBS wollte sich auf Anfrage von Reuters nicht zu den Zinssätzen für dreimonatige Einlagen äußern.JP-Morgan-Analyst Kian Abouhossein bezeichnete in einer Studie vom Montag die Abflüsse aus dem Vermögensverwaltungsgeschäft der Credit Suisse als Hauptrisiko für die UBS. Höhere Einlagenzinsen würden möglicherweise dazu genutzt, die Abflüsse zu begrenzen.
02.10.2023 – 07:09 Uhr Katharina Schnurpfeil

Chief Risk Officer wird neuer Chef beim Fondshaus GAM

Elmar Zumbühl ist zum Chef des Schweizer Fondshauses GAM Holding ernannt worden. Der bisherige Chief Risk Officer wechselt mit sofortiger Wirkung an die Spitze des Unternehmens, teilte GAM am Montag mit. Zumbühl war von Großaktionär Xavier Niel ins Rennen um den CEO-Posten geschickt worden, nachdem der von der Investorengruppe um den französischen Milliardär ursprünglich vorgeschlagene Kandidat Randel Freeman seine Zusage kurzfristig zurückgezogen hatte. Die Investorengruppe bestehend aus Niels Gesellschaft Newgame und dem Vermögensverwalter Bruellan hatte das Ruder bei der angeschlagenen GAM übernommen, nachdem ein Übernahmeversuch der britischen Liontrust gescheitert war.
22.09.2023 – 11:55 Uhr Simone Wermelskirchen

Schweizer Regierung ernennt Fed-Mitarbeiter zum neuen SNB-Direktoriumsmitglied

Die Schweizer Regierung hat Antoine Martin zum neuen Mitglied des dreiköpfigen Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank (SNB) ernannt. Martin arbeite zur Zeit noch bei der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) teilte die SNB am Freitag mit. Anfang Januar wird er dann seinen Posten bei der  Schweizer Notenbank antreten und unter anderem für die Bereiche Geldmarkt, Devisenhandel und Informatik zuständig sein. Er tritt die Nachfolge von Andréa Maechler an, die Ende Juni 2023 zur Bank für Internationalen Zahlungsausgleich gewechselt war. Maechler war die erste Frau im SNB-Direktorium gewesen.
21.09.2023 – 11:27 Uhr Marius Ochs

Weitere Spitzenkräfte verlassen Schweizer Finanzmarktaufsicht

Bei der Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma kommt es nach dem Rücktritt von Direktor Urban Angehrn zu einer Reihe weiterer Abgänge. So verlasse das Geschäftsleitungsmitglied Johanna Preisig die Behörde, teilte die Finma am Donnerstag mit. Preisig leitete seit 2020 den Geschäftsbereich Strategische Grundlagen, der die Abteilungen Regulierung, Internationales, Recht & Compliance sowie das Generalsekretariat und die Kommunikation umfasst. Die 47-jährige Juristin wolle außerhalb der Finma eine neue Aufgabe übernehmen. Auch die Generalsekretärin, die Chefin Internationales und der Kommunikationschef hätten gekündigt. Ein Finma-Sprecher erklärte, jeder Rücktritt habe spezifische Gründe. 

Angehrn hatte kürzlich seinen Rücktritt für Ende September angekündigt und diesen mit gesundheitliche Folgen der hohen und dauerhafte Belastung begründet. Nach dem Kollaps und der Notübernahme der Credit Suisse durch den größeren Rivalen UBS im März wurden die Finma, aber auch die Schweizerische Nationalbank und die Schweizer Regierung für ihr spätes Eingreifen kritisiert. Zudem wurde spekuliert, Angehrns Rücktritt habe auch mit dem Führungsstil von Finma-Präsidentin Marlene Amstad zu tun. Dazu sagte sie in einem Interview: „Ich bin schon sehr erstaunt über das, was gelegentlich über mich verbreitet wird. Es steht diametral dem entgegen, was mir wichtig ist und was mein Stil ist."
19.09.2023 – 16:35 Uhr Leonidas Exuzidis

