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BankenRazzia bei UBS in Frankfurt – Geldwäscheverdacht gegen Oligarchen

Der russische Oligarch Usmanow soll Kunde der deutschen Dependance der Schweizer Großbank gewesen sein. Die Fahnder gehen dem Verdacht der Geldwäsche nach.René Bender, Jakob Blume, Volker Votsmeier 08.11.2022 - 14:48 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Razzia wegen möglicher Verbindung zu russischem Oligarchen.

Foto: AP

Frankfurt, Zürich. Ermittler haben am Dienstag Niederlassungen der Schweizer Großbank UBS in Deutschland durchsucht. Sie gehen dem Verdacht nach, dass der russische Oligarch Alischer Usmanow Gelder über Konten bei der UBS in Deutschland gewaschen habe.

Ein Sprecher der UBS Europe bestätigte dem Handelsblatt auf Anfrage, dass in den Räumlichkeiten der Niederlassungen in Frankfurt und München derzeit staatsanwaltschaftliche Durchsuchungen stattfinden. „Wir kooperieren vollumfänglich mit den Behörden und bitten um Verständnis, dass wir uns zur Sache aktuell nicht weiter äußern können.“

Zuvor hatte der „Spiegel“ über die Razzia berichtet. Ein Behördensprecher sagte, die Durchsuchungen stünden im Zusammenhang mit einem laufenden Verfahren wegen Geldwäsche gegen Usmanow. „Wir erhoffen uns im Zusammenhang mit dem bestehenden Geldwäscheverdacht gegen den Beschuldigten Erkenntnisse aus dessen Geschäftsbeziehung zu dem Institut.“

Für die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt ist die UBS die erste Bank, die wegen Geschäften mit Oligarchen durchsucht wurde. Insgesamt war eine zweistellige Zahl an Ermittlern an beiden Standorten im Einsatz.

Es werde nicht gegen Mitarbeiter des Geldhauses ermittelt und es sei auch kein neues Verfahren eröffnet worden, stellte der Sprecher klar. „Weil der Beschuldigte Konten bei der Bank unterhielt, werden nun Beweismittel für die weiteren Ermittlungen sichergestellt.“ Die UBS war Insidern zufolge so etwas wie die Hausbank Usmanows in Deutschland. Die Schweizer Bank äußert sich nicht zu Kundenbeziehungen.

UBS verwaltet Milliarden für russische Kunden

Der Putin-Vertraute steht seit Wochen im Fokus deutscher Ermittler: Sie hatten Ende September bereits sein Haus am Tegernsee und zahlreiche weitere Liegenschaften durchsucht sowie die Jacht „Dilbar“ festgesetzt. Der gebürtige Usbeke ist Gründer der USM Holdingsgesellschaft. Zu ihr gehören Unternehmen aus den Bereichen Stahl, Bergbau, IT und Telekommunikation.

Usmanows Vermögen wird von unterschiedlichen Quellen auf 15 bis 19 Milliarden Dollar geschätzt. Allein die Megajacht „Dilbar“ soll 540 Millionen Dollar wert sein.

Usmanow steht nach früheren Angaben der Ermittler im Verdacht, in den Jahren 2017 bis 2022 mehrere Transaktionen veranlasst zu haben, um die Herkunft von Geldern zu verschleiern. Es bestehe der Verdacht, dass die verschobenen Gelder aus Straftaten stammten, insbesondere aus Steuerhinterziehungsdelikten. Das Volumen der Geldschiebereien soll sich nach früheren Angaben im mehrstelligen Millionenbereich bewegen.

Ein Sprecher von Usmanow hatte die Vorwürfe seinerzeit zurückgewiesen. Einen deutschen Verteidiger soll Usmanow bislang nicht bestellt haben. Wegen der Sanktionen gegen den Oligarchen ist es für Anwälte auch schwierig, für ihn tätig zu werden. Zudem müssen Honorare aus sauberen Quellen stammen, sonst machen sich Verteidiger selbst angreifbar.

Die UBS hatte stets betont, nur im geringen Umfang von den Sanktionen gegen russische Oligarchen betroffen zu sein. Im April hatte das Geldhaus bekannt gegeben, rund 22 Milliarden Dollar für russische Kunden zu verwalten.

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Die russische Klientel hat damit einen verschwindend geringen Anteil an der Vermögensverwaltung der UBS: Insgesamt managte die Schweizer Großbank per Ende 2021 mehr als drei Billionen Dollar in ihrer Kernsparte. Das konzerneigene Risiko gegenüber Russland lag zu Beginn des Krieges bei rund 600 Millionen Dollar und wurde seither sukzessive zurückgefahren.

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