UBS-Vize rechnet mit substanziellem Verlust bei Credit Suisse

Die Schweizer Großbank UBS rechnet im zweiten Halbjahr mit einem beträchtlichen Fehlbetrag bei der von ihr übernommenen Konkurrentin Credit Suisse. „Es ist nicht auszuschließen, dass die Credit Suisse auch in der zweiten Jahreshälfte erhebliche Verluste machen wird“, sagte der Vizepräsident des UBS-Verwaltungsrats, Lukas Gähwiler, am Dienstag bei einem Finanzforum zur Zukunft des Finanzsektors in Zürich.
19.09.2023 – 16:11 Uhr Leonidas Exuzidis

US-Behörden prüfen Aussagen der Credit Suisse vor der Notübernahme

US-Behörden wollen der Frage auf den Grund gehen, ob die Credit Suisse die Anleger im Vorfeld der Notübernahme durch die Rivalin UBS bezüglich ihrer finanziellen Verfassung täuschte. Die Credit Suisse hat von Aufsichtsbehörden und Regierungsstellen Aufforderungen zur Herausgabe von Dokumenten und Informationen erhalten, wie aus dem am 31. August veröffentlichten Quartalsbericht der UBS hervorgeht. Dazu gehörten die US-Wertpapieraufsicht SEC, das US-Justizministerium und die Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma. Die Credit Suisse kooperiere mit den Behörden in dieser Angelegenheit.

Die Credit Suisse und ein Sprecher der SEC lehnten eine Stellungnahme ab, während die UBS und das Justizministerium auf die Anfrage nicht reagierten. Die Finma wollte auf diesen Fall im Einzelnen nicht eingehen, erklärte aber: "Wir beaufsichtigen die Bank sehr intensiv und fordern dafür sämtliche erforderlichen Informationen und Dokumente ein." Reuters konnte nicht in Erfahrung bringen, welchen Zeitraum die SEC, das Justizministerium und die Finma unter die Lupe nehmen und welche Mitarbeiter der Credit Suisse möglicherweise betroffen sein könnten.
19.09.2023 – 08:28 Uhr Marius Ochs

UBS-Chef – „Momentum ist ziemlich positiv“

Die UBS ist zufrieden mit der laufenden Integration der Credit Suisse. Die Großbank verwalte von privaten und institutionellen Kunden inzwischen insgesamt 5,5 Billionen Dollar, wie Konzernchef Sergio Ermotti am Dienstag auf einer Investorenkonferenz von Bank of America sagte. Dieses Volumen verschaffe der UBS Größenvorteile und ermögliche weiteres Wachstum. „Wir sind also sehr, sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Es bleibt noch eine Menge Arbeit zu tun. Aber das Momentum ist ziemlich positiv."
19.09.2023 – 06:56 Uhr Katharina Schnurpfeil

UBS macht laut internen Dokumenten Risiken bei Fusionsgenehmigungen aus

In mehreren Ländern stehen behördliche Genehmigungen in Zusammenhang mit der Übernahme der kollabierten Credit Suisse durch die UBS noch aus. Die UBS bezeichnete mindestens vier Länder bei der Erteilung von Genehmigungen als „langsam“, wie es in einem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden internen Dokument hieß. Dazu gehörten Indien, Südkorea, Irland und Saudi-Arabien. Ein einziges nicht-kooperatives Land könnte den Zeitplan des Zusammenschlusses der Stammhäuser gefährden, hieß es in dem auf den 6. September datierten Dokument, das an Mitarbeiter rund und den Globus verteilt wurde.

Die Unsicherheiten bei der Erteilung von Genehmigungen durch die Aufsichtsbehörden könnten dazu führen, dass die UBS Geschäftsbereiche abwickelt und Vermögenswerte verkauft, wenn sie mit „schwierigen Gerichtsbarkeiten oder Aufsichtsbehörden“ konfrontiert wird, hieß es in dem Dokument. UBS und Credit Suisse reagierten nicht auf eine Anfrage von Reuters. Sprecher der Zentralbanken in Südkorea, Indien, Irland und Saudi-Arabien antworteten ebenfalls nicht.
19.09.2023 – 05:51 Uhr Katharina Schnurpfeil

Schweizer Finma stockt Personal für UBS-Aufsicht auf

Nach dem Kollaps der Credit Suisse hat die Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma das Personal zur Aufsicht der UBS ausgebaut. „Die UBS wird noch größer und bedeutender für den Finanzplatz, daher brauchen wir einen sehr großen Fokus auf die fusionierte Großbank“, sagte Finma-Präsidentin Marlene Amstad der „Neuen Zürcher Zeitung“. 

„Wir haben die Teams neu organisiert und setzen mehr als 20 Mitarbeitende direkt für die UBS-Aufsicht ein.“ In den Fachabteilungen befassten sich nochmals mindestens 20 Personen schwerpunktmäßig mit der UBS. Zudem prüfe die Finma derzeit eine weitere personelle Aufstockung.

In der Vergangenheit hatten je sechs Personen UBS und Credit Suisse beaufsichtigt. Nach dem Untergang der zweitgrößten Schweizer Bank und der Notübernahme durch die UBS kamen Vorwürfe auf, die Finma habe zu zögerlich und zu spät eingegriffen. Die Belastung durch die Credit-Suisse-Krise führte bei Finma-Direktor Urban Angehrn zudem zu gesundheitlichen Folgen, sodass dieser Anfang September seinen Rücktritt einreichte. Danach kamen Spekulationen auf, dass sein Rücktritt auch mit Amstads Führungsstil zu tun habe. „Ich bin schon sehr erstaunt über das, was gelegentlich über mich verbreitet wird“, erklärte die Präsidentin. „Es steht diametral dem entgegen, was mir wichtig ist und was mein Stil ist.“
11.09.2023 – 10:34 Uhr Marius Ochs

Memo – Chief Operating Officer verlässt UBS-Tochter Credit Suisse

Die von der UBS übernommene Schweizer Großbank Credit Suisse (CS) verliert eine weitere hochrangige Managerin. Chief Operating Officer (COO) Francesca McDonagh habe sich entschieden, die Bank zu verlassen, hieß es in einer internen Mitteilung von CS-Chef Ulrich Körner, die die Nachrichtenagentur Reuters am Montag eingesehen hat. Zuvor hatte bereits die „Financial Times" über den Abgang der ehemaligen Bank-of-Ireland-Chefin, die vor einem Jahr zur CS gestoßen war, berichtet.
08.09.2023 – 12:53 Uhr Charlotte Raskopf

Parlamentskommission beginnt bald mit Anhörungen zu Credit Suisse

In der Schweiz hat eine Sonderkommission des Parlaments die zweite von vier Untersuchungsphasen des Credit-Suisse-Debakels abgeschlossen. Nun stünden in der dritten Phase die eigentlichen Untersuchungsarbeiten an, hieß es am Freitag in einer Mitteilung des Parlaments. Diese umfassten die Auswertung von Dokumenten sowie Anhörungen von Vertretern der Bundesbehörden. Angehört würden Vertreter des Regierung, des Finanzministeriums, der Finanzmarktaufsicht Finma und der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Diese Arbeiten sollen bis gegen Ende Februar dauern.

Die Untersuchung soll klären, was in den Jahren vor dem Kollaps der zweitgrößten Schweizer Bank falsch lief und wie die Regierung zusammen mit anderen Behörden im März 2023 eine Notübernahme der Krisenbank durch die Konkurrentin UBS orchestrierte. Die Parlamentarischen Untersuchungskommission (PUK) hatte im Juli ihre Arbeit aufgenommen und zuerst einen groben Zeitplan und dann das Untersuchungskonzept festgelegt.

In einer vierten Untersuchungsphase soll der Ausschuss einen Schlussbericht erstellen und Empfehlungen geben. Die PUK ist das schärfste Kontrollinstrument, das dem Parlament zur Verfügung steht, und kam in der modernen Geschichte der Schweiz bislang erst viermal zum Einsatz.

Die Kommission vergebe auch drei externe Mandate. Ein Untersuchungsbeauftragter solle spezifische Fragen zur Umsetzung der Finanzmarktaufsichtsgesetzgebung klären. Zudem solle ein Rechtsvergleich zeigen, wie die schweizerische Finanzmarktgesetzgebung im internationalen Quervergleich abschneide. Das dritte Mandat umfasse die Analyse der Entwicklung der Credit Suisse über die vergangenen Jahre. Die Beurteilung der Geschäftsführung des Instituts sei zwar nicht Aufgabe der PUK. Dennoch sei dies wichtig, um die Geschäftsführung der Behörden beurteilen zu können.
06.09.2023 – 12:22 Uhr Charlotte Raskopf

Chef der Schweizer Finanzmarktaufsicht tritt nach CS-Kollaps zurück

Der Direktor der wegen der Krise um die Credit Suisse in die Kritik geratenen Schweizer Finanzmarktaufsicht (Finma) tritt Ende September überraschend zurück. Die hohe und dauerhafte Belastung des Amtes habe gesundheitliche Folgen gezeigt, erklärte Urgan Angehrn am Mittwoch in einer Mitteilung. „Ich habe meinen Entscheid reiflich überlegt und mich nun entschlossen, zurückzutreten“, so der frühere Manager des Versicherers Zurich. „Es fällt mir sehr schwer, diese Aufgabe abzugeben, doch dies ist ein Schritt der Vernunft.“ Weitere Angaben zu den Gründen für den Rücktritt und zu einem möglichem Zusammenhang zum Fall Credit Suisse wollte ein Finma-Sprecher nicht machen.

Angehrns Stellvertreterin Birgit Rutishauser sei zum 1. Oktober 2023 zur Interims-Direktorin ernannt worden. Angehrn werde ihr für eine geordnete Übergabe aller Geschäfte und für Folgearbeiten nach der Übernahme der Credit Suisse durch die UBS zur Verfügung stehen. Der Verwaltungsrat habe den Prozess zur Neubesetzung der Stelle eingeleitet. Angehrn hatte das Amt 2021 übernommen, nachdem sein Vorgänger Mark Branson an die Spitze der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gewechselt war.

Die Finma-Verwaltungsratspräsidentin, Marlene Amstad, und die anderen bisherigen Mitglieder des Aufsichtsgremiums wurden für die neue Amtsperiode 2024 bis 2027 von der Schweizer Regierung am Mittwoch wiedergewählt. Neu dazu stoße der frühere Informatikchef der Standard Chartered Bank in Singapur, Rene Keller. Zuvor hatte er Führungspositionen bei der Deutschen Bank und der Deutsche Börse inne.

Nach dem Kollaps und der Notübernahme der Credit Suisse durch den größeren Rivalen UBS im März wurden die Finma, aber auch die Schweizerische Nationalbank und die Schweizer Regierung für ihr spätes Eingreifen kritisiert. Nach einem ersten Bankensturm im Oktober 2022 habe sich bereits abgezeichnet, dass die Credit Suisse in Schieflage geraten könnte, so die Kritiker. In einem Gastkommentar im Juli wies Angehrn die Vorwürfe zurück. Die Finma sei für die CS-Krise nicht verantwortlich, die Credit Suisse sei an sich selber gescheitert. Die vorrangige gesetzliche Aufgabe der Behörde sei es, die Gläubiger zu schützen und den Schweizer Finanzmarkt funktionsfähig zu halten. „Diese zentralen Zielsetzungen haben wir im Fall Credit Suisse erreicht – dank engster Zusammenarbeit mit Nationalbank und Finanzdepartement.“
06.09.2023 – 06:42 Uhr Charlotte Raskopf
UBS-Chef Ermotti sieht regulatorischen Handlungsbedarf
UBS-Chef Sergio Ermotti hat sich gegen eine Verschärfung der Kapitalvorschriften in der Schweiz ausgesprochen. „Wir müssen bessere Rahmenbedingungen schaffen, das hat aber nichts mit Kapital zu tun“, sagte er am Dienstag in einer Podiumsdiskussion. Handlungsbedarf sehe er anderswo. „Vielleicht müssen wir Teile der Regulierung anpassen inklusive einer flexibleren Rolle der (Schweizerischen) Nationalbank.“ Es müsse einfacher werden für die Notenbank, Banken Liquidität zur Verfügung zu stellen. Die UBS sei auch offen für die Einführung eines Banken-Rettungsfonds, der von allen Instituten finanziert werde. „Vielleicht ist das eine Lösung.“

Hintergrund der Diskussion um Änderungen der Regulierung ist das Debakel rund um die Credit Suisse. Die zweitgrößte Schweizer Bank wurden im März in einer von der Regierung orchestrierten Aktion praktisch über Nacht von der UBS geschluckt. Ermotti widersprach Einschätzungen, wonach die als Reaktion auf die Finanzkrise eingeführte „Too big to fail“-Regulierung (TBTF), mit der Großbanken wetterfester gemacht und nicht vom Staat gerettet werden müssen, gescheitert sei. „`Too big to fail` hat funktioniert, weil eine Bank untergehen konnte ohne Verlust für die Kunden und die Steuerzahler.“ Die Schweizer Notenbank und die Regierung stellten zwar Garantien von insgesamt bis zu 209 Milliarden Franken zur Verfügung, die tatsächlich beanspruchten Mittel wurden aber inzwischen zurückgezahlt.

„Der Staat hat geholfen, aber die UBS hat die CS gerettet“, sagte Ermotti. Die Frage, ob die UBS ihren Hauptsitz verlegen würde, falls mögliche Eingriffe der Politik zu scharf ausfielen, beantwortete er ausweichend. „Ich kann heute nicht sagen, was die Varianten sind.“
05.09.2023 – 09:58 Uhr Katharina Schnurpfeil

Wertpapier-Research der Credit Suisse geht auch an UBS

Die UBS macht einen weiteren Schritt zur Integration der Credit Suisse. Das Wertpapier-Research der Credit Suisse werde im Verlauf der kommenden Wochen Teil des UBS-Angebots, wie es in einem der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag vorliegenden Brief an die Abnehmer der Analystenberichte hieß. Infolgedessen werde die Credit Suisse den Prozess zur Beendigung der Abdeckung am 18. September einleiten. Auch die vermögenden Privatkunden des Bereichs Credit Suisse Wealth Management würden Zugang zum Research der UBS Investmentbank erhalten.
05.09.2023 – 08:23 Uhr Katharina Schnurpfeil

Abflüsse der Credit Suisse belasten Banken-Bilanz der Schweiz

Die hohen Abflüsse von Kundengeldern bei der Credit Suisse haben 2022 erstmals seit zehn Jahren zu einem größeren Rückgang der aggregierten Bilanzsumme aller Banken in der Schweiz geführt. Die Abnahme betrug 6,9 Prozent auf 3,34 Billionen Franken, wie dem am Dienstag veröffentlichten Bankenbarometer des Branchenverbandes Swiss Banking zu entnehmen war. Im März hatten Kunden im großen Stil Einlagen abgezogen, die CS wurde daraufhin von der UBS notübernommen. Dies berge nach Einschätzung der befragten Institute das Risiko eines Reputationsverlustes für den Schweizer Bankenplatz.

Die 235 Schweizer Banken hätten 2022 zum dritten Mal in Folge die Anzahl der Beschäftigten gesteigert, und zwar um 1,6 Prozent auf 92.019. Damit sei erstmals wieder der Stand von 2017 übertroffen worden. Im ersten Halbjahr 2023 habe der Personalbestand dagegen um fast zwei Prozent abgenommen. Dies sei ausschließlich auf die Entwicklung im Ausland zurückzuführen. Der Bankenverband verwies auf Medienberichte, wonach die Credit Suisse im ersten Halbjahr erhöhte Personalabgänge im Ausland verzeichnet habe. Im weiteren Jahresverlauf rechne gut die Hälfte der befragten Institute mit einem etwa gleichen und gut ein Drittel mit einem zunehmenden Personalbestand. Die Einschätzung der Großbanken sei dabei allerdings ausgeklammert worden, weil die Integration der Credit Suisse in die UBS mit vielen Unwägbarkeiten wie einem möglichen Stellenabbau verbunden sei.
30.08.2023 – 10:50 Uhr Lisa Oenning
Bericht: UBS übernimmt im Wertpapierhandel Neugeschäft der Credit Suisse
Die UBS macht offenbar einen weiteren Schritt zur Integration der im Juni übernommenen Credit Suisse. Die Wertpapierhandels-Division Global Markets der Credit Suisse will ihr Neugeschäft ab dem 22. September zurückfahren, zitiert Reuters aus einemBrief an die Global-Markets-Kunden. In Zukunft werde Neugeschäft über juristische Einheiten der UBS konsolidiert. Die Betreuung bestehender Positionen bei der Credit Suisse werde dagegen fortgesetzt, auch wenn diese nicht aufgestockt werden könnten.
29.08.2023 – 10:55 Uhr Leonard Frick

UBS und Publikation „Inside Paradeplatz“ schließen Vergleich

Die UBS hat eine weitere Altlast vom Tisch. Die Schweizer Großbank einigte sich im Fall einer Klage der kürzlich übernommenen Credit Suisse gegen den Schweizer Finanzblog „Inside Paradeplatz“ auf einen Vergleich. Im Rahmen des am 24. August vor dem Handelsgericht des Kantons Zürich erzielten Vergleichs habe „Inside Paradeplatz“ zahlreiche Leserkommentare gelöscht sowie drei Passagen in zwei Publikationen gelöscht oder angepasst, wie das Medium am Dienstag mitteilte. Die übrigen Ansprüche seien fallengelassen worden. „Inside Paradeplatz“ verpflichte sich, Leserkommentare vorgängig sorgfältig zu prüfen und keine Persönlichkeitsverletzungen zuzulassen. Eine Sprecherin der UBS bestätigte den Vergleich.

Credit Suisse hatte im vergangenen Jahr Klage gegen „Inside Paradeplatz“ eingereicht und unter anderem eine Verletzung von Persönlichkeitsrechten von Konzernchef Ulrich Körner und anderen Credit-Suisse-Spitzenkräften moniert. Laut dem Blog ging es um einen Streitwert von 300.000 Franken. Insidern zufolge hätte die kleine, aber viel beachtete Publikation bei einer Niederlage vor Gericht in Bedrängnis kommen können. Bei vielen Beobachtern hatte die Klage der Credit Suisse in einer Zeit, in der sich die Bank schon in Schwierigkeiten befand und der vollen Aufmerksamkeit des Managements bedurfte, Kopfschütteln ausgelöst.

Der neue Konzernlenker Sergio Ermotti konzentriert sich derweil auf die Mammutaufgabe der Integration der Credit Suisse in die UBS. Mehrere Rechtsfälle, darunter ein US-Zivilverfahren gegen die UBS in Zusammenhang mit hypothekenbesicherten Wertpapieren und ein Verfahren der amerikanischen und britischen Behörden gegen die Credit Suisse wegen des Archegos-Kollapses, legte der Bankkonzern in den vergangenen Wochen bei. Zudem verzichtet die UBS auf milliardenschwere Staatsgarantien für die Credit-Suisse-Notübernahme. Damit hat sich Ermotti Handlungsspielraum für in der Politik unpopuläre Maßnahmen wie die erwartete Vollintegration des Schweizer Geschäfts der Credit Suisse und den Abbau von zehntausenden Stellen gesichert.
29.08.2023 – 09:16 Uhr Leonard Frick

RBI-Chef: Russland-Exit ist eine Frage der Umsetzung

Die Raiffeisen Bank International (RBI) ist nach den Worten von Bankchef Johann Strobl zu einem Rückzug aus Russland bereit. Die Frage sei aber immer noch, wie das umgesetzt werden könnte. „Wir sind bereit, zu verkaufen oder einen Spin off zu machen, aber es braucht die Genehmigung von vielen russischen Behörden und europäischen“, sagte der Manager bei der Veranstaltung „European Forum Alpbach“ am Dienstag. Die Komplexität dieses Unterfangens sei nicht zu unterschätzen. „Wir müssen das akzeptieren. Ich weiß, dass das viele Menschen nicht mögen, aber ich kann diese Realität nicht ändern“. Einen Zeitrahmen, bis wann eine Lösung gefunden werde, könne er nicht nennen. „Es ist ein fortlaufender Prozess“.

Bei Vergleichen mit Investmentbanken, die das Land verlassen hätten, müsse man sehen, dass die RBI vor dem Krieg rund drei Millionen Kunden in Russland bedient habe, erläuterte Strobl. „Für diese Menschen müssen wir den Service weiterhin anbieten“. Der Manager betonte, wenn man die Eigentümerschaft einer Bank inne habe, „bedeutet das nicht, dass man damit machen kann was man will“. „Wir haben Millionen ausgegeben, um eine Lösung zu finden. Eine Lösung, um hier und dort Genehmigungen zu erhalten“.
28.08.2023 – 11:25 Uhr Katharina Schnurpfeil

Wettbewerbshüter prüfen Übernahme der Credit Suisse durch UBS

Die Schweizer Kartellwächter prüfen die Übernahme der Großbank Credit Suisse durch die Konkurrentin UBS. Die Wettbewerbskommission (Weko) führt ihrem Leiter Patrik Ducrey zufolge derzeit Anhörungen zu der Transaktion durch, berichtete die „Handelszeitung“ am Montag. „Wir werden Ende September der Finma unsere Stellungnahme zukommen lassen“, sagte Ducrey der Zeitung.

Dazu, ob und gegebenenfalls welche Auflagen die Weko der Finanzmarktaufsicht (Finma) empfehlen werde, äußerte sich der Weko-Chef nicht. Von der Weko war vorerst keine Stellungnahme zu dem Bericht zu erhalten. Die Finma hatte im März die von der Schweizer Regierung orchestrierte Not-Übernahme der in Schieflage geratenen Credit Suisse durch die UBS ohne wettbewerbsrechtliche Prüfung genehmigt.

17.08.2023 – 10:29 Uhr Charlotte Raskopf

Memo: UBS bestimmt Länderchefs in Europa und dem Nahen Osten

Nach der Übernahme der Credit Suisse hat die UBS einer internen Mitteilung zufolge die Länder-Chefs in der Region Europa, Naher Osten und Afrika (Emea) ernannt. Von den 21 Managern stammen fünf von der Credit Suisse, wie einem der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag vorliegenden Memo von Emea-Chefin Beatriz Martin an die Mitarbeiter zu entnehmen war. Dazu gehörten die Leiter des Geschäfts in Saudi-Arabien, Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Das Deutschland-Geschäft verantworte der UBS-Manager Tobias Vogel. Neben der Überwachung aller Geschäfte des Konzerns an den einzelnen Standorten spielten die Länderchefs auch eine wichtige Rolle bei der Förderung der Zusammenarbeit zwischen der Vermögensverwaltung, dem Investmentbanking und dem Asset Management, hieß es weiter.
16.08.2023 – 13:46 Uhr Charlotte Raskopf

UBS und Credit Suisse dürfen Russlandgeschäft nicht verkaufen

Die Schweizer Großbank UBS bleibt im Russland-Geschäft unter Druck. Ein Gericht in Moskau untersagte der UBS und ihrer Tochter Credit Suisse den Verkauf von Anteilen an ihren russischen Gesellschaften. Damit gab es einem Antrag der russischen Zenit Bank statt.

Das russische Finanzinstitut befürchtet, dass es bei einem Rückzug der UBS aus Russland Verluste auf seinen Forderungen gegenüber der Schweizer Bank erleiden würde. Das ist einem Gerichtsurteil zu entnehmen, wie die russische Nachrichtenagentur Interfax und die Schweizer Nachrichtenagentur AWP übereinstimmend berichteten. Die UBS wollte dazu nach AWP-Angaben keine Stellungnahme abgeben.

Allerdings lehnte das russische Gericht den Antrag der Zenit Bank auf eine Beschlagnahmung von Vermögenswerten in Höhe von 1,26 Milliarden Rubel (rund 12 Millionen Franken) der Credit-Suisse-Filiale ab. Das russische Institut habe keine ausreichenden Argumente für die Maßnahme geliefert, hieß es zur Begründung.

Bereits vor Jahresfrist war ein ähnliches Urteil eines russischen Gerichts gegen die Credit Suisse ergangen, damals wegen einer nicht erfolgten Zahlung an die russische Transkapitalbank. Das Schweizer Institut konnte die Zahlung offenbar aufgrund der Sanktionsbestimmungen nicht leisten.
19.07.2023 – 09:06 Uhr Charlotte Raskopf
Nagel denkt über Ausweitung der Bankenaufsicht auf soziale Medien nach
Bundesbankpräsident Joachim Nagel bringt mit Blick auf die Gefahren eines Bank-Runs durch Falschmeldungen eine Ausweitung der Bankenaufsicht auf soziale Medien ins Spiel. „Wir dürfen uns nicht ausruhen, sondern müssen genau hinschauen und bei blinden Flecken in der Aufsicht nachschärfen“, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview. Der Fall der kalifornischen Silicon Valley Bank habe gezeigt, dass man schneller werden müsse. „Dort haben Äußerungen in den sozialen Medien dazu beigetragen, einen Bank-Run zu beschleunigen – also einen Ansturm auf die Bank.“ Die Frage sei, ob auch Fake News so etwas auslösen könnten.

„Ich habe neulich mit Interesse von meinem Kollegen aus Südkorea gehört, dass dort eine Task Force der Bankenaufsicht systematisch die sozialen Medien überwacht“, fügte er hinzu. Diese sehe dann frühzeitig, wenn sich so etwas abzeichne: „Darüber könnten wir in Europa auch nachdenken.“

Der Kollaps der Silicon Valley Bank (SVB) und der Signature Bank in den USA hatte im März weltweit Schockwellen an den Börsen ausgelöst. Befürchtungen, eine neue große Finanzkrise könne heraufziehen, kamen auf.

EZB-Bankenaufseherin Elizabeth McCaul hat jüngst darauf hingewiesen, dass Aufsichtsräte von Geldhäusern bei Risikoabschätzung und Kapitalplanung stets auch hinreichend negative Szenarios berücksichtigen sollten. Sie nahm auch die Rolle von sozialen Medien ins Visier.
17.07.2023 – 14:18 Uhr Charlotte Raskopf

Unicredit will weitere 500 Millionen Euro einsparen

Die italienische Großbank will weitere 500 Millionen Euro an Kosten einsparen, um die höher als erwartet ausgefallene Inflation auszugleichen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider. Dafür sollen unter anderem Prozesse schneller beschleunigt und Outsourcing-Verträge überprüft werden, außerdem soll Bürokratie abgebaut und in Digitalisierung investiert werden. Die Inflation dürfte die Bank bis 2024 mit insgesamt einer Millairde Euro belasten, berichtet Bloomberg. Unicredit selbst hat sich bislang nicht zu dem Bericht geäußert.
17.07.2023 – 09:02 Uhr Katharina Schnurpfeil

Credit Suisse Schweiz: Wechsel an Spitze des Firmenkundengeschäfts

An der Spitze der Schweiz-Tochter der Credit Suisse kommt es zu einem Wechsel. Daniel Hunziker, Leiter des Bereichs Institutionelle Kunden, übernimmt mit sofortiger Wirkung zusätzlich die Leitung des Firmenkundengeschäfts, teilte die von der UBS übernommene Credit Suisse am Montag mit. Der bisherige Leiter des Firmenkundengeschäfts, Andreas Gerber, wird die Bank nach 34 Jahren verlassen.

Frankfurt, Düsseldorf, Zürich, New York.

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